Nachdem im Herbst 2014 die Oelpreise kr\u00e4ftig nachgaben, hob die Nationalbank am 15. Januar 2015 den Euro-Mindestkurs auf. Dies ist nur ein Hinweis darauf, wie stark schweizerische Wirtschaft von der Erd\u00f6lwirtschaft abh\u00e4ngig ist. Diese fossile Schweiz ist nicht nachhaltig unterwegs, da braucht es noch einiges an Ver\u00e4nderungen.<\/p>\n
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Die Abfolge von Oelpreisentwicklung und Mindestkurs-Aufgabe illustriert treffend, wie stark insbesondere die exportorientierte Wirtschaft von den fossilen Energietr\u00e4gern abh\u00e4ngig sind.<\/p>\n
Mitte Januar 2016 wurden die wegen des Atomstreits erlassenen Sanktionen gegen den Iran aufgehoben. Am 23. Februar 2016, also etwa 5 Wochen sp\u00e4ter, hat Bundesrat Johann N. Schneider-Ammann als Wirtschaftsminister (und nebenbei Bundespr\u00e4sident) den Iran im Rahmen eines Pr\u00e4sidialbesuches offiziell bereist, im Schlepptau zahlreiche WirtschaftsvertreterInnen und einige WissenschaftlerInnen. Wirtschaftliche Interessen standen offensichtlich im Vordergrund dieses Besuches.<\/p>\n
Nach dem Ende der Sanktionen wird davon ausgegangen, dass der Iran wieder eine wichtigere Rolle als erd\u00f6lexportierendes Land spielen d\u00fcrfte. Das braucht einiges an Technik \u2013 die Firmen ABB, Sulzer, Burckhardt Compression beispielsweise bieten solche Erd\u00f6l-Logistik-Technik an.<\/p>\n
Auff\u00e4llig etwa auch, dass die offizielle Schweiz geschwiegen hat zur grausamen t\u00f6dlichen Haft- und Peitschenhiebe-Strafe gegen den saudischen Blogger Raif Badawi. Raif Badawi hat bloss die auch in der Schweiz (vorgeblich) hochgehaltene Meinung\u00e4usserungsfreiheit beansprucht \u2013 es ist offensichtlich, dass hier die Schweiz nicht gegen diese grobe Verletzung der Menschenrechte angeht, weil sie die Exportchancen der Schweizerischen Wirtschaft in den Vordergrund stellt. Neben der Erd\u00f6lzulieferindustrie geht es um chemische Produkte und Luxusg\u00fcter.<\/p>\n
Dazu geh\u00f6rt auch die bezahlte Lobbyt\u00e4tigkeit von FDP-VertreterInnen f\u00fcr Kasachstan, ebenfalls ein erd\u00f6l- und erdgasexportierendes Land.<\/p>\n
Auch die nationale Energiepolitik, Stichwort Energiestrategie 2050, ist gepr\u00e4gt von der Abh\u00e4ngigkeit der Schweizerischen Aussenwirtschaft vom Goodwill der erd\u00f6lexportierenden Staaten. FDP und SVP setzen alles daran, mit ihrer absurden Politik zu verhindern, dass der Verbrauch an fossilen Energietr\u00e4gern abnimmt. Das Ja zu einer weiteren Strassentunnelr\u00f6hre am Gotthard ist nur ein Beispiel daf\u00fcr.<\/p>\n
Nur: Das hat nichts mit Nachhaltigkeit zu tun, das steht gegen die Zukunftsf\u00e4higkeit der Schweiz.<\/p>\n
Nicht erst seit COP 21 (Paris 2015)<\/a> ist klar, dass der \u00fcberwiegende Teil der bekannten fossilen Rohstoffe in der Erde verbleiben muss, um die gesellschaftlich anerkannten Klimaschutzziele einhalten zu k\u00f6nnen. <\/p>\n