{"id":6300,"date":"2015-07-20T18:37:31","date_gmt":"2015-07-20T16:37:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/?p=6300"},"modified":"2015-07-20T18:37:31","modified_gmt":"2015-07-20T16:37:31","slug":"binz-lauter-verliererinnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/binz-lauter-verliererinnen","title":{"rendered":"Binz: lauter VerliererInnen"},"content":{"rendered":"<p>Nach dem Familie-Schoch-Revival-Wochenende auf dem Z\u00fcrcher Binzareal an der Uetlibergstrasse ist klar: da gibt es nur VerliererInnen. Oder anders: So schnell hat noch selten eine sich gesellschaftspolitisch relevant reklamierende Gruppe die letzten Sympathien verscherzt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Was schon lange zu vermuten war: Es handelt sich bei der Familie Schoch und deren Fans um eine faschistoide Schl\u00e4gertruppe, die ausserhalb von Demokratie und Rechtsstaat unterwegs ist. Wer zudem auf einem Grundst\u00fcck mitten in einem bewohnten Stadtquartier w\u00e4hrend zwei N\u00e4chten eine haupts\u00e4chlich l\u00e4rmige Dauerparty veranstaltet und danach tonnenweise eigentlich noch brauchbares Material als Abfall zur\u00fcckl\u00e4sst, stellt sich selber ins Abseits.<\/p>\n<p>Einmal mehr wurde die kantonale Baudirektion unter dem uneingeschr\u00e4nkt <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/nicht-wahl-empfehlung\" target=\"_blank\">amtsunf\u00e4higen Regierungsrat Markus K\u00e4gi<\/a> der offensichtlichen L\u00fcge \u00fcberf\u00fchrt. Mit Regierungsratsbeschluss Nr. 564\/2013 wurde beschlossen und der \u00d6ffentlichkeit am 30.5.2013 mitgeteilt, dass auf dem Grundst\u00fcck Uetlibergstrasse 111 vor dem Abbruch der Geb\u00e4ude eine \u00abgef\u00e4hrliche\u00bb (Originalzitat!) Asbestsanierung und anschliessend eine Altlastensanierung vorzunehmen sei, mit dem \u00abZiel &#8230;, das von Altlasten befreite Grundst\u00fcck im Fr\u00fchling 2014 den Baurechtsnehmern zu \u00fcbergeben.\u00bb Wenn nun die Baudirektion auf die nach zwei Jahren erfolgende dreit\u00e4gige Wiederbesetzung bloss mit einer Strafanzeige reagiert und ziemlich versch\u00e4mt mitteilt, dass noch nicht einmal der Baurechtsvertrag abgeschlossen sei, entspricht dies eher der Reaktion des Kaisers ohne Kleider aus dem M\u00e4rchen. Zuk\u00fcnftig wird keiner Bauherrschaft mehr geglaubt, die eine Altlastensanierung vorschiebt, um selbst ohne Projekt mit dem Abbruch von Geb\u00e4uden vollendete Tatsachen zu schaffen.<\/p>\n<p>Zu den VerliererInnen geh\u00f6rt auch die als Baurechtnehmerin vorgesehene Stiftung Abendrot, eine als \u00abalternativ\u00bb eingestufte Pensionskasse. Per Google ist nach wie vor eine Medienmitteilung der Stiftung vom 15. Oktober 2013 zu finden, in der es heisst: <em>Die Terminplanung sieht vor, dass noch im Oktober 2013 der Planungsauftrag vergeben wird, damit das Bauprojekt ausgearbeitet und das Betriebskonzept in Zusammenarbeit mit den ku\u0308nftigern Nutzern und Vertretern des Quartiers erstellt werden kann. Die Baueingabe ist auf Fru\u0308hling 2014 und der Baubeginn auf Fru\u0308hling 2015 terminiert. Bis zu diesem Zeitpunkt wird auch der Ru\u0308ckbau und die Altlastensanierung abgeschlossen sein. Fertigstellung und Bezug ist auf Herbst 2016\/Fru\u0308hling 2017 vorgesehen.<\/em> Ende Zitat. Auch hier wurde erst jetzt auf Nachfrage der Medien bekannt, dass der Baubeginn \u00abim Fr\u00fchsommer 2016\u00bb, also etwa in einem Jahr, stattfinden k\u00f6nnte!<br \/>Ich bin kein Fan des derzeitigen Vintage-Trends im St\u00e4dtebau. Ich erachte es als nicht generationengerechten Substanzverzehr, das Wohnen in verfallenden Geb\u00e4uden zu propagieren. Gut eingebettet in den Life-Cycle von Geb\u00e4uden ist es zweckm\u00e4ssig, Geb\u00e4ude werterhaltend und auch wertvermehrend zu bewirtschaften, unter Realisierung der dringend erforderlichen Energie- und Klimaschutzmassnahmen im Geb\u00e4udebestand. Ein klug realisierter Ersatzneubau mit besten Energiestandards und Vorgaben zur Limitierung der pro Person beanspruchten (Wohn-)Fl\u00e4che ist einem nur eingeschr\u00e4nkt nutzbaren Denkmalschutzobjekt auch aus \u00f6kologischer Sicht immer vorzuziehen.<\/p>\n<p>Verliererin ist auch die Stadt Z\u00fcrich, die w\u00e4hrend der illegalen Besetzung eine kluge nicht eskalative Strategie verfolgt hat, was durch nicht eingehaltene Abmachungen (Stichwort Abfall) und den t\u00e4tlichen Angriff auf den stellvertretenden stellvertetenden Polizeivorsteher Leutenegger nicht belohnt wurde.<br \/>Diese Aussage bezieht sich ausdr\u00fccklich nicht auf Gemeinderat Mauro Tuena, dieser provokative SVPler hat n\u00e4mlich unter keinem Titel etwas auf diesem Areal zu suchen \u2013 in der Formulierung der kantonalen Baudirektion ist das unbefugte Begehen des Grundst\u00fccks als \u00abHausfriedensbruch\u00bb zu betrachten. Bekanntlich ist es in einem Rechtsstaat nicht zul\u00e4ssig, eine Straftat damit zu begr\u00fcnden, dass sich auch andere strafbar gemachten h\u00e4tten!    <\/p>\n<p>VerliererInnen sind auch all jene, die aus der durch die tempor\u00e4ren Wieder-BesetzerInnen des Grundst\u00fccks erfolgten mehrfachen, durch die Stadt im Moment akzeptierten Gesetzesverletzungen ableiten, dies zuk\u00fcnftig ebenfalls als Handlungsprinzip zu befolgen (z.B. Aussetzen des Zahlens von Steuern). Oder sind solche \u00c4usserungen allenfalls eine Folge des Schlafmangels wegen des Extreml\u00e4rms oder handelt es sich dabei um Auswirkungen der Juli-Hitzeperiode?<br \/>P.S. Es ist durchaus von \u00f6ffentlichem Interesse, wie die Stadt Z\u00fcrich NACH dem Wochenende mit der Ahndung der offensichtlichen Gesetzesverst\u00f6sse umgehen wird.    <\/p>\n<p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem Familie-Schoch-Revival-Wochenende auf dem Z\u00fcrcher Binzareal an der Uetlibergstrasse ist klar: da gibt es nur VerliererInnen. 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