{"id":5892,"date":"2014-10-12T12:42:27","date_gmt":"2014-10-12T10:42:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/?p=5892"},"modified":"2014-10-12T12:50:31","modified_gmt":"2014-10-12T10:50:31","slug":"auch-fuer-medienschaffende-nur-fakten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/auch-fuer-medienschaffende-nur-fakten","title":{"rendered":"Auch f\u00fcr Medienschaffende: nur Fakten!"},"content":{"rendered":"<p>Medien w\u00fcrden, so wird hin und wieder gesagt, heute auf der R\u00fcckseite von Inseraten die News von gestern auf dem Altpapier von morgen abdrucken. Im Internetzeitalter ist dies zu erweitern: Irgendwo zwischen den blinkenden Internet-Ads findet sich ein sch\u00e4biges Textchen mit Schein-Bad-News von irgendwann, welches in k\u00fcrzester Zeit bloss noch ein Eintrag in der Browser-History ist, allenfalls erg\u00e4nzt mit irgendwelchen mehrheitlich sch\u00e4bigen Spr\u00fcchen in den <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/online-stammtische-abschaffen-statt-fremdbemitleidung\" title=\"Online-Stammtische abschaffen statt Fremdbemitleidung\" target=\"_blank\">Online-Stammtischen<\/a> unten an den Textchen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Dabei bleiben Faktentreue und Informationsgehalt auf der Strecke &#8211; angestrebt werden in populistischer Art und Weise offenbar nur m\u00f6glichst viele Kommentare, egal, wie inhaltsreich und sachkompetent diese sind. Die Medien und viele ihrer Leser (bewusst nur die m\u00e4nnliche Form) sind offenbar noch nicht in der Wissens- und Informationsgesellschaft angekommen.<\/p>\n<p>Ein weiteres Beispiel: In &#8222;Schweiz am Sonntag&#8220; vom 12.10.2014 steht ein Artikel mit dem Titel &#8222;<a href=\"http:\/\/www.schweizamsonntag.ch\/ressort\/nachrichten\/die_neue_durchmesserlinie_ist_zu_steil_fuer_die_loks_der_sbb\/\" target=\"_blank\">Die neue Durchmesserlinie ist zu steil f\u00fcr die Loks der SBB<\/a>&#8222;. Der Artikel l\u00e4uft darauf hinaus, um jeden Preis irgend wem einen Planungsfehler unterstellen zu k\u00f6nnen. tamedia mag da nicht stillhalten und bringt ebenfalls einen Beitrag mit dem Titel &#8222;<a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/zuerich\/stadt\/Durchmesserlinie-zu-steil-fuer-den-Intercity\/story\/21334118\" target=\"_blank\">Durchmesserlinie zu steil f\u00fcr den Intercity<\/a>&#8220; &#8211; bereits im Lead erscheint das Wort &#8222;Fehlplanung&#8220;. Nun, die meisten Online-Stammtischkommentare \u00fcbernehmen diesen Steilpass und fahren allem m\u00f6glichen an den Karren, von den in- und ausl\u00e4ndischen PlanerInnen \u00fcber die SBB-Spitze bis zu &#8230;.<\/p>\n<p>Ganz einfach: Da hat schon bei der &#8222;Schweiz am Sonntag&#8220; der Faktencheck nicht funktioniert, und er wurde auch bei tamedia nicht nachgeholt. Neckisch: Bei der &#8222;Schweiz am Sonntag&#8220; geht es im Titel um (alle) SBB-Loks; bei tamedia wird die Aussage auf &#8222;den Intercity&#8220; bezogen &#8211; es gibt allerdings mehrere Intercity-Linien, die in Z\u00fcrich verkehren, mit sehr unterschiedlichem Rollmaterial. Es geht \u00fcbrigens nicht um die gesamte Durchmesserlinie, es geht um einzelne Abschnitte auf der Ausfahrt aus dem neuen Bahnhof L\u00f6wenstrasse Richtung Westen!<\/p>\n<p>Zentral aber: Die Herausforderung mit den steilen Gleisabschnitten ist l\u00e4ngst bekannt! Die Z\u00fcrcher Stimmberechtigten haben am 23. September 2001 Durchgangsbahnhof und Durchmesserlinie zugestimmt, im Wissen darum, dass in diesem Projekt steile Streckenabschnitte vorgesehen sind. In der <a href=\"http:\/\/www.web.statistik.zh.ch\/cms_abstimmungsarchiv\/pdf\/20010923_Zeitung.pdf\" target=\"_blank\">Abstimmungszeitung zu dieser Vorlage<\/a> steht: <em>Damit die Zufahrt zu<br \/>\nden oberirdischen Hallengleisen 3-6 auch ku\u0308nftig gewa\u0308hrleistet bleibt, muss das Niveau des unterirdischen Bahnhofs schon sehr fru\u0308h erreicht werden, was ein verha\u0308ltnisma\u0308ssig steiles Rampengefa\u0308lle erfordert. Dieses betra\u0308gt im obersten Abschnitt gegen 40 Promille. Dies ist zwar ein fu\u0308r SBB-Linien aussergewo\u0308hnlicher Wert, der aber von den meisten im regionalen und u\u0308berregionalen Verkehr zum Einsatz kommenden Zu\u0308gen ohne besondere Probleme u\u0308berwunden werden kann. Mit entsprechenden Massnahmen sind die betrieblichen Anforderungen auch fu\u0308r die u\u0308brigen Zugsgattungen erfu\u0308llbar.<\/em> <\/p>\n<p>Wenn die SBB im Sommer\/Herbst 2014 Testfahrten im Hinblick auf die Fahrplan\u00e4nderung Ende 2015 durchgef\u00fchrt haben und nun aus diesen Tests &#8222;entsprechende Massnahmen&#8220; ableiten, entspricht dies genau dem, was in der Abstimmungszeitung aus dem Jahr 2001 stand. Mit Fehlplanung hat dies nichts zu tun, im Gegenteil: Sowohl 2001 wie im Sommer\/Herbst 2014 wurde und wird vorausschauend geplant! Das ist definitiv eine Positivmeldung, was offenbar aber nicht in den aktuellen Medientrend des &#8222;Bashing Everything&#8220; passt!<\/p>\n<p>Bei den Online-Stammtischen fehlen interessanterweise Beitr\u00e4ge, die auf den fehlenden Faktencheck bei den Medien hinweisen &#8211; es ist davon auszugehen, dass solche Kommentare durch die Redaktionen vors\u00e4tzlich nicht freigeschaltet werden.<\/p>\n<p>Auch Sonntags- und andere populistische Medien k\u00f6nnen auf Dauer nur funktionieren, wenn die vermittelten Informationen auf Fakten beruhen. Alles andere ist opportunistische Realsatire. <\/p>\n<p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Medien w\u00fcrden, so wird hin und wieder gesagt, heute auf der R\u00fcckseite von Inseraten die News von gestern auf dem Altpapier von morgen abdrucken. 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