{"id":5872,"date":"2014-09-21T09:21:02","date_gmt":"2014-09-21T07:21:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/?p=5872"},"modified":"2014-09-21T09:44:53","modified_gmt":"2014-09-21T07:44:53","slug":"tamedia-kleine-zahlen-gross-aufgeblasen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/tamedia-kleine-zahlen-gross-aufgeblasen","title":{"rendered":"tamedia: Kleine Zahlen gross aufgeblasen"},"content":{"rendered":"<p>Medien haben faktengerecht zu informieren. Insbesondere die tamedia-Medien halten sich regelm\u00e4ssig nicht an diesen zentralen Grundsatz. Als ein weiteres Beispiel: die Berichterstattung von tamedia \u00fcber das Beschaffungscontrolling 2013 des Bundes. Oder: Wie aus 10 Prozent eine Staatsaff\u00e4re konstruiert wird.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Teile der Wirtschaft, insbesondere deren weit in der Geschichte verhafteten Verb\u00e4nde, sind jeglichen staatlichen T\u00e4tigkeiten gegen\u00fcber kritisch eingestellt. Gleichzeitig sind viele Firmen auf Auftr\u00e4ge der \u00f6ffentliche Hand existenziell angewiesen. Darum ist das \u00f6ffentliche Beschaffungswesen streng reglementiert.<\/p>\n<p>Da gibt es etwa das <em>B\u00f6B, das Bundesgesetz vom 16. Dezember 1994 \u00fcber das \u00f6ffentliche Beschaffungswesen<\/em>, mit zugeh\u00f6riger Verordnung und regelm\u00e4ssigen Anpassungen.<\/p>\n<p>&#8222;<a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/schweiz\/standard\/Auftraege-fuer-ueber-eine-halbe-Milliarde-freihaendig-vergeben\/story\/28347794\" target=\"_blank\">Auftr\u00e4ge f\u00fcr \u00fcber eine halbe Milliarde freih\u00e4ndig vergeben<\/a>&#8222;, titelt tamedia am 20.9.2014. Nun, \u00fcber eine halbe Milliarde ist viel Geld. Bloss: 2013 hat die zentrale Bundesverwaltung in 22 Beschaffungskategorien Beschaffungen im Wert von <a href=\"http:\/\/www.bbl.admin.ch\/bkb\/00389\/02577\/index.html?lang=de&#038;download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCEdHx_f2ym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--\" target=\"_blank\">5.309<\/a> Milliarden Franken vorgenommen. <\/p>\n<p>Diese halbe Milliarde freih\u00e4ndiger Vergaben macht etwa 10 Prozent des gesamten Beschaffungsvolumens der zentralen Bundesverwaltung aus. Bezeichnenderweise fehlt die Angabe der gesamten Beschaffungssumme im tamedia-Artikel &#8211; w\u00fcrde diese Zahl n\u00e4mlich im Artikel mit ver\u00f6ffentlicht, w\u00fcrde schnell klar, dass da tamedia versucht, aus einer kleinen Zahl eine grosse Sache zu machen. Im \u00dcbrigen: die <em>Verordnung \u00fcber das \u00f6ffentliche Beschaffungswesen (V\u00f6B)<\/em> enth\u00e4lt elf Literas mit Gr\u00fcnden, bei denen eine freih\u00e4ndige Vergabe auch \u00fcber den Schwellenwerten gem\u00e4ss <em>Verordnung des WBF \u00fcber die Anpassung der Schwellenwerte im \u00f6ffentlichen Beschaffungswesen f\u00fcr die Jahre 2014 und 2015<\/em> m\u00f6glich ist. Der Gesetzgeber l\u00e4sst freih\u00e4ndige Beschaffungen mit zahlreichen Begr\u00fcndungen zu. tamedia suggeriert allerdings, dass bei diesen freih\u00e4ndigen Beschaffungen Bestechung und Korruption der Standard sei, ohne nur den Hauch eines Beweises zu liefern. Die Reaktionen im digitalen SVP-Stammtisch (als Kommentare bezeichnet) best\u00e4tigen, dass diese Botschaft angekommen ist.<\/p>\n<p>Eine faktengerechte Information von tamedia h\u00e4tte darin bestanden, mitzuteilen, dass 90 % des Beschaffungsvolumens nicht freih\u00e4ndig erfolgen, also nach einem strikten Ausschreibungsverfahren (welches regelm\u00e4ssig zu unsinnigen gerichtlichen Auseinandersetzungen f\u00fchrt). Nur bei etwa 10 % des Beschaffungsvolumens w\u00e4re &#8211; wenn dies als Problem wahrgenommen wird &#8211; allenfalls die Transparenz zu verbessern. Nur: Damit lassen sich keine Schlagzeilen schreiben!<\/p>\n<p><p>Erste Fassung: 20.9.2014 (mit inzwischen korrigiertem Interpretationsfehler Daten des Bundes)<\/p>\n<p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Medien haben faktengerecht zu informieren. Insbesondere die tamedia-Medien halten sich regelm\u00e4ssig nicht an diesen zentralen Grundsatz. 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