{"id":5821,"date":"2014-06-16T11:10:15","date_gmt":"2014-06-16T09:10:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/?p=5821"},"modified":"2014-06-16T12:09:18","modified_gmt":"2014-06-16T10:09:18","slug":"energiewende-was-es-nicht-gibt-kann-auch-nicht-scheitern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/energiewende-was-es-nicht-gibt-kann-auch-nicht-scheitern","title":{"rendered":"Energiewende: was es nicht gibt, kann auch nicht scheitern"},"content":{"rendered":"<p>Sp\u00e4testens seit der Erd\u00f6lpreiskrise 1973 ist bekannt, dass es fundamentale Aenderungen der Energieversorgung braucht &#8211; so rasch als m\u00f6glich weg von den fossilen Energien. Die schweren Unf\u00e4lle in den Atomkraftwerkanlagen von Tschernobyl und Fukushima sind klare Hinweise daf\u00fcr, dass auch der raschestm\u00f6gliche Ausstieg aus der Atomenergie erforderlich ist. <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/nach-nuklear-und-nach-fossil-heute-beginnen\" title=\"Nach-nuklear und nach-fossil: heute beginnen!\" target=\"_blank\">Der gleichzeitige Ausstieg aus der Atomenergie und den fossilen Energien ist m\u00f6glich<\/a> &#8211; dies muss aber auch gewollt werden. Nicht nur in der Schweiz ist dies \u00fcberhaupt nicht der Fall.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Nach Fukushima hat der Bundesrat damit begonnen, eine &#8222;Energiestrategie 2050&#8220; zu entwickeln und in l\u00e4cherlich langsamen und kleinen Teilschrittchen umzusetzen. Frau Bundesr\u00e4tin Leuthard will gar nicht aus der Atomenergie aussteigen &#8211; f\u00fcr sie ist diese vorgebliche Aktivit\u00e4t &#8222;Energiestrategie 2050&#8220; bloss der Versuch, die derzeitige Bewilligungsunm\u00f6glichkeit eines neuen Atomkraftwerks zu \u00fcberbr\u00fccken. Erhebliche Teile der Energie- und Wirtschaftslobbies sind da gleicher Meinung. <\/p>\n<p>Der Begriff Energiewende wird in der Schweiz in erster Linie von den Medien verwendet &#8211; vor allem von jenen, die behaupten, die Energiewende sei gescheitert. Aber eben: eine Energiewende wurde in der Schweiz gar nicht eingeleitet &#8211; was es nicht gibt, kann auch gar nicht scheitern. Wer die Inserate in den Medien anschaut, muss davon ausgehen, dass auch die Medien gar kein Interesse daran haben, dass es zu einer Energiewende kommen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Die Schweizerische Stromwirtschaft sucht die Ursache f\u00fcr ihr eigenes energiewirtschaftliches Unverm\u00f6gen bei in einer Gesamtbetrachtung marginalen Ver\u00e4nderungen &#8211; zum Beispiel dem kleinen Solaranlagenboom in Deutschland. Stattdessen ist davon auszugehen, dass die \u00f6konomischen Schwierigkeiten dieser Unternehmen selbst verursacht sind &#8211; zum Beispiel durch ein Festhalten an veralteten Strategien und Marktausrichtungen.<\/p>\n<p>&#8222;Wer jetzt auf eine neue Erdgas-Heizung setzt, dem dankt die Natur.&#8220; hat die Erdgaswirtschaft noch im Winter 2013\/14 geworben. Die Erd\u00f6lwirtschaft wirbt auch im Juni 2014 noch mit Begriffen wie &#8222;umweltfreundliches \u00d6koheiz\u00f6l&#8220; (neckisch, dass &#8222;\u00d6ko&#8220; noch mit &#8222;umweltfreundlich&#8220; verst\u00e4rkt werden muss aus der Sicht der WerberInnen &#8211; das wirkt schon fast wie eine umgekehrte doppelte Verneinung) &#8211; verbunden mit der nachweislich falschen Behauptung, &#8222;<em>dass der Ersatz einer alten \u00d6lheizung durch ein modernes Brennwert-System auch langfristig preisg\u00fcnstiger ist als die Umstellung auf irgendeine andere Energiequelle.<\/em>&#8220; Solange derartige Marktteilnehmer \u00fcberhaupt auftreten k\u00f6nnen, zudem mit derartig unsinnigen Aussagen, sind wir noch weit von einer Energiewende entfernt. Denn hier wird suggeriert, dass Oel- und Gasheizungen selbst auf lange Dauer noch normal, n\u00fctzlich und notwendig seien &#8211; also eine Energiewende somit unn\u00f6tig sei.<\/p>\n<p>Es gibt tats\u00e4chlich einige wenige PolitikerInnen und Verb\u00e4nde, die &#8222;Energiewende&#8220; positiv besetzt verstehen &#8211; ihre Anstrengungen bestehen allerdings vor allem darin, Subventionsgelder aller Art f\u00fcr von ihnen bevorzugte Energieans\u00e4tze zu pushen. Subventionen haben allerdings auch den Charakter, sanfte Preissignale zu setzen f\u00fcr Dinge, die sinnvoll w\u00e4ren &#8211; ein neues &#8222;normal, n\u00fctzlich und notwendig&#8220; wird dadurch nicht geschaffen! Der Wegfall s\u00e4mtlicher Subventionen &#8211; auch der direkten und indirekten Subventionen f\u00fcr die Atomenergie und die fossilen Energien &#8211; ist dringlich, um endlich <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/luegende-energiepreise-auch-beim-atomstrom\" title=\"L\u00fcgende Energiepreise \u2013 auch beim Atomstrom\" target=\"_blank\">l\u00fcgende Energiepreise<\/a> zu verhindern. <\/p>\n<pEnergie- und Klimaschutzpolitik brauchen ganz einfache Botschaften, weil Energie- und Klimaschutzpolitik viele AkteurInnen erreichen m\u00fcssen. Hauptbotschaften m\u00fcssen sein, was ab sofort normal, n\u00fctzlich und notwendig ist! Diese Botschaften m\u00fcssen darauf aufbauen, dass es Suffizienz UND Effizienz UND Konsistenz f\u00fcr die Erreichung der Energie- und Klimaschutzziele braucht \u2013 und dies ist jeweils in massgeschneiderten L\u00f6sungen umzusetzen!\n\n\n\n<h3>Einige einfache Botschaften<\/h3>\n<ul>\n<li>Es braucht nicht bloss eine Energiepolitik \u00fcber die Energiewirtschaft und zu Energietechnik &#8211; es braucht eine Energiepolitik der EnergieverbraucherInnen, es braucht Energiepolitik von unten, <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/energiepolitik-for-dummies\" title=\"Energiepolitik for Dummies\" target=\"_blank\">Energiepolitik for Dummies<\/a>!<\/li>\n<li>Es braucht klare Signale &#8211; neben einem raschm\u00f6glichsten Ausstieg aus der Atomenergie braucht es auch einen Ausstieg aus den fossilen Energietr\u00e4gern Erd\u00f6l und Erdgas, sp\u00e4testens 2035, damit z.B. Oelheizungen, die aufgrund der irref\u00fchrenden Propaganda der Erd\u00f6lwirtschaft heute leider noch eingebaut werden, w\u00e4hrend der \u00fcblichen technischen Nutzungsdauer genutzt werden k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Es braucht einen Bewirtschaftungspfad f\u00fcr jedes Geb\u00e4ude, damit dieses bis 2035 mit m\u00f6glichst tiefem Verbrauch an erneuerbaren Energien betrieben werden kann. Dazu braucht es engagierte und gut ausgebildete Fachleute!<\/li>\n<li>Weniger Unterwegs-Kilometer pro Person im Alltag, m\u00f6glichst viel davon zu Fuss und mit dem Velo, falls n\u00f6tig der \u00f6ffentliche Verkehr, und wenn es gar nicht anders geht, zum Beispiel ein mit Strom aus erneuerbaren Energien angetriebenes Elektrofahrzeug &#8211; das Botschaften f\u00fcr den Verkehrsbereich.<\/li>\n<li>Auch wenn vegan und vegetarisch derzeit eigentliche Reizw\u00f6rter sind: im Nahrungskorb werden zuk\u00fcnftig deutlich weniger Produkte tierischer Herkunft zu finden sein.<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/erfahrungsbericht-papierreduziertes-buero\" title=\"Erfahrungsbericht \u201ePapierreduziertes B\u00fcro\u201c\" target=\"_blank\">Papierreduziertes B\u00fcro<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/auch-die-sbb-betreiben-vorsaetzliche-obsoleszenz\" title=\"Auch die SBB betreiben vors\u00e4tzliche Obsoleszenz\" target=\"_blank\">multifunktionale, langlebige Gadgets<\/a>, Ressourcenstrategien wie &#8222;Von der Wiege zur Wiege&#8220; erfordern ein neues Konsumverhalten, hin auch zu weniger Werbung f\u00fcr nicht wirklich n\u00f6tige Dinge.<\/li>\n<li>&#8230;<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sp\u00e4testens seit der Erd\u00f6lpreiskrise 1973 ist bekannt, dass es fundamentale Aenderungen der Energieversorgung braucht &#8211; so rasch als m\u00f6glich weg von den fossilen Energien. 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