{"id":5442,"date":"2013-09-22T18:11:27","date_gmt":"2013-09-22T16:11:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/?p=5442"},"modified":"2013-09-22T18:11:27","modified_gmt":"2013-09-22T16:11:27","slug":"wohnflaechenanspruch-dran-bleiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wohnflaechenanspruch-dran-bleiben","title":{"rendered":"Wohnfl\u00e4chenanspruch: dran bleiben!"},"content":{"rendered":"<p>Den Wohnfl\u00e4chenanspruch habe ich unter Nachhaltigkeits\u00fcberlegungen bereits mehrfach thematisiert &#8211; unter anderem mit dem Hinweis, dass es (zumindest bis vor einigen Jahren) einen <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/mietzinse-sind-ein-spiegelbild-der-wohnflachenanspruche\" title=\"Mietzinse sind ein Spiegelbild der Wohnfl\u00e4chenanspr\u00fcche\" target=\"_blank\">direkten Zusammenhang zwischen der Zunahme der Wohnfl\u00e4che pro Person und der Mietzinsentwicklung gibt<\/a>. Der Mieter- und Mieterinnenverband Z\u00fcrich hat am 18. September 2013 eine Studie ver\u00f6ffentlicht, der Z\u00fcrcher AL-Gemeinderat Niklaus Scherr hat aus den Studienergebnissen <a href=\"http:\/\/www.mieterverband.ch\/fileadmin\/sktn\/zh\/Dokumente\/0_upload_13\/studieheyer_schlussfolgerungen.pdf\" target=\"_blank\">kritische Schlussfolgerungen<\/a> gezogen. Im Artikel von Koni Loepfe im P.S. vom 19.9.2012 mit dem Titel &#8222;<a href=\"http:\/\/www.pszeitung.ch\/Lesetexte\/psz.33.003.pdf\" target=\"_blank\">Weniger Raum ist \u00f6ko<\/a>&#8220; findet sich eine eher neue Aussage zur Thematik Wohnfl\u00e4che: <em>Viele MieterInnen w\u00fcrden gerne eine kleinere Wohnung zu einem tieferen Preis mieten, wenn sie dies k\u00f6nnten. Neugebaute 4-Zimmerwohnungen mit 85 Quadratmetern f\u00e4nden mit Garantie problemlos MieterInnen<\/em>. <\/p>\n<p><!--more-->  <\/p>\n<p>Der Tagesanzeiger f\u00fchrt das <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/2000-watt-gesellschaft-bashing\" title=\"2000-Watt-Gesellschaft-Bashing\" target=\"_blank\">Bashing der 2000-Watt-Gesellschaft<\/a> weiter: es ist schlicht nicht nachvollziehbar, wie es der Tamedia-Mitarbeitende <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/zuerich\/stadt\/Zuercher-leben-in-zu-grossen-Wohnungen\/story\/28110450\" target=\"_blank\">Peter Aeschlimann<\/a> schafft, aus den Aussagen des Mieter- und MieterInnenverbandes ein Argument zur Abschaffung des 2000-Watt-Gesellschafts-Artikels in der Gemeindeordnung zu basteln. P.S. Die diversen Kommentare zu diesem Artikel sind einmal mehr Beleg daf\u00fcr, wie wichtig es ist, die <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/online-medien-kommentarfunktion-abschaffen\" title=\"Online-Medien: Kommentarfunktion abschaffen\" target=\"_blank\">Online-Kommentarfunktion<\/a> bei solchen Medien abzuschaffen. <\/p>\n<p>Die Aussagen von Niklaus Scherr gehen genau in die andere Richtung. Er h\u00e4lt ins seinen Schlussfolgerungen fest: <em>Bei der Stadt hat im Zug der 2000-Watt-Diskussion bereits ein Umdenken eingesetzt, Neubauten werden mit deutlich geringeren Fla\u0308chenvorgaben geplant und erstellt. Diese Trendwende muss bei den Genossenschaften vermehrt zum Tragen kommen. Wie eine neuere BWO-Studie zeigt, sind dank Fla\u0308chenreduktion auch im privaten Wohnungsbau in Sta\u0308dten wie Zu\u0308rich Neubauwohnungen \u2013 sowohl fu\u0308r Familien wie fu\u0308r Einzelpersonen &#8211; zu einigermassen erschwinglichen Mietpreisen mo\u0308glich.<\/em> Hier der Link zur BWO-Studie <a href=\"http:\/\/www.news.admin.ch\/message\/index.html?lang=de&#038;msg-id=46004\" target=\"_blank\">&#8222;G\u00fcnstiger&#8220; Mietwohnungsbau ist m\u00f6glich<\/a>.<\/p>\n<p>Niklaus Scherr fordert <em>eine umfassende Anaylse der Oeko-Bilanz im Neubau<\/em>. Solche Analysen sind seit langen Jahren Praxis &#8211; bezogen auf die Oeko-Bilanz ist es immer besser, ein Geb\u00e4ude mit einem zu hohen Energieverbrauch umfassend nach den besten Standards zu erneuern oder durch einen <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/abbruch-und-neubau-von-wohnungen-ist-nachhaltig\" title=\"Abbruch und Neubau von Wohnungen ist nachhaltig\" target=\"_blank\">nach den anforderungsreichsten Standards erstellten Ersatzneubau<\/a> zu ersetzen. Da kaum davon auszugehen ist, dass jene Menschen, die eine Neubauwohnung beziehen, in ihrer bisherigen Altbauwohnung deutlich unterschnittlich Wohnfl\u00e4che beansprucht haben, geht die Sanierung von nicht mehr zeitgem\u00e4sser Wohnsatz oder der Ersatz durch sehr gute Neubauten auch \u00f6kologisch durchaus in Ordnung: Dies soll nicht daran hindern, auch bei Neubauten den Wohnfl\u00e4chenanspruch kritisch zu hinterfragen. Es ist zudem darauf hinzuweisen, dass der auch \u00f6kologisch erw\u00fcnschte Trend hin zum teilzeitlichen Home Office zus\u00e4tzliche Anforderungen an den Wohnraum (nicht zwingend an die Wohnfl\u00e4che!) zur Folge hat.<\/p>\n<p>Der Mieter- und Mieterinnenverband sch\u00e4tzt den beachtlichen Boom von Eigentumswohnungen berechtigterweise als negative Entwicklung ein &#8211; Stockwerkeigentum ist die schlimmst m\u00f6gliche Form von Wohnraumbewirtschaftung, weil erhebliche in der Regel fremde Kapitalmengen gebunden werden ohne tats\u00e4chlich auf die Ausgestaltung dieses Wohnraumes Einfluss nehmen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Niklaus Scherr nennt planerische Instrumente zur Steuerung des Wohnfl\u00e4chenanspruchs. Die Wirkung k\u00f6nnte deutlich verbessert werden durch eine vollumf\u00e4nglich an die Haushalte zur\u00fcckerstattete <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wir-brauchen-einen-nachhaltigen-wohnungsmarkt\" title=\"Wir brauchen einen nachhaltigen Wohnungsmarkt!\" target=\"_blank\">stark lenkende Wohnfl\u00e4chenabgabe<\/a>.    <\/p>\n<p>Es ist gerade aus Nachhaltigkeitssicht dringend notwendig, daf\u00fcr zu sorgen, dass bei Ersatzneubauten, beim Verdichten im Bestand und bei umfassenden Erneuerungen von Bestandesgeb\u00e4uden die tendenzielle Verringerung der Wohnfl\u00e4chenanspr\u00fcche ausreichend beachtet wird.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den Wohnfl\u00e4chenanspruch habe ich unter Nachhaltigkeits\u00fcberlegungen bereits mehrfach thematisiert &#8211; unter anderem mit dem Hinweis, dass es (zumindest bis vor einigen Jahren) einen direkten Zusammenhang zwischen der Zunahme der Wohnfl\u00e4che pro Person und der Mietzinsentwicklung gibt. 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