{"id":5238,"date":"2013-05-12T17:46:33","date_gmt":"2013-05-12T15:46:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/?p=5238"},"modified":"2013-05-17T20:35:57","modified_gmt":"2013-05-17T18:35:57","slug":"t-shirt-und-solarstromanlagen-nachhaltiger-konsum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/t-shirt-und-solarstromanlagen-nachhaltiger-konsum","title":{"rendered":"T-Shirt und Solarstromanlagen &#8211; nachhaltiger Konsum"},"content":{"rendered":"<p>Als Folge der Globalisierung und der <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/ist-gunstiger-sinnvoll\" title=\"Ist g\u00fcnstiger sinnvoll?\" target=\"_blank\">&#8222;Geiz ist Geil&#8220;-Mentalit\u00e4t<\/a> werden etwa in Bangladesch Textilien unter unmenschlichen, ausbeuterischen Bedingungen hergestellt. Dies ist nicht erst seit der Brandkatastrophe von Ende April 2013 mit mindestens 800 Toten in einem Produktionsgeb\u00e4ude in Savar, einem Vorort der Hauptstadt Dhaka, bekannt. Die <a href=\"http:\/\/www.cleanclothes.org\/\" target=\"_blank\">Clean Clothes Campaign<\/a> etwa besteht seit 1989. Von der Erkl\u00e4rung von Bern gibt es eine App f\u00fcr &#8222;<a href=\"http:\/\/www.evb.ch\/p25021386.html\" target=\"_blank\">Fair Fashion<\/a>&#8222;.<\/p>\n<p>Auch die Produktion von Solarstromanlagen (genauer der PV-Module) hat sehr viel mit Fair Trade &#8211; und damit Nachhaltigkeit &#8211; zu tun.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Sollen KonsumentInnen nun Textilprodukte aus Bangladesh (und damit auch aus anderen L\u00e4ndern ohne faire Produktionsbedingungen) boykottieren? Die Antwort ist weder ja noch nein. Offensichtlich ist, dass solche Textilprodukte eine gewisse Wertsch\u00f6pfung in den Produktionsl\u00e4ndern zur Folge haben. Allerdings: ein Artikel von Urs P. Gasche in <a href=\"http:\/\/www.infosperber.ch\/Artikel\/Wirtschaft\/Bangladesch-Textilarbeiterinnen-Tote-Ausbeutung-Lohne\" target=\"_blank\">infosperber<\/a> dokumentiert: selbst eine Verdoppelung der L\u00f6hne in Bangladesh w\u00fcrde T-Shirts etc in deutschen L\u00e4den um h\u00f6chstens 10 Prozent verteuern. Als erste Antwort: wenn Textilien ein glaubw\u00fcrdiges Fair Trade-Label tragen, ist es zumindest akzeptabel, solche Kleidungsst\u00fccke aus Bangladesh zu kaufen und zu tragen.<\/p>\n<p>Die zweite Antwort ist etwas komplexer: 75 % des Ladenpreises eines Kleidungsst\u00fcckes machen die Aufw\u00e4ndungen des Detailhandels und der Werbung aus &#8211; &#8222;Dienstleistungen&#8220; also, die im Land der K\u00e4uferInnen erbracht werden &#8211; ganze 14 Prozent entfallen auf die Produktionskosten, w\u00e4hrend Steuern und Transport (dank den l\u00fcgenden Transportkosten= &#8222;nur&#8220; 11 % ausmachen. Damit wird ein zentraler Aspekt der aktuellen Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik erkennbar: wohlhabende Staaten sind vor allem deshalb wohlhabend, weil der gesamte Arbeitszeitaufwand f\u00fcr die produzierende Wirtschaft minimiert und der Dienstleistungsanteil maximiert wird! Wenn mit den Argumenten der Entwicklungspolitik von Boykott von Produkten in Bangladesh abgeraten wird, ist dies eindeutig als nicht-nachhaltige Empfehlung zu betrachten. Denn: die nicht fair behandelten Arbeitskr\u00e4fte in Bangladesh konkurrenzieren mit mindestens ebenso unfair behandelten Arbeitskr\u00e4ften in anderen Billiglohngebieten, sie konkurrenzieren immer h\u00e4ufiger auch mit Produktionsrobotern &#8211; sie konkurrenzieren nicht mit den im Dienstleistungsbereich arbeitenden Menschen in den wohlhabenden L\u00e4ndern! Wohlhabende L\u00e4nder sind in der Regel demokratische Rechtsstaaten mit funktionierenden Institutionen, mit durchgesetzten arbeits- und umweltrechtlichen Vorgaben &#8211; die Frage ist dabei, ob dieser Wohlstand damit zusammenh\u00e4ngt, dass die Menschen, die f\u00fcr die Wohlhabenden produzieren, nicht fair behandelt werden! Dazu kommt &#8211; das gilt sowohl f\u00fcr Bekleidung wie IKT, allenfalls auch f\u00fcr PV-Module: da diese Produkte einen modischen Anteil haben, geh\u00f6rt die geplante Obsoleszenz mit zu den nicht-nachhaltigen Aspekten!    <\/p>\n<p>\u201cDesigned somewhere in Europe or US \u2013 Assembled in an Eco- and Social Dumping Country\u201d &#8211; das gilt f\u00fcr die Textilprodukte genau so wie f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/apple-samsung-und-fotovoltaik\" title=\"Apple, Samsung und Fotovoltaik\" target=\"_blank\">IKT-Produkte und damit auch Photovoltaik-Module<\/a>. Die aktuellen Debatten \u00fcber Anti-Dumping-Z\u00f6lle bei chinesischen PV-Produkten zum Schutz der Reste der deutschen PV-Industrie haben letztlich den gleichen Hintergrund wie die Debatten \u00fcber faire Textilien. Die arge Luftverschmutzung in China, die nachweislich unmenschlichen Arbeitsbedingungen und der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Demokratieindex\" target=\"_blank\">tiefe Demokratieindex<\/a> (2011: 3.14, (=Autorit\u00e4res Regime), Maximalwert f\u00fcr vollst\u00e4ndige Demokratien: 10) f\u00fchren direkt zu tiefen Produktionskosten, was bei \u00d6ko- und Sozialdumping zu erwarten ist. <\/p>\n<p>P.S. Gleichzeitig ist darauf hinzuweisen, dass diese offensichtlichen Dumping-Preise nicht allein ausschlaggebend sind f\u00fcr die Zukunftschancen der deutschen PV-Industrie. Noch im Oktober 2012 hat Thomas Kubr von Capital Dynamics am <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftsnachrichten\/lokale-gedanken-fuer-globale-probleme-1.17710592\" target=\"_blank\">NZZ-\u00abEquity\u00bb Cleantech Day<\/a> im Bereich der erneuerbaren Energien &#8222;<em>lohnende Investments, um auf eine durchschnittliche Rendite von 10% bis 14% zu kommen<\/em>&#8220; gefordert &#8211; das sind Renditen, die im Kleinkreditgesch\u00e4ft als wucherisch (oder eben abzockend) gelten! Zu beachten ist auch der <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/minus-achtzehn\" title=\"Minus achtzehn\" target=\"_blank\">massiv marktverf\u00e4lschende Effekte der kostendeckenden Einspeiseverg\u00fctung KEV, welche Subventionitis-Gelder an falsche Orte fliessen l\u00e4sst<\/a>.<\/p>\n<p>Fazit: Kleider, Computer, Tablets, Smartphones, PV-Module etc aus \u00d6ko- und Sozialdumping-L\u00e4ndern sind akzeptabel, wenn sie ein anerkanntes und unabh\u00e4ngig gepr\u00fcftes Label tragen. An der Suffizienz, an &#8222;<a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/innovation-fur-die-gesellschaft-von-morgen-und-ubermorgen\" title=\"Innovation \u2013 f\u00fcr die Gesellschaft von morgen und \u00fcbermorgen\" target=\"_blank\">All you need is less<\/a>&#8220; f\u00fchrt nichts vorbei &#8211; und dazu braucht es das bedingungslose Grundeinkommen f\u00fcr alle!<\/p>\n<p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Folge der Globalisierung und der &#8222;Geiz ist Geil&#8220;-Mentalit\u00e4t werden etwa in Bangladesch Textilien unter unmenschlichen, ausbeuterischen Bedingungen hergestellt. Dies ist nicht erst seit der Brandkatastrophe von Ende April 2013 mit mindestens 800 Toten in einem Produktionsgeb\u00e4ude in Savar, einem Vorort der Hauptstadt Dhaka, bekannt. Die Clean Clothes Campaign etwa besteht seit 1989. Von der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/t-shirt-und-solarstromanlagen-nachhaltiger-konsum\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eT-Shirt und Solarstromanlagen &#8211; nachhaltiger Konsum\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1,5],"tags":[229,121,99,1006,1324,1171,122,1047,1323,1045,726,1046,727],"class_list":["post-5238","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-politik","tag-bedingungsloses-grundeinkommen-fur-alle","tag-bekleidung","tag-demokratie","tag-demokratie-index","tag-entwicklungspolitik","tag-fair-trade","tag-fairer-handel","tag-label","tag-nachhaltiger-konsum","tag-oko-dumping","tag-okodumping","tag-sozial-dumping","tag-sozialdumping"],"aioseo_notices":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5238","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5238"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5238\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5256,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5238\/revisions\/5256"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5238"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5238"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5238"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}