{"id":5077,"date":"2013-03-10T13:57:18","date_gmt":"2013-03-10T12:57:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/?p=5077"},"modified":"2013-03-10T13:57:18","modified_gmt":"2013-03-10T12:57:18","slug":"bloss-ein-bisschen-chauvinismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/bloss-ein-bisschen-chauvinismus","title":{"rendered":"Bloss ein bisschen Chauvinismus?"},"content":{"rendered":"<p><em>Personen, die jeden Tag mehr als 40 Gramm verarbeitete Fleischprodukte verzehren, haben ein erh\u00f6htes Sterberisiko im Vergleich zu jenen, die weniger als 20 Gramm pro Tag essen.<\/em> Dies die Aussage einer wissenschaftlichen Studie, die unter anderem an der Uni Z\u00fcrich, <a href=\"http:\/\/www.mediadesk.uzh.ch\/articles\/2013\/eine-wurst-ist-zuviel.html\" target=\"_blank\">Institut f\u00fcr Sozial- und Pr\u00e4ventivmedizin<\/a>, erarbeitet wurde. Der Tagesanzeiger schafft es, dieser Studie Aussagen von Metzgern gegen\u00fcberzustellen, bei denen etwa am Beispiel des Grossvaters eines der Metzger (&#8222;<em><a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/zuerich\/stadt\/Wurst-soll-gefaehrlich-sein-Sicuramente-no\/story\/24103966\" target=\"_blank\">Er wurde \u00fcber 90 Jahre alt und war kerngesund.<\/a><\/em>&#8222;) quasi der Gegenbeweis zu dieser Studie angetreten wird. Gerade bei der Ern\u00e4hrung handelt es sich dabei um <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/vernunft-und-auto-rauchen-fleisch-ubergewicht\" title=\"Vernunft und Auto, Rauchen, Fleisch, \u00dcbergewicht \u2026\" target=\"_blank\">eine typische Reaktion von Medien und einem Teil der Gesellschaft<\/a> zu Erkenntnissen, die bisherige Verhaltensweisen und liebgewordene Traditionen in Frage stellen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Auch Forschung hat unterschiedliche Qualit\u00e4ten &#8211; es geh\u00f6rt aber leider immer h\u00e4ufiger dazu, dass Forschungsarbeiten, die die bisherigen Verhaltensweisen und liebgewordenen Traditionen in Frage stellen (das gilt neben Auto, Fleisch, Rauchen, \u00dcbergewicht auch f\u00fcr Studien, die einen Weg weg von Erd\u00f6l und Atomenergie fordern) zuerst von den Medien und dann von den entsprechenden LobbyistInnen ins Abseits gestellt werden.<\/p>\n<p>Exzesse wie das uns\u00e4gliche Geschreibsel der Weltwoche \u00fcber verdiente und anerkannte ProfessorInnen (aus Absicht kein Link) geh\u00f6ren genauso zu diesem Ph\u00e4nomen wie die Geschichte um Nationalrat <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/vp-morgeli-sackgassenpolitik\" title=\"$VP-M\u00f6rgeli: Sackgassenpolitik\" target=\"_blank\">M\u00f6rgeli<\/a> (als neue These: es k\u00f6nnte durchaus auch sein, dass dessen Leistungsbeurteilung an der Uni Z\u00fcrich nach dem voraussichtlichen Schleudertrauma nach einem <a href=\"http:\/\/www.blick.ch\/news\/schweiz\/christoph-moergeli-schwerer-unfall-id9218.html\" target=\"_blank\">Selbstunfall<\/a> etwas anders ausf\u00e4llt als vor dem Unfall &#8211; da es allerdings nach $VP Schleudertraumas gar nicht gibt, muss von M\u00f6rgeli und Co. das Ger\u00fccht der politisch motivierten K\u00fcndigung konstruiert werden).<\/p>\n<p>Fakt ist: die aktuelle Politik, die aktuelle Haltung von Medien und Gesellschaft zur Forschung macht die akademische Karriere f\u00fcr f\u00e4hige Menschen in diesem Land alles andere als attraktiv. Erst ist geradezu absurd, wenn etwa die Economiesuisse behauptet, es g\u00e4be zu viele <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/schweiz\/standard\/Kommt-nun-der-Numerus-clausus-fuer-die-Geisteswissenschaften-\/story\/27460654?track\" target=\"_blank\">Studierende der Geisteswissenschaften<\/a> in diesem Land, aber dann verlangt wird, dass ein Lehrstuhl durch einE SchweizerIn besetzt wird.<\/p>\n<p>Wenn mit Hinweis auf die Personenfreiz\u00fcgigkeit und einer &#8222;Das Boot ist voll&#8220;-Haltung neo-faschistoide Str\u00f6mungen wie <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/ecopop-initiative-ist-fur-ungultig-zu-erklaren\" title=\"ECOPOP-Initiative ist f\u00fcr ung\u00fcltig zu erkl\u00e4ren\" target=\"_blank\">ECOPOP<\/a> immer mehr an Dynamik zunehmen, ist es nicht bloss Chauvinismus, wenn Tamedia eine <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/schweiz\/standard\/Deutsche-Professoren-werden-vor-der-Schweiz-gewarnt-\/story\/14520083\" target=\"_blank\">Kampagne<\/a> gegen die Uni und deren Berufungsverfahren betreibt. Zitat: <em>Der \u00abTages-Anzeiger\u00bb hatte publik gemacht, dass nur deutsche Kandidaten in die engere Auswahl kamen, die zudem kaum mit der Schweizer Medienlandschaft vertraut seien.<\/em> Komplex ist die Schweizerische Medienlandschaft kaum, und auch an der Uni Z\u00fcrich besteht ein akademischer Unterbau, der daf\u00fcr sorgen kann, dass die neue Professorin oder der neue Professor ausreichend schnell (vielleicht braucht es etwas mehr als <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/durfen-sich-auch-bundesratinnen-100-tage-einarbeiten\" title=\"D\u00fcrfen sich auch Bundesr\u00e4tInnen 100 Tage einarbeiten?\" target=\"_blank\">hundert Tage<\/a>) eingearbeitet wird und sich die n\u00f6tigen Kenntnisse \u00fcber die Schweizerische Medienlandschaft erarbeiten kann. Da es ausgerechnet Tamedia ist, welche sich nachweislich am <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/medienqualitat-und-demokratie-ein-dauerjob\" title=\"Medienqualit\u00e4t und Demokratie \u2013 ein Dauerjob\" target=\"_blank\">Abbau der Medienqualit\u00e4t<\/a> beteiligt, d\u00fcrfte dieser Anfall von Chauvinismus einen andern Hintergrund haben: es ist nicht auszuschliessen, dass Tamedia hier eine Professur installieren will, die den Vorstellungen des Tamedia-Konzerns entspricht. Es ist daher h\u00f6chst problematisch, dass die Uni Z\u00fcrich das Berufungsverfahren sistiert hat.   <\/p>\n<p>Landesgrenzen sind selbst dann, wenn sie sich an nat\u00fcrlichen &#8222;Hindernissen&#8220; wie Flussl\u00e4ufen ausrichten, ziemlich willk\u00fcrlich und zudem ver\u00e4nderbar. Es geh\u00f6rt zu den guten Traditionen der Aufkl\u00e4rung, derartige Grenzen nicht als Denkgrenzen zu verstehen. Auch in der Wissenschaft ist das Denken an und ausserhalb der Grenzen zentral. Impulse und Innovationen entstehen h\u00e4ufig dadurch, dass bisherige Verhaltensweisen und liebgewordene Traditionen in Frage gestellt werden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass dies eine individuelle Eigenschaft ist, die nicht vom Passb\u00fcchlein des Individuums abh\u00e4ngig ist. Zu beachten ist zudem: gerade in einem kleinen Land wie der Schweiz haben viele Menschen einen Migrationshintergrund &#8211; s\u00e4mtliche St\u00e4dte in der Schweiz d\u00fcrften mehr &#8222;zugewanderte&#8220; als &#8222;eingeborene BewohnerInnen haben (als Nebenbemerkung: viele der von weit zugewanderten Menschen d\u00fcrften dabei die $VP-Kriterien der &#8222;Swissness&#8220; besser erf\u00fcllen als einige SchweizerInnen, deren <a href=\"http:\/\/www.puentener.org\/Geschichte\/Geschichte.htm\" target=\"_blank\">Familien<\/a> seit Urzeiten in der Schweiz nachweisbar sind. Im Interesse der Wissenschaft sind Anteile von &#8222;Nicht-SchweizerInnen&#8220; auf allen Stufen der Wissenschaft nicht akzeptabel. Es f\u00e4llt zudem immer wieder auf, dass eine beachtliche Zahl von SchweizerInnen im Ausland t\u00e4tig ist, auch im wissenschaftlichen Rahmen. <\/p>\n<p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Personen, die jeden Tag mehr als 40 Gramm verarbeitete Fleischprodukte verzehren, haben ein erh\u00f6htes Sterberisiko im Vergleich zu jenen, die weniger als 20 Gramm pro Tag essen. Dies die Aussage einer wissenschaftlichen Studie, die unter anderem an der Uni Z\u00fcrich, Institut f\u00fcr Sozial- und Pr\u00e4ventivmedizin, erarbeitet wurde. Der Tagesanzeiger schafft es, dieser Studie Aussagen von &hellip; <a href=\"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/bloss-ein-bisschen-chauvinismus\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eBloss ein bisschen Chauvinismus?\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1,5],"tags":[1283,1281,1284,1282,739],"class_list":["post-5077","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-politik","tag-auslanderinnenanteil","tag-chauvinismus","tag-fremdenfeindlichkeit","tag-ohne-grenzen","tag-wissenschaft"],"aioseo_notices":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5077","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5077"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5077\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5080,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5077\/revisions\/5080"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5077"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5077"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5077"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}