{"id":3928,"date":"2012-09-14T22:33:21","date_gmt":"2012-09-14T20:33:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/?p=3928"},"modified":"2012-09-15T12:32:17","modified_gmt":"2012-09-15T10:32:17","slug":"endlos-loops","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/endlos-loops","title":{"rendered":"Endlos-Loops"},"content":{"rendered":"<p>Diesen Blog-Beitrag schreibe ich ganz einfach wegen Google. Und um einmal mehr auf meine Empfehlung &#8222;<a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/energiepolitik-for-dummies\" title=\"Energiepolitik for Dummies\" target=\"_blank\">Energiepolitik for Dummies<\/a>&#8220; hinweisen zu k\u00f6nnen &#8211; nicht ganz unwichtig bei all den Energiewende-H\u00e4lsen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ich habe in meinen Beitr\u00e4gen schon mehrfach auf die <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/held-schwafelt-schon-wieder\" title=\"Held schwafelt schon wieder\" target=\"_blank\">technisch und energiepolitisch verantwortungslosen Aussagen von Professor Hansj\u00fcrg Leibundgut<\/a> hingewiesen, der einseitig auf erneuerbare Energien setzt, statt mit Suffizienz, Effizienz und Konsistenz alle Handlungsfelder der nachhaltigen Entwicklung zu nutzen. Ich k\u00f6nnte der Einfachheit halber z.B. diesen fr\u00fcheren Beitrag &#8222;<a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/nicht-und-fehldenk-professorinnen\" title=\"Nicht- und Fehldenk-ProfessorInnen\" target=\"_blank\">Nicht- und Fehldenk-ProfessorInnen<\/a>&#8220; leicht auffrischen und neu publizieren.<\/p>\n<p>Ich schreibe einen neuen Beitrag &#8211; ganz einfach deshalb, weil Google nach quantitativen Kriterien funktioniert.<\/p>\n<p>ETH-Professor Hansj\u00fcrg Leibundgut findet als vermeintlicher Querdenker und H\u00e4retiker leider leider leider regelm\u00e4ssig Eingang in diverse Medien, auch in die Autoanzeiger-Medien (fr\u00fcher <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/wirtschaft\/unternehmen-und-konjunktur\/Die-Stadt-der-Zukunft\/story\/26419509\" target=\"_blank\">Tagesanzeiger<\/a>), weil die qualitativ immer schlechter werdenden Medien ihre Verkaufszahlen mit Widerspruch zu Physik etc besser aufpolieren k\u00f6nnen als mit Fakten.<\/p>\n<p>Damit die Medien immer wieder berichten, braucht es eine dauernde Steigerung der absurden Botschaften &#8211; der Herr Professor und die Medienschaffenden schaukeln sich gegenseitig hoch. An der Tagung \u00abZukunfts-St\u00e4dte\u00bb der Academia Engelberg gab es offenbar wieder einmal ein bisschen Leibundgut-Realsatire-Cabaret, bestens passend zum aktuellen Backlash in der Energiewende &#8211; die Energiewendeh\u00e4lsInnen sind los.<\/p>\n<p>Professor Hansj\u00fcrg Leibundgut behauptet gem\u00e4ss Auto-Anzeiger: <strong><em>Minergie-H\u00e4user sind h\u00e4sslich.<\/em><\/strong> \u00c4sthetische Aspekte des Bauens sind bekanntlich nicht objektivierbar. Mehrfachmeinungen, wie sie etwa bei Wettbewerben erkennbar werden, sind also erforderlich. In der Stadt Z\u00fcrich gibt es die <a href=\"http:\/\/www.stadt-zuerich.ch\/gute-bauten\" target=\"_blank\">Auszeichnung guter Bauten<\/a>, letztmals im Jahr 2011 verliehen f\u00fcr Bauten, die in den Jahren 2006 bis 2010 realisiert wurden. Bei der Durchsicht dieser Liste fallen auf den ersten Blick zwei Minergie-zertifizierten Bauten auf: die ABZ-Siedlung Wolfswinkel mit den Zertifikatsnummern ZH-1100 bis ZH-1113 und das Schulhaus Leutschenbach mit dem Minergie-Zertifikat ZH-1220. Aus energiepolitischer Sicht w\u00e4re es zwar w\u00fcnschenswert, dass nur Bauten mit Minergie-Zertifikat als gute Bauten ausgezeichnet werden d\u00fcrfen. Aber der Beleg ist erbracht: erstens wurde viele Nicht-Minergie-Bauten, die in dieser Zeit realisiert wurden, NICHT als gute Bauten ausgezeichnet, zweitens ist es trotz oder wegen Minergie m\u00f6glich, gute Bauten zu erstellen. Es best\u00e4tigt sich die seit dreissig Jahren etablierte Erkenntnis, dass die energetische Qualit\u00e4t keinen unmittelbaren Zusammenhang mit den \u00e4sthetischen Aspekten eines Geb\u00e4udes hat. Definitiv eine unqualifizierte Aussage, Herr Professor Hansj\u00fcrg Leibundgut.<\/p>\n<p>Professor Hansj\u00fcrg Leibundgut behauptet gem\u00e4ss Auto-Anzeiger: <strong><em>Die Minergie-H\u00e4user ersticken die Menschen.<\/em><\/strong> Der Artikel l\u00e4sst offen, ob Herr Leibundgut die eigentliche Wortbedeutung von &#8222;ersticken&#8220;, also keine Luft f\u00fcr das Atmen mehr zur Verf\u00fcgung zu haben, oder die \u00fcbertragene Bedeutung im Sinne von &#8222;keinen Platz finden&#8220;, &#8222;verdr\u00e4ngt&#8220; werden meint. Eine herausragende Luftqualit\u00e4t in Innenr\u00e4umen ist eines der Markenzeichen von Minergie, dieses Ersticken kann also nicht gemeint sein &#8211; wie schon das Beispiel oben mit der Auszeichnung guter Bauten zeigt, gibt es keine relevanten Unterschiede in der r\u00e4umlichen Wirkung unterschiedlicher Bauten, die sich aus den energetischen Aspekten ergeben w\u00fcrden. Herr Professor Hansj\u00fcrg Leibundgut, wohlwollend betrachtet ist diese Aussage  provokative Ungenauigkeit.<\/p>\n<p>Professor Hansj\u00fcrg Leibundgut behauptet gem\u00e4ss Auto-Anzeiger: <strong><em>Minergie-H\u00e4user verbrauchen zu viel graue Energie, also Energie, die zum Bau und Unterhalt von Systemen verbraucht wird.<\/em><\/strong> Schon deutlich vor den Zeiten des SIA Effizienzpfades Energie haben sich vorausschauende Fachleute mit den Fragen der grauen Energie und Treibhausgase besch\u00e4ftigt. Eine der zentralen Erkenntnisse: aus Gesamtsicht bez\u00fcglich Energie und Treibhausgase f\u00fcr Erstellung (dazu geh\u00f6ren Erneuerung und Unterhalt) und Betrieb sind Ersatzneubau und umfassende Erneuerung nach bestverf\u00fcgbarem Standard in etwa gleichwertig, aber vorteilhafter als jede andere L\u00f6sung (eine dieser anderen L\u00f6sungen ist der Leibundgut-Ansatz mit ausschliesslicher Beschr\u00e4nkung auf erneuerbare Energien). Auch hier liegt Herr Professor Hansj\u00fcrg Leibundgut mit seinen \u00c4usserungen v\u00f6llig neben der Realit\u00e4t.<\/p>\n<p>&#8222;Dichten und D\u00e4mmen&#8220; (mit Dichten ist nicht Poesie gemeint) sind wichtige Aspekte des heutigen Bauens, das ist so. Als ein Zeichen daf\u00fcr, dass auch beim Bauen, sei es f\u00fcr Wohn- oder andere Zwecke, mehrdimensionale L\u00f6sungen bez\u00fcglich Nachhaltigkeit, damit auch unter \u00f6konomischer Sicht, vorteilhaft sind. Suffizienz (<a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wie-viel-wohnraum-zu-welchem-preis\" title=\"Wie viel Wohnraum zu welchem Preis?\">zum Beispiel weniger umbaute Fl\u00e4che pro Person<\/a>), Effizienz und Konsistenz wirken zusammen nachweislich nachhaltiger als auf den Einsatz erneuerbarer Energien beschr\u00e4nkte Ans\u00e4tze.<\/p>\n<p>&#8222;Dichten und D\u00e4mmen&#8220; steht auch daf\u00fcr, dass dem thermischen Raumkomfort und der Verhinderung von Bausch\u00e4den eine hohe Bedeutung zukommt &#8211; ein angenehmes, der Jahreszeit angepasstes Raumklima tr\u00e4gt erheblich zum Wohlbefinden bei.<\/p>\n<p>Mediengeile ProfessorInnen, die sich nur mit quer zu den Fakten liegen Behauptungen profilieren k\u00f6nnen, haben leider eine negative Wirkung: sie schaffen es, die \u00d6ffentlichkeit zu verunsichern wegen des &#8222;Galieo Galilei&#8220;-Effekts. Dies f\u00fchrt dazu, dass die Mehrheit der AkteurInnen lieber nichts tut als sich f\u00fcr eine der gegens\u00e4tzlichen Positionen entscheiden zu m\u00fcssen. Deshalb meine Empfehlung <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/energiepolitik-for-dummies\" title=\"Energiepolitik for Dummies\" target=\"_blank\"><strong>Energiepolitik for Dummies<\/strong><\/a>.    <\/p>\n<hr>\n<p>&#8222;Konsistenz&#8220; &#8211; eines der Nachhaltigkeitshandlungsfelder &#8211; umfasst zwingend die Nutzung der erneuerbaren Energien. Da zwar die Sonne gratis scheint, die Nutzung der Sonnenenergie sowohl mit Kosten als auch mit sozialen und \u00f6kologischen Auswirkungen verbunden ist, muss auch die Nutzung erneuerbarer Energien zwingend nachhaltig sein. Dies erfordert folgerichtig, dass die mit Energien aus erneuerbaren Quellen abgedeckte Bed\u00fcrfnisse den Nachhaltigkeits-Vorgaben Suffizienz und Effizienz zu entsprechen haben. Solange Professor Hansj\u00fcrg Leibundgut bei seinen bisherigen Theorien zur Konstruktionsweise und zur energetischen Qualit\u00e4t von Bauten bleibt, ist von Nicht-Nachhaltigkeit auszugehen, unabh\u00e4ngig davon, wie viel erneuerbare Energien genutzt werden. <\/p>\n<p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diesen Blog-Beitrag schreibe ich ganz einfach wegen Google. 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