{"id":317,"date":"2009-10-01T18:00:41","date_gmt":"2009-10-01T17:00:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/?p=317"},"modified":"2011-08-29T22:26:36","modified_gmt":"2011-08-29T20:26:36","slug":"glauben-oder-das-leben-geniessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/glauben-oder-das-leben-geniessen","title":{"rendered":"Glauben oder das Leben geniessen?"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.atheistcampaign.org\/\" target=\"_blank\">There\u2019s probably no God. Now stop worrying and enjoy your life.<\/a><\/strong> Dieser Satz soll demn\u00e4chst auf Anregung der Autorin und Journalistin <a href=\"http:\/\/www.arianesherine.com\/\" target=\"_blank\">Ariane Sherine<\/a> als Buswerbung in den Londoner Strassen unterwegs sein. Ist das im Satz angesprochene Gegensatzpaar &#8222;Glauben&#8220; oder &#8222;das Leben geniessen&#8220; aus menschlicher Sicht \u00fcberhaupt zu verantworten?<!--more--><\/p>\n<p>In allen Kulturen gilt mit oder ohne religi\u00f6sen Bezug die &#8222;goldene Regel der Ethik&#8220;, in der Bibel enthalten mit den Worten &#8222;<strong>Was du selber nicht erleiden m\u00f6chtest, das f\u00fcge auch keinem anderen zu.<\/strong>&#8222;, auch anklingend in der Formulierung von Immanuel Kant als Imperativ: <strong>Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.<\/strong> In der Bibel folgt auf die goldene Regel in einem der n\u00e4chsten S\u00e4tze auch ein Anwendungsrezept: <em>Wenn Du etwas \u00fcbrig hast, dann tu anderen Gutes und mach kein saures Gesicht dabei.<\/em><\/p>\n<p>Die Erde als Lebensraum von Gl\u00e4ubigen und Nicht-Gl\u00e4ubigen ist nun mal ein begrenzter Raum &#8211; illustriert mit <a href=\"http:\/\/www.neotopia.ch\/\" target=\"_blank\">Neotopia<\/a> oder dem <a href=\"http:\/\/www.footprint.ch\" target=\"_blank\">\u00f6kologischen Fussabdruck<\/a>. Das heisst: ob mit oder ohne Gott, das Leben kann und soll genossen werden &#8211; aber mit An- und Verstand! Der \u00fcberm\u00e4ssige Konsumismus-Lifestyle in Teilen von Europa und Nordamerika hat direkte Auswirkungen auf die M\u00f6glichkeiten von Menschen in anderen Weltgegenden (und zu sp\u00e4teren Zeiten), das Leben zu geniessen. <\/p>\n<p>Gl\u00e4ubige und Nicht-Gl\u00e4ubige brauchen gemeinsame Werte, wenn sie das Leben geniessen wollen, dies aber auch anderen Menschen, sowohl \u00f6rtlich wie zeitlich, aus \u00dcberzeugung und mit einem L\u00e4cheln, also ohne saures Gesicht, zukommen lassen wollen. Eine solche gemeinsame Basis stellt der von Hans K\u00fcng propagierte <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/ein-versohnlicher-prasident-eine-versohnliche-prasidentin\/\" target=\"_blank\">Weltethos<\/a> dar. <\/p>\n<p>&#8222;Yes, we can &#8211; ja, wir k\u00f6nnen es&#8220; sagte der neue amerikanische Pr\u00e4sident Barack Obama in seiner ersten Rede nach der Wahl, eine Rede, die in die Geschichtsb\u00fccher eingehen d\u00fcrfte &#8211; Zitat daraus: &#8222;<em>Zwei Kriege, ein Planet in Gefahr, die schlimmste Finanzkrise in einem Jahrhundert. &#8230; Die Strasse vor uns ist lang, der Weg wird steil. Wir werden unser Ziel vielleicht nicht in einem Jahr oder vielleicht nicht mal in einer Amtsperiode erreichen. Aber, Amerika, ich war noch nie so hoffnungsvoll wie heute Nacht, dass wir es schaffen. Ich verspreche, dass wir als Volk dorthin kommen werden.<\/em>&#8220; Der geplante Busspruch der Londoner AtheistInnen &#8222;Da ist wahrscheinlich kein Gott. Also sorg Dich nicht. Geniess das Leben!&#8220; ist aus dieser Sicht schlicht verantwortungslos und unzeitgem\u00e4ss &#8211; erstaunlich, dass ausgerechnet die englischen Humanisten auf diesen Spruch abfahren, weil sich die hedonistische Grundhaltung des Spruchs kaum mit den humanistischen Vorstellungen vereinbaren l\u00e4sst.  <\/p>\n<hr \/>\n<p>Nachtrag 17.2.09<\/p>\n<p>Jetzt ist der hedonistische Sauglattismus der Londoner HumanistInnen auch in der <a href=\"http:\/\/geniess-das-leben.ch\/\" target=\"_blank\">Schweiz<\/a> angekommen &#8211; &#8222;<a href=\"http:\/\/www.freidenker.ch\/\" target=\"_blank\">frei denken<\/a>&#8220; als ethische Beliebigkeit, nach dem Motto &#8222;fast alles ist erlaubt&#8220;?<\/p>\n<hr \/>\n<p>Nachtrag 1.10.09<\/p>\n<p>Nein, verbieten muss man ein solches Plakat nicht, wie dies in <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/schweiz\/standard\/Da-ist-wahrscheinlich-kein-Gott-Zug-verbietet-umstrittene-Plakate\/story\/30834293\" target=\"_blank\">Zug<\/a> getan wird &#8211; eine derartige Kultivierung des Hedonismus entlarvt sich von selbst! <\/p>\n<p>Im \u00fcbrigen: Es k\u00f6nnte auch heissen &#8222;<strong>Da ist wahrscheinlich eine Gottin. Also sorg Dich nicht. Geniess das Leben!<\/strong>&#8220;<\/p>\n<hr \/>\n<p>1. Version 8.11.2008<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>There\u2019s probably no God. Now stop worrying and enjoy your life. Dieser Satz soll demn\u00e4chst auf Anregung der Autorin und Journalistin Ariane Sherine als Buswerbung in den Londoner Strassen unterwegs sein. Ist das im Satz angesprochene Gegensatzpaar &#8222;Glauben&#8220; oder &#8222;das Leben geniessen&#8220; aus menschlicher Sicht \u00fcberhaupt zu verantworten?<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[258,262,253,260,259,261,263,252],"class_list":["post-317","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-ariane-sherine","tag-atheismus","tag-barack-obama","tag-genuss","tag-glauben","tag-hedonismus","tag-okologischer-fussabdruck","tag-weltethos"],"aioseo_notices":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/317","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=317"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/317\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3085,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/317\/revisions\/3085"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=317"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=317"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=317"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}