{"id":3160,"date":"2011-10-16T00:01:01","date_gmt":"2011-10-15T22:01:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/?p=3160"},"modified":"2012-12-27T18:23:21","modified_gmt":"2012-12-27T17:23:21","slug":"bad11-food","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/bad11-food","title":{"rendered":"#BAD11: &#8222;Food&#8220; &#8211; zu viel, zu wenig"},"content":{"rendered":"<table>\n<tr>\n<td><a href=\"http:\/\/www.blogactionday.org\" target=\"_blank\">Blog Action Day OCT 16 2011<\/a><\/td>\n<td>16. Oktober 2011: Weltern\u00e4hrungstag oder Welthungertag  der UNO-Ern\u00e4hrungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO, von dieser als <a href=\"http:\/\/www.fao.org\/getinvolved\/worldfoodday\/en\/\" target=\"_blank\">World Food Day<\/a> bezeichnet. Dass dieser Tag in der deutschen Sprache zwei Bezeichnungen hat, illustriert das globale Ungleichgewicht in der Lebensmittelverteilung &#8211; dies nimmt mein Beitrag zum Blog Action Day 2011 &#8222;Food&#8220; auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Bei einem Pro-Person-Einkommen von etwas mehr als 46&#8217;000 Franken (Jahr 2008) gab der durchschnittliche Schweizer, die durchschnittliche Schweizerin rund 10 % f\u00fcr Lebensmittel (ohne Alkohol und Tabak) aus &#8211; bei einem sehr breiten Angebot wirken sich auch kr\u00e4ftige Bewegungen der Lebensmittelpreise nicht sehr ausgepr\u00e4gt auf die Lebenshaltungskosten aus.<\/p>\n<p>Die Preise f\u00fcr viele Lebensmittel sind Weltmarktpreise, auch wenn dank Selbstversorgung und lokalen Spezialit\u00e4ten nicht s\u00e4mtliche Nahrungsmittel zwingend auf dem Weltmarkt gehandelt werden. Offensichtlich ist: je tiefer das Pro-Person-Einkommen, desto h\u00f6her der Anteil der Lebensmittel an den Haushaltausgaben! Preisausschl\u00e4ge haben in einer solchen Situation viel deutlichere Auswirkungen auf die Haushalte. <\/p>\n<p>Hunger ist in den meisten F\u00e4llen nicht eine Folge von global betrachtet zu wenig Nahrungsmitteln, sondern des f\u00fcr viele KonsumentInnen \u00fcberm\u00e4ssigen Preises, und allenfalls der lokalen Verf\u00fcgbarkeit, zum Beispiel wegen Katastrophen oder Kriegen. <\/p>\n<p>Als Schlussfolgerung: Solange ein Mensch auf dieser Erde unfreiwillig hungert, kann nicht von einer nachhaltigen Nahrungsversorgung gesprochen werden &#8211; und so lange ist leider der Welthungertag als weltweiter Gedenk- und Aktionstag zwingend.<\/p>\n<p>In der Schweiz braucht ein Konsument\/eine KonsumentIn rund 50 mal mehr Energiedienstleistungen, z.B. aus Strom, Heiz\u00f6l, Benzin, Diesel, Erdgas, als durch die Nahrung aufgenommen wird (9200 kJ Nahrungsenergie &#8211; 5000 Watt mittlere Prim\u00e4renergie-Dauerleistung pro Person). Im globalen Mittel braucht Mensch rund 20 mal Energie f\u00fcr &#8222;Dienstleistungen&#8220; (W\u00e4rme, Warmwasser, Licht, &#8230;) als f\u00fcr die Nahrungsenergie; selbst in den \u00e4rmsten L\u00e4ndern der Erde ist das Zahlen-Verh\u00e4ltnis Energie zu Nahrung bei etwa f\u00fcnf. Dies heisst aber: wenn prinzipiell f\u00fcr die Ern\u00e4hrung geeignete Landwirtschaftsprodukte f\u00fcr die Energiebereitstellung verwendet wird, hat dies insbesondere in den \u00e4rmeren L\u00e4ndern erhebliche Auswirkungen. Dies gilt in eingeschr\u00e4nkter Form auch f\u00fcr Landwirtschaftsfl\u00e4chen, die statt f\u00fcr die Nahrungsmittelproduktion f\u00fcr Energierohstoffe Verwendung finden. Denn: es f\u00fchrt nichts daran vorbei, dass der <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/das-vieh-die-computer-die-autos-der-oko-grossfusse-fressen-das-brot-der-armen\" target=\"_blank\">\u00fcberm\u00e4ssige \u00f6kologische Fussabdruck der Reichen<\/a> die Ern\u00e4hrungssituation der Armen beeintr\u00e4chtigt!     <\/p>\n<p>Das Zuviel an Nahrungsenergie in den reichen L\u00e4ndern ist ein Fakt &#8211; und hat unter anderem damit zu tun, dass der menschliche Metabolismus immer noch auf die <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/hintergrund\/wissenschaft\/fett__und_nuetzlich_1.12903814.html\" target=\"_blank\">Bed\u00fcrfnisse der steinzeitlichen J\u00e4gerInnen- und SammlerInnen-Gesellschaft<\/a> ausgerichtet ist. Der Umgang mit dem \u00dcbergewicht in der aktuellen Dienstleistungsgesellschaft mit ihrer relativen Bewegungsarmut ist ein Aspekt davon &#8211; dass <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/von-der-datenbank-des-nutzlosen-wissens-zum-okologischen-handlungsauftrag\" target=\"_blank\">zu viele Lebensmittel weggeworfen<\/a> werden, viele davon uneingeschr\u00e4nkt konsumierbar, ist eine <a href=\"http:\/\/www.oeko.de\/1180\" target=\"_blank\">erschreckende Tatsache<\/a>.  <\/p>\n<p>Nur kurz sei auf den zu hohen Fleischanteil in der Ern\u00e4hrung der Menschen in den \u00d6ko-Grossfuss-L\u00e4ndern hingewiesen &#8211; der Aufruf zum gelegentlichen Vegitag l\u00f6st nach wie vor kr\u00e4ftige Emotionen aus (<a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/alles-behaupti-cheib-und-nud-bewiisi-siech\" target=\"_blank\">\u201cVorschreiben einer Lebensweise\u201d, \u201cweitere Umerziehungsaktionen\u201d<\/a>). Zu beachten dabei: <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/gesucht-teilzeit-vegis\" target=\"_blank\">nicht nur Fleisch, sondern auch Milchprodukte sind mit Zur\u00fcckhaltung zu konsumieren<\/a>!  <\/p>\n<p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Blog Action Day OCT 16 2011 16. Oktober 2011: Weltern\u00e4hrungstag oder Welthungertag der UNO-Ern\u00e4hrungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO, von dieser als World Food Day bezeichnet. 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