{"id":307,"date":"2009-05-18T18:00:05","date_gmt":"2009-05-18T17:00:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/?p=307"},"modified":"2011-09-04T22:28:09","modified_gmt":"2011-09-04T20:28:09","slug":"nein-zu-einer-weiteren-%e2%80%9erosengartenstrasse%e2%80%9c-mitten-durch-das-wohnquartier-friesenberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/nein-zu-einer-weiteren-%e2%80%9erosengartenstrasse%e2%80%9c-mitten-durch-das-wohnquartier-friesenberg","title":{"rendered":"Nein zu einer weiteren \u201eRosengartenstrasse\u201c mitten durch das Wohnquartier Friesenberg"},"content":{"rendered":"<p>L\u00e4rm, insbesondere Strassenverkehrsl\u00e4rm, stellt eine erhebliche Einschr\u00e4nkung der Lebensqualit\u00e4t in Wohnquartieren dar. Der Stadtrat von Z\u00fcrich will in der Gartenstadt Friesenberg die Schweighofstrasse massiv ausbauen und mit einigen symbolischen L\u00e4rmschutz-W\u00e4ndchen versehen, die nur einen geringen Teil der \u00fcberm\u00e4ssig bel\u00e4rmten R\u00e4ume zu sch\u00fctzen verm\u00f6gen. Dadurch wird die L\u00e4rmachse Schweighofstrasse betont und die trennende Schneisenwirkung der Strasse verst\u00e4rkt. Auch der Regierungsrat best\u00e4tigt diesen stadtr\u00e4tlichen Kniefall vor der Autolobby und lehnt die Forderungen nach einem verbesserten L\u00e4rmschutz ab. Damit werden zentrale Anliegen des Umwelt- und Gesundheitsschutzes missachtet.<!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>Eigentlich m\u00fcssten seit mehreren Jahren die gesetzlich vorgegebenen maximalen L\u00e4rmbelastungen eingehalten werden. Die Beh\u00f6rden haben sich bis anhin vor allem damit hervorgetan, die Fristen dauernd herauszuschieben und \u201eErleichterungsantr\u00e4ge\u201c, d.h. Abschw\u00e4chungen der L\u00e4rmschutzanforderungen, zu formulieren. L\u00e4rmschutz sollte allerdings nicht die L\u00e4rmverursacherInnen sch\u00fctzen, sondern den bel\u00e4rmten Menschen wieder Ruhe verschaffen.<\/p>\n<p>Eine durch ein grosses Wohnquartier f\u00fchrende Strasse m\u00fcsste nach den Vorgaben des kantonalen Amtes f\u00fcr Raumplanung und Vermessung als Ortsdurchfahrt und nicht als L\u00e4rmschneise gestaltet werden \u2013 im Friesenberg-Quartier wohnen mehr Menschen als in den meisten D\u00f6rfern im Kanton Z\u00fcrich. Ebenso muss nach den Vorgaben der eidgen\u00f6ssischen L\u00e4rmschutzgesetzgebung der L\u00e4rm an der Quelle vermindert werden, also beispielsweise durch Temporeduktionen oder eine Verminderung der Verkehrsmenge auf ein quartiervertr\u00e4gliches Mass. Die Beh\u00f6rden von Stadt und Kanton sind offenbar weder willens noch f\u00e4hig, ernsthafte und glaubw\u00fcrdige L\u00e4rmschutzmassnahmen zu realisieren.<\/p>\n<p>Private Rekurse gegen das Strassenausbauvorhaben mit weiterhin \u00fcberm\u00e4ssigen L\u00e4rmbelastungen f\u00fcr das Wohnquartier wurden mit fadenscheinigen formalen Argumenten abgewiesen. Um die Anwendung der demokratisch festgelegten Rechtsmittel zu verg\u00e4llen, haben sowohl Stadtrat wie Regierungsrat Geb\u00fchren auferlegt, die als eigentliche Bussen bezeichnet werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Offenbar hat dieser Staat nur noch den Zweck, Milliard\u00e4ren ihre ungerechtfertigten Boni zu garantieren, ist aber nicht in der Lage, in einem bedeutenden st\u00e4dtischen Wohnquartier mit einem hohen Anteil an genossenschaftlichen Wohnungen die Lebensqualit\u00e4t zu gew\u00e4hrleisten. Nach der durch den Stadtrat mitzuverantwortenden Schliessung der Quartierbibliothek Heuried will die Stadtregierung die Lebensqualit\u00e4t durch den Strassenausbau im Friesenberg offenbar nochmals vermindern!<\/p>\n<p>Zu r\u00fcgen ist dabei insbesondere auch die Familienheim-Genossenschaft FGZ, welche das Friesenbergquartier massgeblich pr\u00e4gt: ihr ist offenbar die einvernehmliche Zusammenarbeit mit den in Sachen L\u00e4rmschutz nicht gerade vorbildlichen Beh\u00f6rden wichtiger als ein Engagement f\u00fcr mehr Lebensqualit\u00e4t im Quartier zugunsten der GenossenschafterInnen.<\/p>\n<p>Weil die von Stadtrat und Regierungsrat auferlegten Bussengeb\u00fchren f\u00fcr die Benutzung der im Strassengesetz vorgesehenen Rechtsmittel die zumutbare H\u00f6he bereits massiv \u00fcberschreiten und die ausschliesslich formalen Argumente, die zur Abweisung der Rekurse f\u00fchrten, bei einem Weiterzug kein Mehr an L\u00e4rmschutz erwarten lassen, wird auf die Fortf\u00fchrung der Rechtsmittel verzichtet. Allerdings bleibt eine erhebliche Frustration zur\u00fcck, dass die Beh\u00f6rden von Stadt und Kanton das pers\u00f6nliche Engagement zugunsten ideeler Werte wie dem Ruhebed\u00fcrfnis geradezu bestrafen und sich dabei gleichzeitig vor der Realisierung ernsthafter L\u00e4rmschutzmassnahmen zur\u00fcckschrecken.<\/p>\n<p>Es ist zu hoffen, dass der rot-gr\u00fcne Stadtrat von Z\u00fcrich endlich die erheblichen negativen Folgen des Strassenl\u00e4rms sowohl in gesundheitlicher, \u00f6kologischer und volkswirtschaftlicher Hinsicht anerkennt und zuk\u00fcnftig Projekte ausarbeiten l\u00e4sst, die in erster Priorit\u00e4t eine Verminderung der L\u00e4rmbelastung bewirken, statt neue L\u00e4rmachsen in Stil der als \u00c4rgernis anerkannten \u201eRosengartenstrasse\u201c zu schaffen.<\/p>\n<p><strong>Eine nachhaltige Stadt ist zwingend eine Stadt mit weniger (Strassenverkehrs-)L\u00e4rm!<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p>Nachtrag 18. Mai 2009<\/p>\n<p>&#8222;<em>\u00dcber 1,3 Mio. Menschen in der Schweiz sind sch\u00e4dlichem L\u00e4rm ausgesetzt<\/em>&#8220; titelt am 18.5.09 das Bundesamt f\u00fcr Umwelt BAFU. 16 % der Bev\u00f6lkerung sind dies. Und als weiteres Zitat aus der <a href=\"http:\/\/www.bafu.admin.ch\/aktuell\/medieninformation\/00004\/index.html?lang=de&#038;msg-id=26942\" target=\"_blank\">BAFU-Medienmitteilung<\/a>: &#8222;<em>Besonders stark betroffen vom L\u00e4rm sind St\u00e4dte und Agglomerationen: Hier leben 85 % der am Tag von sch\u00e4dlichem oder l\u00e4stigem Strassenverkehrsl\u00e4rm betroffenen Personen.<\/em>&#8220;  Und genau diese Menschen l\u00e4sst der Stadtrat von Z\u00fcrich in Stich, lassen die Z\u00fcrcher Regierungsr\u00e4te im Stich, wenn sie Projekte f\u00fcr neue Strassen- und L\u00e4rmschneisen durch die Stadt Z\u00fcrich genehmigen, siehe das Beispiel Schweighofstrasse. Es braucht endlich nicht nur L\u00e4rmschutzw\u00e4nde und Erleichterungsantr\u00e4ge, sondern Massnahmen an den L\u00e4rmquellen &#8211; im Bereich Strassenverkehr die wichtigste: weniger und langsamere Autos!    <\/p>\n<p>Erste Fassung 6.11.2008 <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>L\u00e4rm, insbesondere Strassenverkehrsl\u00e4rm, stellt eine erhebliche Einschr\u00e4nkung der Lebensqualit\u00e4t in Wohnquartieren dar. Der Stadtrat von Z\u00fcrich will in der Gartenstadt Friesenberg die Schweighofstrasse massiv ausbauen und mit einigen symbolischen L\u00e4rmschutz-W\u00e4ndchen versehen, die nur einen geringen Teil der \u00fcberm\u00e4ssig bel\u00e4rmten R\u00e4ume zu sch\u00fctzen verm\u00f6gen. 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