{"id":3045,"date":"2011-08-09T00:18:58","date_gmt":"2011-08-08T22:18:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/?p=3045"},"modified":"2011-08-09T00:28:15","modified_gmt":"2011-08-08T22:28:15","slug":"finanzwirtschaft-in-der-krise-ein-weiterer-hinweis-auf-die-globale-nicht-nachhaltigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/finanzwirtschaft-in-der-krise-ein-weiterer-hinweis-auf-die-globale-nicht-nachhaltigkeit","title":{"rendered":"Finanzwirtschaft in der Krise &#8211; ein weiterer Hinweis auf die globale Nicht-Nachhaltigkeit"},"content":{"rendered":"<p>Die Finanzwirtschaft, getrieben durch die Gier der bereits Reichen, sorgt wieder einmal f\u00fcr mehr Schlagzeilen als die f\u00fcr das Wohlergehen der Menschheit relevanten Fragestellungen. Einmal mehr: sobald sich die Finanzwirtschaft als eigenst\u00e4ndiger Wirtschaftssektor versteht und nicht als Dienstleistungssektor, welcher den Geldfluss in einer arbeitsteiligen Wirtschaft abwickelt, handelt es sich dabei um ein Gl\u00fccksspiel.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Ganz zu Beginn: wer jetzt schon aufst\u00f6hnt und wegen der Verwendung des Begriffs &#8222;Gier&#8220; von einer Neidhaltung spricht, verl\u00e4sst diese Seite am besten sofort wieder. <\/p>\n<p>Ziel der Gesellschaftspolitik muss zwingend eine nachhaltige Entwicklung sein. Die Menschheit als ganzes ist weiter von diesem Zustand entfernt als je, obwohl es in einigen ganz wenigen Bereichen erfreuliche Verbesserungen zu verzeichnen gilt. S\u00e4mtliche Konflikte dieser Erde &#8211; von den Gewaltexzessen in Afganistan, Irak, Sudan bis zu den pseudodemokratischen Auseinandersetzungen in den USA zur Finanzierung des Staatshaushaltes &#8211; darin inbegriffen auch die &#8222;lokalen&#8220; Konflikte mit massiven Menschenrechtsverletzungen &#8211; sind urs\u00e4chlich immer Auseinandersetzungen um endliche, das heisst begrenzte Ressourcen\/Rohstoffe (Stichwort z.B. &#8222;Krieg um \u00d6l&#8220;). Letztlich geht es darum, dass diese begrenzten Rohstoffe ungerecht verteilt sind &#8211; und h\u00e4ufig Mensch gemachte erhebliche Folgen f\u00fcr das Wohlergehen der Menschheit haben (Stichworte Mensch gemachter Klimawandel, Tschernobyl, Fukushima).<\/p>\n<p>Konjunkturelle Schwankungen sind seit Urzeiten zwingend erforderliche Z\u00e4suren &#8211; gerade in einer wettbewerblichen Gesellschaft sind GewinnerInnen und VerliererInnen gewollt. Das \u00f6konomische System ist also vors\u00e4tzlich nicht nachhaltig. Weil das Ellbogenprinzip zur Wirtschaft geh\u00f6rt, sind zudem alle im Vorteil, die Ethik und Moral bei ihren wirtschaftlich relevanten Entscheiden nicht ber\u00fccksichtigen. Ganz klar: die riesigen privaten Verm\u00f6gen &#8211; von Bill Gates \u00fcber Christoph Blocher bis Roger Federer &#8211; sind mit keiner Begr\u00fcndung zu rechtfertigen!<\/p>\n<p>Die Globalisierung in Verbindung mit der Finanzwirtschaft f\u00fchrt dazu, dass die Volkswirtschaften immer st\u00e4rker gegenseitig verh\u00e4ngt sind &#8211; die Besorgtheit der chinesischen Diktatoren um die in den USA angelegten Mittel hat nichts mit volkswirtschaftlichen Ueberlegungen zu tun, sondern schlicht mit betriebswirtschaftlichen, also buchhalterischen Sorgen, handelt es sich doch bei den chinesischen Milliarden in US-Anleihen um die Gelder, die der chinesische Staat daf\u00fcr verwenden sollte, das Wohlergehen der chinesischen Bev\u00f6lkerung zu steigern, zum Beispiel durch die Gew\u00e4hrung der selbstverst\u00e4ndlichen Menschenrechte. Es kann nicht als nachhaltig bezeichnet werden, dass der chinesische Staat Konsumg\u00fcter f\u00fcr andere Volkswirtschaften zu \u00f6kologischen, \u00f6konomischen und sozialen Dumpingkonditionen produzieren l\u00e4sst &#8211; und mit den Ertr\u00e4gen die finanzpolitische Stabilit\u00e4t anderer Volkswirtschaften untergr\u00e4bt.<\/p>\n<p>Versch\u00e4rfend kommt dazu, dass die gierigen Reichen von Blocher \u00fcber Berlusconi und die Tea-Party bis zu den Medien-Milliard\u00e4ren die Demokratie ad absurdum f\u00fchren und sich die erforderlichen Mehrheiten in Parlamenten und bei Volksabstimmungen zusammenkaufen. Neben den populistischen Ans\u00e4tzen wie etwa Brot und Spiele kommt dazu, dass durch diese ManipulatorInnen wissenschaftliche Erkenntnisse durch willk\u00fcrliche Banaltheorien ersetzt werden, die weder der Logik noch dem gesunden Menschenverstand gen\u00fcgen (obwohl gerade dieser Menschenverstand immer wieder bem\u00fcht wird). Als Grundregel kann in der Schweiz davon ausgegangen werden, dass die \u00f6konomischen Empfehlungen etwa von $VP und FDP in erster Linie den zechprellerischen Anspr\u00fcchen der Superreichen entsprechen! Steuersenkungen und eine Reduktion der staatlichen Aktivit\u00e4ten sind so ziemlich das d\u00fcmmste Rezept gegen die Finanzkrise. Wer zudem Familien-, Unternehmens- und Staatshaushalte gleichsetzt, ist so oder so nixht ernst zu nehmen. Ausgeglichene staatliche Haushalte sind zwar zwingend erforderlich, aber nicht durch eine Reduktion der staatlichen Aufgaben, sondern durch zus\u00e4tzliche, der wirtschaftlichen Leistungsf\u00e4higkeit der Steuerzahlenden (= stark progressive Belastung) entsprechende Steuereinnahmen!<\/p>\n<p>Der Hunger der reichen Volkswirtschaften nach den endlichen Ressourcen f\u00fchrte und f\u00fchrt zu einer nie gekannten Anwendung milit\u00e4rischer Gewalt. Insbesondere die USA spielt die Rolle der Weltpolizei mit absurder Brutalit\u00e4t &#8211; schlechtest m\u00f6gliche Propaganda f\u00fcr die Weiterentwicklung der Demokratien und der Menschenrechte. Demokratische Staaten d\u00fcrfen von ihrer eigenen Bev\u00f6lkerung nie den Bluteinsatz verlangen, den die j\u00fcngsten &#8222;Weltpolizeieins\u00e4tze&#8220; erfordern. H\u00e4ufig geht zudem vergessen, dass diese Gewaltt\u00e4tigkeit zwar das BIP ankurbelt, aber ohne jeglichen Wohlstandszugewinn. Die aktuellen Verluste der Finanzwirtschaft dienen auch dazu, das volkswirtschaftliche und menschliche Verlustgesch\u00e4ft Krieg zu kaschieren.<\/p>\n<p>Dass die Szenario-\u00dcberlegungen von Rating-Agenturen zu einem hyperventilierenden B\u00f6rsengeschehen f\u00fchren, ist ein weiterer Hinweis auf die Nicht-Nachhaltigkeit des Finanzsystems. Wenn Szenario-\u00dcberlegungen zu selbst erf\u00fcllenden Prophezeihungen werden, zeigt dies, dass die meisten Marktteilnehmenen die Finger von Finanzindustrie-Produkten lassen sollten. Oder anders: im Finanzindustrie-Monopoly sollte nur mitspielen, wer den Totalverlust des Risikokapitals \u00f6konomisch verkraften kann.<\/p>\n<p><strong>Was ist zu tun? <\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Die Finanzhaushalte der \u00f6ffentlichen H\u00e4nde sind im langj\u00e4hrigen Mittel auszugleichen &#8211; dabei sind insbesondere die (Steuer-)Einnahmen an den zur staatlichen Aufgabenerf\u00fcllung erforderlichen Mittelbedarf anzupassen &#8211; tiefe Steuerbelastungen sind und d\u00fcrfen keine Maxime der Politik sein.<\/li>\n<li>Kriege als vermeintliche Vorgehensweise zum Umgang mit Konflikten sind zu \u00e4chten. Demokratie und die Achtung der universellen Menschenrechte sind uneingeschr\u00e4nkt einzufordern. Dazu geh\u00f6rt, dass die Parteien-, Wahlkampf- und Abstimmungskampagnenfinanzierung gezielt offenzulegen ist.<\/li>\n<li>Es braucht eine globale Ressourcenpolitik &#8211; eine Politik, die neben der Verteilungsgerechtigkeit zwingend Effizienz, Effektivit\u00e4t und Suffizienz beim Umgang mit Ressourcen einfordert. Der \u00f6kologische Fussabdruck insbesondere in den reichsten L\u00e4ndern ist deutlich und m\u00f6glichst rasch zu vermindern!<\/li>\n<li>Die Finanzwirtschaft im heutigen Sinn ist von der Realwirtschaft abzukoppeln, zum Beispiel durch die Einf\u00fchrung von Spielw\u00e4hrungen.<\/li>\n<li>Anstelle der Erwerbsarbeit ist konsequent auf das bedingungslose Grundeinkommen f\u00fcr alle zu setzen.<\/li>\n<li>LOVOS, der Lebensstil der freiwilligen Einfachheit ist proaktiv zu f\u00f6rdern.<\/li>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Finanzwirtschaft, getrieben durch die Gier der bereits Reichen, sorgt wieder einmal f\u00fcr mehr Schlagzeilen als die f\u00fcr das Wohlergehen der Menschheit relevanten Fragestellungen. 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