{"id":2947,"date":"2012-02-26T19:45:40","date_gmt":"2012-02-26T18:45:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/?p=2947"},"modified":"2012-02-26T20:52:06","modified_gmt":"2012-02-26T19:52:06","slug":"was-kostet-denn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/was-kostet-denn","title":{"rendered":"Was kostet denn &#8230;"},"content":{"rendered":"<p>&#8230; nein, nicht der Ausstieg aus der, sondern der Wiedereinstieg in die Atomenergie? Rationalen DenkerInnen ist sp\u00e4testens seit Tschernobyl, also seit 1986, klar, dass Atomenergie keinen massgeblichen Beitrag zur globalen Energieversorgung wird leisten k\u00f6nnen. Zu schwerwiegend sind die Risiken, die mit der gesamten Anwendungskette vom Uranabbau bis zur langdauernden Aufbewahrung des Atomabfalls verbunden sind. Alle Option-OffenhalterInnen und Technologie-Hoffenden k\u00f6nnen nicht dar\u00fcber hinweg t\u00e4uschen, dass eine nachhaltige Energieversorgung OHNE Atomenergie (sowohl in der Spaltungs- wie in der Fusionsform) auskommen muss.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Seit der Erd\u00f6lpreiskrise 1973 ist die Energiepolitik von einer einseitigen Sichtweise gepr\u00e4gt: immer m\u00fcssen sich die VertreterInnen alternativer L\u00f6sungen vorrechnen lassen, dass ihre L\u00f6sung teurer sei als die &#8222;bew\u00e4hrten&#8220; fossilen und nuklearen Energien. Nie aber legen die Kernenergie- und Erd\u00f6l-LobbyistInnen Rechenschaft dar\u00fcber ab, was die von ihnen favorisierten Energien kosten. <\/p>\n<p>Sir Nicholas Stern hat mit seinen ExpertInnen ermittelt, dass es <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/eins-oder-funf\" target=\"_blank\">f\u00fcnf Mal teurer ist<\/a>, die Folgen des Mensch gemachten Klimawandels (Adaptation) zu bew\u00e4ltigen als den Mensch gemachten Klimawandel zu begrenzen (Mitigation). <\/p>\n<p>Mit im wesentlichen Phantasiezahlen zu den den Kosten des Ausstiegs aus der Atomenergie soll einmal mehr davon abgelenkt werden, dass die Kernenergie in Realit\u00e4t unbezahlbar ist. <\/p>\n<p>Als Zitat aus der Internet-Zeitung <a href=\"http:\/\/www.oekonews.at\/index.php?mdoc_id=1058980\" target=\"_blank\">oekonews.at<\/a>: <em>Die deutschen Kernkraftwerke sind um mehrere Gr\u00f6\u00dfenordnungen unterversichert. M\u00fcssten die Betreiber ihre Anlagen ad\u00e4quat gegen nukleare Katastrophenf\u00e4lle absichern, w\u00fcrde der Preis f\u00fcr eine Kilowattstunde (kWh) Atomstrom je nach Versicherungsmodell auf bis zu 2,36 Euro steigen. Das entspr\u00e4che dem Zehnfachen des durchschnittlichen Haushaltsstrompreises. Damit sind die Risiken, die aus dem Betrieb der AKW resultieren, in der Praxis nicht versicherbar.<\/em> Die Kosten f\u00fcr die dauerhafte, sichere Aufbewahrung des Atomm\u00fclls w\u00e4hrend mehreren hundertausend Jahren sind dabei noch nicht inbegriffen. <\/p>\n<p><em>Neue Kernkraftwerke bei uns in den USA w\u00fcrden pro Kilowattstunde drei Mal mehr kosten, als die Verbraucher heute zahlen. Das w\u00e4re auch bedeutend mehr, als Strom aus Erdgas und erneuerbaren Quellen kostet.<\/em> Dies sagt Peter A. Bradford, Professor f\u00fcr Energiepolitik und -recht an der Vermont Law School in South Royalton, ehemaliges Mitglied der US-Atomaufsichtsbeh\u00f6rde, Vizevorsitzender der atomkraftkritischen Wissenschaftlervereinigung Union for Concerned Scientists in einem Interview mit der Zeitung &#8222;<a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/198658.neue-kernkraftwerke-rechnen-sich-nicht.html\" target=\"_blank\">Neues Deutschland<\/a>&#8220; vom 28. Mai 2011.<\/p>\n<p>Das klassische Denkmuster &#8211; die Alternativen sind teurer, als das, was heute \u00fcblich ist &#8211; f\u00fchrt auch zu einem hoch kontraproduktiven Markteingriff: die finanzielle F\u00f6rderung von Energieeffizienzmassnahmen und von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien. Wie alle Subventionen hat dies zur Folge, dass bei diesen politisch und gesellschaftlich erw\u00fcnschten Massnahmen und Technologien die Innovation erheblich behindert wird und der Know-how-Transfer nicht funktioniert. <\/p>\n<p>In der Konsequenz heisst dies &#8211; und ich habe dies bereits mehrfach dargestellt, z.B. im Beitrag <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/nach-nuklear-und-nach-fossil-heute-beginnen\" target=\"_blank\">Nach-nuklear und nach-fossil: heute beginnen!<\/a>: es braucht endlich eine klare Energiepolitik mit einem schnellstm\u00f6glichen Ausstieg aus der Atomenergie (und nicht etwa den vom <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/bundesrat-weiterhin-keine-energiepolitik\" target=\"_blank\">Schweizerischen Bundesrat vorgeschlagenen Atomenergie-Ausfransel-Kurs<\/a>) und einer <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/klimawandel-alarm-fur-die-schweiz\" target=\"_blank\">konsequenten Klimaschutzstrategie<\/a>. Statt einem <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/das-gebaudeprogramm-abschaffen\" target=\"_blank\">Dschungel von F\u00f6rderbeitr\u00e4gen<\/a> braucht es klare Vorgaben &#8211; zum Beispiel einen straffen und verbindlichen Fahrplan auf dem Weg zu 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien f\u00fcr die Elektrizit\u00e4tswerke, ein <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/fdp-von-energiepolitik-schlicht-keine-ahnung\" target=\"_blank\">Sanierungsobligatorium f\u00fcr Geb\u00e4ude<\/a> oder eine Verkehrspolitik, die das Verkehrssparen in den Vordergrund stellt und den verbleibenden Verkehr mit &#8222;Gef\u00e4ssen&#8220; mit hoher Energieeffizienz und geringem Ressourcenbedarf abdeckt &#8211; zum Beispiel durch eine <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/endlich-mit-dem-bau-neuer-strassen-aufhoren\" target=\"_blank\">Verminderung der Verkehrsfl\u00e4chen<\/a>.       <\/p>\n<p><strong>Zur\u00fcckkommend auf die Titelfrage: der Ausstieg aus der Atomenergie und damit der Weg zur nuklearfreien Energiezukunft ist parallel zum Einstieg in die fossilfreie Energieversorgung problemlos finanzierbar &#8211; und auf jeden Fall deutlich billiger als das Festhalten an Atomenergie und fossilen Brenn- und Treibstoffen! Die <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/2000-watt-gesellschaft-wenn-physik-energie-und-klimaschutzpolitisch-wird\" target=\"_blank\">Vision der 2000-Watt-Gesellschaft<\/a> kann dabei bestens als Wegweiser in die nachhaltige Energiezukunft dienen.<\/strong> <\/p>\n<hr>\n<p>Nachtrag 26.2.2012<\/p>\n<p>Auch Magdalena Martullo-Blocher gesellt sich zu den nachweislich unqualifizierten Energiewende-KritikerInnen, in einem <a href=\"http:\/\/www.sonntagszeitung.ch\/wirtschaft\/artikel-detailseite\/?newsid=208214\" target=\"_blank\">Sonntagszeitungs-Interview vom 26.2.2012<\/a> &#8211; das Erschreckende an diesem Interview ist, dass Frau Martullo-Blocher hier uralte, l\u00e4ngst widerlegte Behauptungen auftischt. So r\u00fcckst\u00e4ndig sind jene K\u00f6pfe, die sich als VertreterInnen der Wirtschaft aufspielen!<\/p>\n<p>1. Fassung 28.5.2011<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; nein, nicht der Ausstieg aus der, sondern der Wiedereinstieg in die Atomenergie? 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