{"id":2868,"date":"2011-05-01T09:30:34","date_gmt":"2011-05-01T07:30:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/?p=2868"},"modified":"2011-05-01T09:30:34","modified_gmt":"2011-05-01T07:30:34","slug":"ausschlusskriterium-kernkraft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/ausschlusskriterium-kernkraft","title":{"rendered":"Ausschlusskriterium Kernkraft"},"content":{"rendered":"<p>Ethikfonds, manchmal auch Nachhaltigkeitsfonds genannt, verwenden h\u00e4ufig Ausschlusskriterien f\u00fcr den Entscheid \u00fcber Investments. <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/anforderungen-an-eine-nachhaltige-wirtschaft\" target=\"_blank\">Nuklearenergie<\/a> geh\u00f6rt standardm\u00e4ssig zu diesen Kriterien. Die <a href=\"http:\/\/www2.zhlex.zh.ch\/appl\/zhlex_r.nsf\/0\/ABF964058B1A5907C12577E10039C7EB\/$file\/101_27.2.05_71.pdf\" target=\"_blank\">Verfassung des Kantons Z\u00fcrich<\/a> h\u00e4lt fest: <em>In Verantwortung f\u00fcr die kommenden Generationen sind sie [Kanton und Gemeinden] einer \u00f6kologisch, wirtschaftlich und sozial nachhaltigen Entwicklung verpflichtet. (Art. 6, Abs. 2) &#8211; Kanton und Gemeinden stellen sicher, dass die \u00f6ffentlichen Aufgaben wirkungsvoll, wirtschaftlich, nachhaltig und von der geeigneten Tr\u00e4gerschaft erf\u00fcllt werden. (Art. 95, Abs. 2.<\/em> <!--more--><\/p>\n<p>Der Kanton Z\u00fcrich ist Eigent\u00fcmerin der Elektrizit\u00e4tswerke des Kantons Z\u00fcrich EKZ, welche ihren KundInnen <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/2000-watt-gesellschaft-wenn-physik-energie-und-klimaschutzpolitisch-wird\" target=\"_blank\">75 % Atomstrom<\/a> verkauft, der Kanton Z\u00fcrich und die EKZ sind die gr\u00f6ssten Anteilseigner an axpo\/NOK, ebenfalls mit einem \u00fcberwiegenden Atomstromanteil. Der Kanton Z\u00fcrich betrachtet sein finanzielles Engagement in die Energiewirtschaft nicht als energiepolitischen Beitrag, sondern als ausschliessliche <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/der-zurcher-regierungsrat-verabschiedet-sich-definitiv-aus-der-energiepolitik\" target=\"_blank\">Aktion\u00e4rsstrategie<\/a> &#8211; und entgegen den Vorgaben der Verfassung ist dieses Engagement nicht wirtschaftlich. Noch im Dezember 2010 hat der Z\u00fcrcher Regierungsrat, deutlich gegen die Vorgaben der Verfassung verstossend, nochmals <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/zurcher-regierungsrat-verstosst-gegen-die-verfassung\" target=\"_blank\">f\u00fcr zwei neue Atomkraftwerke<\/a> pl\u00e4diert! <\/p>\n<p>Am Beispiel der finanziellen Aspekte der Nachhaltigkeit l\u00e4sst sich diese Sackgassenpolitik illustrieren: in einem <a href=\"http:\/\/www.sonntagszeitung.ch\/wirtschaft\/artikel-detailseite\/?newsid=175336\" target=\"_blank\">Interview mit der Sonntagszeitung vom 1. Mai 2011<\/a> droht Heinz Karrer, CEO Axpo, dass der Ausstieg aus den Kernkraftwerken den Axpo-Strom um einen Drittel verteuern k\u00f6nnte. Und zwar nicht etwa wegen den Investitionen in neue Kraftwerke f\u00fcr die Nutzung erneuerbarer Energien &#8211; sondern wegen den noch nicht abgeschriebenen Atomkraftwerken, und insbesondere den noch nicht ausreichend verf\u00fcgbaren Mitteln f\u00fcr die Stilllegungs- und Abbruchkosten der Atomkraftwerke! Obwohl der Atomkomplex Beznau seit 1969\/1971 in Betrieb ist, also eigentlich schon lange die damalige Auslegungsnutzungsdauer erreicht hat, sind die finanziell erforderlichen Abschreibungen nicht erbracht &#8211; mit diesem alles andere als nachhaltigen Finanzverhalten wollten offenbar die Verantwortlichen die Kosten des Atomstroms virtuell tief halten. Derartige Manipulationen sind ein klarer Hinweis f\u00fcr die Nicht-Nachhaltigkeit von Atomkraftwerken.<\/p>\n<p>Damit zeigt sich einmal mehr: selbst ein sofortiger Ausstieg aus der Atomenergie ist kein energietechnische Herausforderung! Prim\u00e4r ist die Politik gefordert, in zweiter Linie geht es um die \u00f6konomische Bew\u00e4ltigung der Ausstiegskosten. Selbst j\u00e4hrliche Kosten im dreistelligen Millionenbereich sind f\u00fcr die Volkswirtschaft ohne gr\u00f6ssere Schwierigkeiten bew\u00e4ltigbar (auch wenn diese Mittel besser f\u00fcr Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien verwendet werden k\u00f6nnten).<\/p>\n<p>Einmal mehr versucht Heinz Karrer mit nicht nachvollziehbaren Aussagen \u00fcber potentielle Gaskraftwerke die \u00f6ffentliche Meinung zugunsten einer weiteren Nutzung der Atomenergie zu manipulieren &#8211; ich habe bereits gezeigt, dass <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/leichtsinnig-und-hysterisch\" target=\"_blank\">mit einer klugen Energiepolitik Gaskraftwerke einem verst\u00e4rkten Klimaschutz nicht im Wege stehen<\/a>.<\/p>\n<p>Dass nicht-nachhaltiges Verhalten auch die Zukunft negativ beeinflussen k\u00f6nnte, zeigen weitere \u00c4usserungen von Herrn Karrer. Weil die Axpo nach wie vor in erster Linie auf neue Atomkraftwerke setzt, wird viel zu wenig in Kraftwerke f\u00fcr die Nutzung erneuerbarer Energien investiert. Zitat Karrer: &#8222;<em>Doch ein Ausbau ist nicht einfach. Die Windparkzonen in der Nordsee sind fast alle schon vergeben.<\/em>&#8220; Bestraft hier wieder einmal die Zeit jene, die zu sp\u00e4t kommen? Dies weist darauf hin, dass es vorteilhafter sein k\u00f6nnte, den Atomstrom-Dinosaurier Axpo in Konkurs gehen zu lassen und stattdessen neue demokratisch kontrollierte Kantons-Elektrizit\u00e4tswerke entstehen zu lassen.   <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ethikfonds, manchmal auch Nachhaltigkeitsfonds genannt, verwenden h\u00e4ufig Ausschlusskriterien f\u00fcr den Entscheid \u00fcber Investments. Nuklearenergie geh\u00f6rt standardm\u00e4ssig zu diesen Kriterien. Die Verfassung des Kantons Z\u00fcrich h\u00e4lt fest: In Verantwortung f\u00fcr die kommenden Generationen sind sie [Kanton und Gemeinden] einer \u00f6kologisch, wirtschaftlich und sozial nachhaltigen Entwicklung verpflichtet. 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