{"id":2833,"date":"2011-04-17T23:22:44","date_gmt":"2011-04-17T21:22:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/?p=2833"},"modified":"2011-10-17T21:09:25","modified_gmt":"2011-10-17T19:09:25","slug":"okostadte-verhindern-katastrophen-zum-beispiel-durch-ein-okoquartier-friesenberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/okostadte-verhindern-katastrophen-zum-beispiel-durch-ein-okoquartier-friesenberg","title":{"rendered":"\u00d6kost\u00e4dte verhindern Katastrophen &#8211; zum Beispiel durch ein \u00d6koquartier Friesenberg"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;\u00d6kost\u00e4dte verhindern Katastrophen&#8220; &#8211; der Titel eines Blogbeitrages von <a href=\"http:\/\/www.nachhaltigkeit.org\/201104157159\/stadtplanung-bauen\/interviews\/oekostaedte-verhindern-katastrophen\" target=\"_blank\">nachhaltigkeit.org<\/a> &#8211; ein Interview mit Richard Register, Gr\u00fcnder von Ecocity Builders. Richard Register fordert kompakte St\u00e4dte, die sich an den zu Fuss gehenden ausrichten.<!--more--><\/p>\n<p>An diese Aussage erinnerte ich mich heute bei einer kurzen Velofahrt durch Z\u00fcrich an der Kreuzung West- und Birmensdorferstrasse. Weststrasse: das ist die Strasse, die vor der Er\u00f6ffnung des Uetlibergtunnels Teil der Doppelspur-Autobahn Hamburg-Palermo war. Jetzt, viele Monate sp\u00e4ter, ist erkennbar, dass die Weststrasse wieder zur Quartierstrasse wird &#8211; siehe Bild.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/images\/weststr11.jpg\"><\/p>\n<p>Dies erinnert an einen anderen Strassenbau, etwas weiter s\u00fcdwestlich: <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/nein-zu-einer-weiteren-\u201erosengartenstrasse\u201c-mitten-durch-das-wohnquartier-friesenberg\" target=\"_blank\">Schweighofstrasse<\/a> &#8211; da wurde eine neue Pseudo-Autobahnachse mitten durch das Wohnquartier Friesenberg geschlagen &#8211; die H\u00e4user hat man zumindest teilweise abgedeckt mit L\u00e4rmschutzw\u00e4nden und einer Staumauer. &#8222;<em>Ein Anblick, gr\u00e4sslich und gemein, drum zog ihn der Senat auch ein<\/em>&#8220; &#8211; so dichtete <a href=\"http:\/\/www.litde.com\/gedichte-aus-sieben-jahrhunderten-interpretationen\/der-lattenzaun-christian-morgenstern.php\" target=\"_blank\">Christian Morgenstern im Gedicht Ein Lattenzaun<\/a>. Leider leider gibt es in Z\u00fcrich keinen Senat, daf\u00fcr einen mehrheitlich rotgr\u00fcnen Stadtrat, der solche Strassenausbauten mitten im Quartier aktiv f\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Ein wesentlicher Akteur im Quartier Friesenberg ist die Familienheim-Genossenschaft Z\u00fcrich (FGZ). Gegen den Ausbau der Schweighofstrasse hat sie sich nicht aktiv gewehrt, sondern die FGZ hat diesen Ausbau zusammen mit der Stadt Z\u00fcrich gef\u00f6rdert und gewollt. Jetzt gibt es eine Veranstaltung mit der nicht rhetorisch gemeinten Frage &#8222;Vertr\u00e4glichkeit der Schweighofstrasse mit dem Zentrum Friesenberg?&#8220; am 19. Mai 2011. Das <a href=\"http:\/\/www.zefri.ch\/\" target=\"_blank\">Zentrum Friesenberg<\/a> soll an einem k\u00fcnstlich bestimmten Ort mit gr\u00f6sstm\u00f6glichem Abstand von \u00d6V-Haltestellen, welche von zwei Buslinien bedient werden, entstehen, direkt an der autozentrierten Schweighofstrasse, v\u00f6llig an s\u00e4mtlichen st\u00e4dtebaulichen Vorstellungen vorbei &#8211; bei aller Offenheit: die reformierte und die katholische Kirche gleichen nebenan haben auch nicht wirklich das Potential zur Zentrumsaufwertung.<\/p>\n<p>Die Familienheim-Genossenschaft Z\u00fcrich hat sich bis jetzt nicht gerade als \u00d6ko-Leader hervorgetan, ganz im Gegenteil:<\/p>\n<ul>\n<li>Der Ersatzneubau 3. Etappe wird zu einer <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/familienheim-genossenschaft-zurich-die-neue-grunmatt-ist-kein-zukunftsprojekt\" target=\"_blank\">Nicht-Gr\u00fcnmatt<\/a>.<\/li>\n<li>Das zeigt sich auch daran, dass auch der <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/schlecht-gejammert\" target=\"_blank\">Zugang zu erneuerbaren Energien nicht so problemlos klappt<\/a>.<\/li>\n<li>Und dazu geh\u00f6rt auch ein <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/freier-abend-dank-energiekonzept-abstimmung\" target=\"_blank\">fahrl\u00e4ssiges Energiekonzept<\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Friesenberg ist weit weit weit weg davon, ein \u00d6koquartier der <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/2000-watt-gesellschaft-wenn-physik-energie-und-klimaschutzpolitisch-wird\" target=\"_blank\">vision\u00e4ren 2000-Watt-Gesellschaft-Stadt Z\u00fcrich<\/a> zu sein. Das k\u00f6nnte sich mit eine deutlich anderen Zentrumsplanung \u00e4ndern &#8211; und dann w\u00fcrde auch die Vertr\u00e4glichkeit mit der Schweighofstrasse keine Rolle mehr spielen. Dieses Alternativszenario ist bewusst provokativ, wie es sich f\u00fcr \u00f6kologische \u00dcberlegungen geh\u00f6rt. Der Friesenberg gilt als Gartenstadt &#8211; im wesentlich viel mit hin und wieder etwas Naturn\u00e4he erg\u00e4nztes Abstandsgr\u00fcn, und hin und wieder etwas B\u00e4umiges. Diese Gartenstadt ist vor allem eine Wohnoase &#8211; die erwerbsf\u00e4higen FriesenberglerInnen m\u00fcssen meist das Quartier verlassen, wenn sie ihrer Arbeit nachgehen, selbst dann, wenn sie ihre Arbeitszeit vor allem mit der Computerbenutzung leisten. Da entsteht viel Verkehr &#8211; ein beachtlicher Teil des Schweighofstrasse-Strassenverkehrs ist also hausgemacht! \u00d6kost\u00e4dte als kompakte St\u00e4dte bieten kurze Wege. \u00d6kost\u00e4dte sind m\u00f6glicherweise k\u00fcnstliche H\u00fcgelst\u00e4dte &#8211; Hochh\u00e4user mit gemischter Nutzung &#8211; Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Kultur, Lernen, Freizeit, Erholung zum Beispiel. Eine solche Hochhaus-H\u00fcgelstadt kann auch weiterhin eine Gartenstadt sein &#8211; <a href=\"http:\/\/urbanfarmers.ch\/\" target=\"_blank\">Urban Farming<\/a> tr\u00e4gt (im Gegensatz zum Abstandsgr\u00fcn) sogar zur Nahrungsgrundlage der BewohnerInnen der \u00d6kostadt bei. Und statt neben der Schweighofstrasse gibt es einen idealeren Raum f\u00fcr das Friesenberg-Zentrum: rund um die Haltestelle Schweighof der Uetlibergbahn (respektive Linie S10 der Z\u00fcrcher S-Bahn). <\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen unsere St\u00e4dte und ihre Quartiere neu denken &#8211; in einer Welt mit begrenztem Raum, mit begrenzten Ressourcen ist alles daran zu setzen, eine Stadt zu schaffen, die zu Fuss, mit dem Velo belebt werden kann, die dar\u00fcber hinaus ausschliesslich den \u00f6ffentlichen Verkehr nutzt. Lebensr\u00e4ume der Zukunft sind R\u00e4ume der N\u00e4he &#8211; alle allt\u00e4glichen Zwecke sind in Fusswegdistanz erreichbar. Die St\u00e4dterinnen und St\u00e4dter gestalten die Zukunft des Raumschiffes Erde &#8211; lasst uns die Stadt in Richtung dieser Zukunft umbauen. Ob nun eine Strassen- und L\u00e4rmachse wie die Schweighofstrasse nicht vertr\u00e4glich ist mit dem Wohnquartier, ist im Vergleich zu den echten Herausforderungen einer \u00d6kostadt unbedeutend. <\/p>\n<p>Der Schweighofstrasse hilft eine ganz einfache Kur: diese Strasse ist an mindestens zwei Orten f\u00fcr den Durchgangsverkehr zu unterbrechen (z.B. Bahn\u00fcbergang Schweighof und bei der Kreuzung Bachtobelstrasse), wobei diese Strasse weiterhin durchl\u00e4ssig bleibt f\u00fcr die VBZ-Busse, sicher die Linien 32 und 89, idealerweise auch die von der Endhaltestelle Triemli bis zum Strassenverkehrsamt oder gar bis zu Sihlcity verl\u00e4ngerte Linie 72. Dazu kann auch die FGZ einen Beitrag leisten: die Zahl der Parkpl\u00e4tze wird auf einen Viertel verringert, die H\u00e4lfte der verbleibenden Fahrzeuge wird f\u00fcr Mobility-Fahrzeuge reserviert!    <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;\u00d6kost\u00e4dte verhindern Katastrophen&#8220; &#8211; der Titel eines Blogbeitrages von nachhaltigkeit.org &#8211; ein Interview mit Richard Register, Gr\u00fcnder von Ecocity Builders. 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