{"id":2799,"date":"2011-04-07T21:31:52","date_gmt":"2011-04-07T19:31:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/?p=2799"},"modified":"2011-04-07T21:31:52","modified_gmt":"2011-04-07T19:31:52","slug":"nach-fossil-und-nach-nuklear-gesellschaftlicher-gestaltungswillen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/nach-fossil-und-nach-nuklear-gesellschaftlicher-gestaltungswillen","title":{"rendered":"Nach-fossil und nach-nuklear: gesellschaftlicher Gestaltungswillen"},"content":{"rendered":"<p><em>Sind wir zu einer Politik der Angst verdammt?<\/em> Dies fragt Eric Hoesli, Journalist in Lausanne im neuesten Beliebigkeitsgef\u00e4ss <a href=\"http:\/\/politblog.tagesanzeiger.ch\/blog\/index.php\/1281\/fukushima-eine-angst-lost-die-nachste-ab\/?lang=de\" target=\"_blank\">Politblog<\/a> &#8211; der <em>Kooperation von Newsnetz mit der gemeinsamen Bundeshausredaktion von \u00ab24 heures\u00bb und \u00abTribune de Gen\u00e8ve\u00bb sowie \u00abTages-Anzeiger\u00bb und \u00abDer Bund\u00bb<\/em>. Monsieur Hoesli nennt in diesem Zusammenhang Mensch gemachten Klimawandel und die Forderung nach dem Atomaussteig &#8211; und versteigt sich zur Behauptung, <em>selbst bei den Gr\u00fcnen habe die Atom-Phobie alle anderen Anliegen, etwa den Alptraum der globalen Erderw\u00e4rmung, verdr\u00e4ngt<\/em>. Eine solche Aussage kann nur erfinden, wer sich noch nie ernsthaft mit diesen Themen besch\u00e4ftigt hat.<!--more--><\/p>\n<p>Seit ich umwelt- und energiepolitisch t\u00e4tig bin, und dies sind immerhin schon \u00fcber dreissig Jahre, heisst die Devise &#8222;Weg von den fossilen Energien, weg vom Atomstrom&#8220;, durch Energiesparen (vielfach wird auch &#8222;Stromsparen&#8220; mit &#8222;Energiesparen&#8220; gleichgesetzt), durch den Einsatz ereuerbarer Energien. <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/nach-nuklear-und-nach-fossil-heute-beginnen\" target=\"_blank\">Gleichzeitig nach-fossile UND nach-nukleare Szenarien<\/a> pr\u00e4gen jede ernsthafte Energiediskussion sp\u00e4testens seit der Erd\u00f6lpreiskrise 1973 &#8211; die Distanzierung von solchen Szenarien, betroffen waren in der Schweiz etwa das EGES-Szenarien 1988, neuerdings auch die Vision der <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/2000-watt-gesellschaft-wenn-physik-energie-und-klimaschutzpolitisch-wird\" target=\"_blank\">2000-Watt-Gesellschaft<\/a>, bei der die Atomlobby das <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/held-schwafelt-schon-wieder\" target=\"_blank\">1-Tonnen-CO2-Szenario<\/a> propagiert, gingen immer von den LobbyistInnen der Atomenergie aus!<\/p>\n<p>Was war und ist der Antrieb in der Klimaschutz- und Energiepolitik, nach-fossile und nach-nukleare Szenarien zu propagieren? Sicher nicht Angst &#8211; es geht dabei um gesellschaftlichen Gestaltungswillen! Diese Szenarien zeigen auf, dass es eine lebenswerte Zukunft auch ohne Atomkraftwerke und fossile Energie gibt. Ein gewichtiges Thema sind dabei die Risiko\u00fcberlegungen &#8211; gerade bei Grosstechnologien wirkt das Gesetz von Murphy ein (&#8222;Was schief gehen kann, geht auch schief&#8220;). F\u00fcr viele Menschen sind etwa die Risiken aus der Atomenergienutzung von der Urangewinnung bis zur dauernden Zwischenlagerung unakzeptabel, und zwar unabh\u00e4ngig von der Eintretenswahrscheinlichkeit. Das Szenario &#8222;nach-fossil und nach-nuklear&#8220; wird unter diesem Aspekt vor allem wegen der geringeneren Risiken bevorzugt. Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Suffizienz als Versicherungspr\u00e4mien gegen zu hohe Risiken. Das Abschliessen von Versicherungen als \u00f6konomische Absicherung vor mehr oder weniger allt\u00e4glichen Risiken hat in unserer Kultur einen hohen Stellenwert &#8211; es w\u00fcrde niemand auf die Idee kommen, die Alters- und Hinterlassenen-Versicherung (AHV) als Produkt einer Angstphobie zu bezeichnen, sondern man r\u00fchmt die \u00f6konomische Vernunft einer solchen Einrichtung! Eine aktive Energie- und Klimaschutzpolitik hat ebenfalls Versicherungscharakter. Wer einer solchen Politik Angstmotive unterstellt, argumentiert hochgradig zynisch und sabotiert gesellschaftspolitische Entwicklungen: <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/stromkundinnen-wollen-strom-aus-erneuerbaren-quellen-nicht-alle-stromproduzentinnen-wollen-ihn-auch-liefern\" target=\"_blank\">bereits vor Jahren w\u00fcnschte die Mehrheit der StromkundInnen Strom aus erneuerbaren Quellen &#8211; dann soll dies doch der Strommarkt auch liefern<\/a>. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sind wir zu einer Politik der Angst verdammt? Dies fragt Eric Hoesli, Journalist in Lausanne im neuesten Beliebigkeitsgef\u00e4ss Politblog &#8211; der Kooperation von Newsnetz mit der gemeinsamen Bundeshausredaktion von \u00ab24 heures\u00bb und \u00abTribune de Gen\u00e8ve\u00bb sowie \u00abTages-Anzeiger\u00bb und \u00abDer Bund\u00bb. 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