{"id":2518,"date":"2011-03-21T17:22:13","date_gmt":"2011-03-21T16:22:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/?p=2518"},"modified":"2012-11-10T23:41:38","modified_gmt":"2012-11-10T22:41:38","slug":"markt-politik-sind-die-wahlenden-kauflich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/markt-politik-sind-die-wahlenden-kauflich","title":{"rendered":"Markt Politik &#8211; sind die W\u00e4hlenden k\u00e4uflich?"},"content":{"rendered":"<p>Vorerst: <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/zuerich\/stadt\/Markus-Kaegi-SVP-muss-um-seine-Wiederwahl-fuerchten\/story\/19205770\" target=\"_blank\">Prognosen \u00fcber Majorzahlen<\/a> &#8211; etwa die Z\u00fcrcher Regierungsratswahlen &#8211; sind schlichter Unsinn und reine Geldmacherei. Sie sind zudem <a href=\"http:\/\/www.isopublic.ch\/publikationen\/pdf\/MC%20RR-Wahlen.pdf\" target=\"_blank\">nicht beurteilbar<\/a>, wenn nicht einmal die gestellten Fragen bekannt gegeben werden. Majorzwahlen sind taktische Wahlen &#8211; jede und jeder hat exakt DEN Geheimtipp, wie der eigene Wahlzettel am meisten Stimmkraft entfaltet. Das W\u00e4hlerInnenverhalten ist mit den \u00fcblichen simplen Marktforschungsfragen nicht ermittelbar. Warum Marktforschungsinstitute trotz aller wahlarithmetischen Bl\u00f6dhaftigkeit trotzdem solche Umfragen machen: es geht in erster Linie um den Werbefranken!<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Nicht ohne Grund sind Medien wie der Tagesanzeiger, Radio 24 und TELE TOP die Auftraggeber solcher Studien, die noch unseri\u00f6ser sind als Gratiszeitungs-Horoskope. Absicht ist es n\u00e4mlich, die Wahlkampf-Mittel zu beeinflussen. Weil n\u00e4mlich gleichzeitig suggeriert wird, die Regierungsrats-KandidatInnen sein zu unbekannt &#8211; oder anders: die Prognose ist eine Bekanntsheitsrangliste. Und nach Marktgesetzen kann man Bekanntheit kaufen, also gem\u00e4ss den MarktforscherInnen auch den Wahlerfolg. Mit einer hohen Wahrscheinlichkeit werden die weniger bekannten KandidatInnen in den n\u00e4chsten Wochen vermehrt in den diversen Werbeformaten anzutreffen sein. Nun, die SVP ist mit Sicherheit finanzkr\u00e4ftiger als die Gr\u00fcnen &#8211; mit der Meldung vom 1.2.2011 haben die Medien daf\u00fcr gesorgt, dass die SVP weiss, was sie zu tun hat &#8211; und die Gr\u00fcnen werden sich abstrampeln, um doch noch einige Werbefranken mehr zusammenzubringen.<\/p>\n<p>Letztlich geht es also bei Wahlen nicht um Inhalte oder um Positionen, auch L\u00f6sungsans\u00e4tze sind nicht gefragt &#8211; Politik ist und bleibt ein Markt &#8211; weil selbst in einer <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/auch-demokratie-ist-marketing\" target=\"_blank\">Demokratie die W\u00e4hlenden k\u00e4uflich<\/a> sind.<\/p>\n<p>Oder anders: statt einer Scheinprognose w\u00fcrden die Medien doch viel einfacher gerade ihre Vorschl\u00e4ge ver\u00f6ffentlichen, wie viel Werbegelder die einzelnen Parteien ausgeben sollten. <\/p>\n<p>Diese Transparenz w\u00fcrde sicher dazu beitragen, das <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/gefuhlte-demokratien\" target=\"_blank\">Demokratie-Rating der Schweiz<\/a> zu verbessern!<\/p>\n<hr \/>\n<p>Nachtrag 21. M\u00e4rz 2011, also weniger als 2 Wochen vor dem Wahltermin<\/p>\n<p>Offenbar haben die Medien noch zu wenig Werbe-Auftr\u00e4ge von den KandidatInnen bekommen: auch durch die Wiederholung wird die Scheinprognose zur Majorzwahl in den Z\u00fcrcher Regierungsrat nicht besser! <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/zuerich\/region\/Gruener-verdraengt-SVPRegierungsrat\/story\/29256713\" target=\"_blank\">Tages-Anzeiger, Tele Top und Radio 24<\/a> machen knapp zwei Wochen vor der Ausz\u00e4hlung nochmals Ergebnisse einer Befragung zu den Z\u00fcrcher Regierungsratswahlen publik, einmal mehr ohne die Publikation der den Befragten gestellten Frage, ohne Ber\u00fccksichtigung der Eigenheiten des Proporzwahlverfahrens. Auch wenn es erfreulich w\u00e4re (auch im Hinblick auf die Grossmachtwahn-All\u00fcren der SVP), wenn der bisherige und als Bau- und Energiedirektor unbrauchbare bisherige SVP-Regierungsrat und Atom-Turbo Markus K\u00e4gi abgew\u00e4hlt und stattdessen Martin Graf von den Gr\u00fcne gew\u00e4hlt wird, ist klar, was die Publikation dieser unsinnigen Prognose will: sowohl Gr\u00fcne wie SVP sollen dazu gebracht werden, f\u00fcr den Endspurt nochmals Geld in die Hand zu nehmen &#8211; die SVP, um den vorausgesagten Misserfolg abzuwenden, die Gr\u00fcnen, um den offenbar m\u00f6glichen Wahlerfolg sicherzustellen. <\/p>\n<p>Der Fall ist klar: ausgez\u00e4hlt werden die bis am Sonntag, 3. April 2011 in den Ausz\u00e4hllokalen der St\u00e4dte und Gemeinden vorliegenden Wahlzettel (in einzelnen Gemeinden sind die Urnen bis 10 Uhr, in anderen bis 12 Uhr ge\u00f6ffnet) &#8211; per Telefon wie bei Umfragen ist die Wahlteilnahme nicht m\u00f6glich! Also: Wahlzettel ausf\u00fcllen, zum Beispiel anhand <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/kanton-zurich-wahlempfehlungen-fur-den-regierungsrat-und-den-kantonsrat\" target=\"_blank\">meiner Wahlempfehlung<\/a>, dabei auch die Kantonsratswahlen nicht vergessen, richtig einpacken und so rasch als m\u00f6glich in den Briefkasten &#8211; oder sp\u00e4testens am 3. April pers\u00f6nlich bei einer Wahlurne abgeben. Denn: erst dann wird entschieden, ob Herr K\u00e4gi tats\u00e4chlich abgew\u00e4hlt und neu Martin Graf gew\u00e4hlt ist &#8211; oder ob alles nochmals ganz anders ist! <\/p>\n<p>Erste Fassung 1.2.2011<\/p>\n<p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorerst: Prognosen \u00fcber Majorzahlen &#8211; etwa die Z\u00fcrcher Regierungsratswahlen &#8211; sind schlichter Unsinn und reine Geldmacherei. Sie sind zudem nicht beurteilbar, wenn nicht einmal die gestellten Fragen bekannt gegeben werden. 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