{"id":2475,"date":"2011-01-17T23:29:52","date_gmt":"2011-01-17T22:29:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/?p=2475"},"modified":"2011-01-17T23:29:52","modified_gmt":"2011-01-17T22:29:52","slug":"unsere-lebensmittel-hoher-preis-fur-tiefpreis-strategie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/unsere-lebensmittel-hoher-preis-fur-tiefpreis-strategie","title":{"rendered":"Unsere Lebensmittel: hoher Preis f\u00fcr Tiefpreis-Strategie"},"content":{"rendered":"<p>Haben Sie gerne Dioxin, und seien es auch nur Spuren, auf Ihrem Teller? Es wirkt befremdlich, dass in Zeiten eines erneuten Lebensmittelskandals &#8211; Dioxin in Futtermitteln &#8211; nicht nur in Deutschland, der Harddiscounter Denner ausgerechnet die eigene  Tiefpreis-Strategie, mitantreibendes Element dieser Lebensmittelskandale, anpreist. Denn klar ist: Tiefpreise von Lebensmitteln f\u00fchren zu <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/harddiscounter-coop-oko-und-sozialdumping-ist-angesagt\" target=\"_blank\">Sozial- und Oekodumping<\/a>!<!--more--><\/p>\n<p>Zwei Trends charakterisieren das Lebensmittelangebot: der in den letzten 30 bis 40 Jahren deutlich kleiner gewordene Anteil der Lebensmittel an den Warenkorb-Kosten eines Haushaltes, und der h\u00f6here Vorfertigungsanteil (es werden immer weniger Rohprodukte, daf\u00fcr immer mehr Halbfabrikate (Convenience-Food) verkauft). Diese Entwicklung f\u00fchrt zu einem enormen Druck auf alle Produktions- und Verarbeitungsstufen von Lebensmitteln, verbunden auch mit der Tendenz, Lebensmittel immer h\u00e4ufiger auf ihre Funktion als funktioneller Nahrungsbestandteil zu reduzieren &#8211; bis hin zu Scheink\u00e4se oder -fleisch. <\/p>\n<p>Parallel dazu entwickelten sich verschiedene Produktelinien zu inneren und \u00e4usseren Werten von Lebensmitteln. Bio ist ein Stichwort dazu, Weight Watchers oder Slow Food sind weitere. Spannend, was in den Gestellen eines grossen Ladengesch\u00e4ftes etwa von Coop oder Migros alles Platz findet! Als exemplarische Beispiele: das Yoghurtangebot (ich meine dabei nicht die Geschmacksrichtungen, sondern die Vielfalt von produkten, Labeln, Fettgehalten, &#8230;) oder, wie das Herrchen oder Frauchen auch das Haustier, die F\u00fclle an Katzen- und Hundefutter. Im gleichen Gestell findet sich alles vom Harddiscount-Angebot bis zu &#8222;Luxus&#8220;-Produkten in verschiedenen Auspr\u00e4gungen. Damit verbunden scheint auch die Entwicklung zu sein, dass Pionieranbieter von Biolebensmitteln (<a href=\"http:\/\/www.derbund.ch\/bern\/Vatter-schliesst-BioMarkt--47-Angestellte-betroffen\/story\/12238462\" target=\"_blank\">z.B. Vatter Bio-Markt<\/a>) aus dem Markt verschwinden.<\/p>\n<p>Jeder Lebensmittel-Skandal ruft zwangsl\u00e4ufig nach verst\u00e4rkter staatlicher Kontrolle &#8211; nicht zuletzt auch, dass sp\u00e4ter, wenn der Skandal etwas vergessen gegangen ist, wieder der b\u00fcrokratische Staat beklagt werden kann. Schon fast unerkl\u00e4rbar ist, warum die Privatinhaber von Harddiscountern (als Beispiele Denner\/Schweri, Aldi\/Gebr\u00fcder Albrecht) zu riesigen Verm\u00f6gen kamen, w\u00e4hrend gleichzeitig viele Jobs in der gesamten Lebensmittelkette als eigentliche Prekariate interpretiert werden m\u00fcssen.        <\/p>\n<p>Klar ist: im Lebensmittelbereich versagt mit Sicherheit der Markt, auch der Staat kann auf Dauer die Lebensmittelsicherheit nicht umfassend gew\u00e4hrleisten. Es bleibt nur eines: jede und jeder einzelne muss Verantwortung f\u00fcr die Qualit\u00e4t, f\u00fcr die inneren und \u00e4usseren Werte der eigenen Nahrung, der f\u00fcr das Leben ben\u00f6tigten Mittel \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Dazu gibt es einiges an Hilfestellungen. Ganz einfaches: alles meiden, was mit &#8222;garantierter Tiefstpreis&#8220; angeschrieben steht, solche Produkte sind unter Nachhaltigkeitsaspekten hoch defizit\u00e4r. Daf\u00fcr auf Lebensmittel mit dem Bio-Knospe-Label setzen &#8211; zumindest gegen die \u00fcblichen Nahrungsmittel-Skandale scheint dies zu wirken. Auch wenn es immer wieder ProduzentInnen gibt, die die <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/bio-landbau-auch-wegen-des-grundwassers\" target=\"_blank\">Bio-Vorgaben<\/a> als zu b\u00fcrokratisch wahrnehmen &#8211; offenbar hat Skandalfreiheit mit Qualit\u00e4tsanspr\u00fcchen und damit halt klar vorgegebenen Abl\u00e4ufen zu tun (P.S. <a href=\"http:\/\/www.wwf.ch\/de\/tun\/tipps_fur_den_alltag\/oekolabels\/lebensmittel_labels\/\" target=\"_blank\">Link zur WWF-Hilfe im Labelsalat<\/a>)! Und weil Bio in einzelnen Bereichen etwas teurer ist: <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/gesucht-teilzeit-vegis\" target=\"_blank\">Teilzeit-Vegi<\/a> als gleichzeitig klimasch\u00fctzerisches Kostensenkungsprogramm, und klar: wenn schon Fleisch, dann Fleisch von zertifizierten Bio-Landwirtschaftsbetrieben! <\/p>\n<p>Als Sammlung: lokal, saisonal, <a href=\"http:\/\/maxhavelaar.ch\/\" target=\"_blank\">fair<\/a> &#8230;  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Haben Sie gerne Dioxin, und seien es auch nur Spuren, auf Ihrem Teller? Es wirkt befremdlich, dass in Zeiten eines erneuten Lebensmittelskandals &#8211; Dioxin in Futtermitteln &#8211; nicht nur in Deutschland, der Harddiscounter Denner ausgerechnet die eigene Tiefpreis-Strategie, mitantreibendes Element dieser Lebensmittelskandale, anpreist. 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