{"id":2254,"date":"2010-12-02T00:17:55","date_gmt":"2010-12-01T23:17:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/?p=2254"},"modified":"2010-12-28T17:33:54","modified_gmt":"2010-12-28T16:33:54","slug":"von-den-limmat-feigen-und-der-seegfrorni","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/von-den-limmat-feigen-und-der-seegfrorni","title":{"rendered":"Von den Limmat-Feigen und der Seegfr\u00f6rni"},"content":{"rendered":"<p>Sobald im Sommer einige Tage sommerliches Wetter herrscht, f\u00e4ngt das grosse Gejammer an- kaum gibts Ende November oder Anfang Dezember die ersten Frosttage, bef\u00fcrchtet bereits halb Mitteleuropa einen harten Winter. Obwohl die Menschen ihre Lebenszeit haupts\u00e4chlich im Innern von Geb\u00e4uden verbringen, finden die Prognosen zum (Aussen-)Wetter&#8220; tendentiell mehr Aufmerksamkeit als der Sport. Limmat-Feigen und Seefr\u00f6rni &#8211; das Spannungsfeld des weltweiten Klimawandels am Beispiel von Z\u00fcrich.<!--more--><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/gefriert-jetzt-dann-der-zurichsee-winter-20102011\" target=\"_blank\">Gefriert jetzt dann der Z\u00fcrichsee? K\u00e4ltesummen Winter 2010\/2011 f\u00fcr den Z\u00fcrichsee, den Greifensee und den Pf\u00e4ffikersee!<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p>2010 werde global betrachtet das w\u00e4rmste Jahr der neueren Geschichte sein, so war in den Medien zu lesen. Gleichzeitig gibt es diverse WettervorhersagerInnen, die einen kalten, einzelne sogar, die einen bitterkalten Winter voraussagen. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.meteoschweiz.admin.ch\/web\/de\/klima\/klima_morgen\/klimaausblick\/klimaausblick_winter\/saisonale_vorhersage_wi.html\" target=\"_blank\">Meteoschweiz<\/a> meint dazu: <em>In der Nord- und Ostschweiz zeichnet sich f\u00fcr den Winter 2010\/2011 eine Tendenz zu normalen bis kalten Temperaturen ab. Ein ausgesprochen milder Winter erscheint eher unwahrscheinlich.<\/em> Meteoschweiz f\u00fchrt auch noch Kleingedrucktes an: <em>Saisonale Vorhersagen sind mit einer hohen Unsicherheit behaftet (Winterprognose Zuverl\u00e4ssigkeit etwa 55%).<br \/>\nDurch einfaches Raten w\u00fcrde man jeweils 50% erzielen. Wir raten deshalb davon ab, diese Vorhersagen als Entscheidungsgrundlage (beispielsweise bei der Ferienplanung) zu verwenden.<\/em><\/p>\n<p>Wetter ist bekanntlich mehr als Temperatur. Als ein Beispiel: obwohl die <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/gefriert-jetzt-dann-der-zurichsee\" target=\"_blank\">Temperaturen in Z\u00fcrich w\u00e4hrend des Winters 2009\/2010<\/a> auf einen sehr milden bis normalen Winter hinweisen, ergab eine kleine Befragung im privaten Kreis im Fr\u00fchling 2010, dass dieser Winter als &#8222;hart&#8220; bezeichnet wurde. Nun, auch wenn Ende November 2010 die K\u00e4ltesumme bereits h\u00f6her ist als im November 2009: eine Prognose, ob es zur Seegfr\u00f6rni des Z\u00fcrichsees komme oder nicht, ist nicht zu riskieren. Denn: es m\u00fcsste in Z\u00fcrich Tiefenbrunnen noch 4 1\/2 Monate (d.h. bis Ende April) ununterbrochen so kalt sein wie am Dienstag, 30. November (Tagesmittel -2.5 \u00b0C), damit es zur <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/gefriert-jetzt-dann-der-zurichsee\" target=\"_blank\">Seegfr\u00f6rni<\/a> kommen w\u00fcrde (Erg\u00e4nzung 17.12.2010 f\u00fcr den Winter 2010\/11: <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/gefriert-jetzt-dann-der-zurichsee-winter-20102011\" target=\"_blank\">Gefriert jetzt dann der Z\u00fcrichsee?<\/a>). <\/p>\n<p>Nun, somit w\u00e4re der Seegfr\u00f6rni-Teil im Titel erkl\u00e4rt. Was hat es nun mit den Limmat-Feigen auf sich?<\/p>\n<p>Ja, es gibt die Limmat-Feigen &#8211; der im Mittelmeerraum beheimatete Feigenbaum gedeiht auch in Z\u00fcrich (sicher auch andernorts n\u00f6rdlich der Alpen) immer besser &#8211; und bringt sogar reife und herrlich mundende Fr\u00fcchte hervor. Der \u00fcberwiegende Teil der Z\u00fcrcherInnen d\u00fcrfte reife Limmat-Feigen als positiven Aspekt einsch\u00e4tzen &#8211; auch wenn dies ein klarer Hinweis auf den Klimawandel (da die Temperaturver\u00e4nderung nicht das einzige Element der Klimaver\u00e4nderung darstellt, verwende ich systematisch den Begriff &#8222;Klimawandel&#8220; resp. &#8222;Mensch gemachter Klimawandel&#8220;  und verzichte auf den Begriff &#8222;globale Erw\u00e4rmung&#8220;). Auch der Titel &#8222;Turiner Temperaturen im Schweizer Mittelland&#8220;  eines <a href=\"http:\/\/www.google.ch\/url?sa=t&#038;source=web&#038;cd=1&#038;ved=0CBsQFjAA&#038;url=http%3A%2F%2Fwww.energie.zh.ch%2Finternet%2Fbd%2Fawel%2Fenergie%2Fde%2FPublikatione%2FStudien.SubContainerList.SubContainer1.ContentContainerList.0055.DownloadFile.pdf%3FCFC_cK%3D1291013201231&#038;rct=j&#038;q=klima%20sommer%20turin%20z\u00fcrich&#038;ei=T9D2TN_UDcKOswaZjrC8BA&#038;usg=AFQjCNHEJgjNZ70E8J43843-eiO3Hq17mg\" target=\"_blank\">Sommerkomfort-Merkblattes<\/a> hat sicher f\u00fcr SchweizerInnen einen positiven Beiklang. <\/p>\n<p>Allerdings: die Klimawandel-Diskussion hat einen grotesken Aspekt: jede Abweichung von dem, was mensch als normal empfindet, wird gleich als Argument f\u00fcr oder gegen den Klimawandel verwendet &#8230; Klar ist: das Klima wandelt sich. Die zentrale Frage: wie stark beeinflusst der Mensch durch den Verbrauch von fossilen Brenn- und Treibstoffen das globale Klima &#8211; und daraus abgeleitet: kann die Menschheit mit der durch den Menschen beeinflussten Ver\u00e4nderungsgeschwindigkeit des Klimas umgehen? Ebenso klar ist: die als unkritisch eingestufte Ver\u00e4nderung von maximal plus 2 Grad Celsius ist bereits unerreichbar! Die Menschheit muss sich auf einen Klimawandel einstellen, der gravierende Auswirkungen auf die Gesellschaft haben wird!<\/p>\n<p>Und noch eins dazu: Die Begrenzung des Mensch gemachten Klimawandels ist nur eine der <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/angst-vor-dem-klimawandel\" target=\"_blank\">globalen Herausforderungen<\/a> &#8211; das absehbare Ende der Vorr\u00e4te (Peak Oil), die Begrenztheit weiterer Ressourcen (Peak everything) und die bereits feststellbaren aber auch erst bef\u00fcrchteten geopolitischen Instabilit\u00e4ten in diesem Umfeld machen <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/klimawandel-alarm-fur-die-schweiz\" target=\"_blank\">engagiertes Handeln<\/a> t\u00e4glich dringlicher!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sobald im Sommer einige Tage sommerliches Wetter herrscht, f\u00e4ngt das grosse Gejammer an- kaum gibts Ende November oder Anfang Dezember die ersten Frosttage, bef\u00fcrchtet bereits halb Mitteleuropa einen harten Winter. 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