{"id":204,"date":"2008-06-22T19:45:04","date_gmt":"2008-06-22T18:45:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/?p=204"},"modified":"2012-12-27T21:23:13","modified_gmt":"2012-12-27T20:23:13","slug":"vorteilhafte-massnahmen-angesichts-hoher-oelpreise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/vorteilhafte-massnahmen-angesichts-hoher-oelpreise","title":{"rendered":"Vorteilhafte Massnahmen angesichts hoher Oelpreise"},"content":{"rendered":"<p>Wie ist zu reagieren, wenn die Oelpreise hoch sind? Ist es richtig, zum Beispiel Diesel\u00f6l f\u00fcr Fischerboote oder Camionneure zu verbilligen? Oder was bedeutet dies, wenn die oelexportierenden Staaten einige Miliarden Dollar in die Verbilligung des Oels stecken? Die einzig sinnvollen Massnahmen bestehen darin, den Verbrauch an Oel zu vermindern &#8211; und damit die Abh\u00e4ngigkeit von diesem Energietr\u00e4ger.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Obwohl der Oelpreis massiv angestiegen ist, k\u00f6nnen nicht einmal die Oelmarkt-ExpertInnen mit letzter Klarheit sagen, was genau zu diesem Anstieg gef\u00fchrt hat und wer von diesem massiven Preisanstieg profitiert.<\/p>\n<p>Die Fischer in Frankreich haben w\u00fctend gegen die aktuellen Dieselpreise protestiert &#8211; der Fischerminister hat prompt den Dieselpreis f\u00fcr die Fischerei massiv verbilligt. Ist dies ein sinnvolle Massnahme? NEIN!<\/p>\n<p>Es ist generell problematisch, mit Subventionen auf Ver\u00e4nderungen der Markt-Preise zu reagieren. Bei der Fischerei ist dies besonders schwierig: gerade die \u00dcberfischerei der Weltmeere mit der artenbedrohenden Pl\u00fcnderung der Fischbest\u00e4nde w\u00e4re eigentlich bereits f\u00fcr sich betrachtet ein Anlass     , die heutige Fischereiwirtschaft an die ver\u00e4nderten Zukunftsbedingungen anzupassen. Als eine M\u00f6glichkeit: Bewirtschaftung der Offshore-Standorte von Windkraftanlagen!<\/p>\n<p>Ist es klug, streikenden und w\u00fctenden Lastwagenfahrern in Spanien, England, Thailand usw nachzugeben und den Lastwagentreibstoff zu verbilligen? Dies mag im Sinne der kurzfristigen Existenzsicherung w\u00e4hrend sehr kurzen Zeit zweckm\u00e4ssig sein, ist aber kaum eine L\u00f6sung f\u00fcr die Zukunft. Es scheint n\u00e4mlich, dass alle jene, die dem Strassentransportsektor mangelnde Nachhaltigkeit vorwerfen, Recht erhalten. Offenbar &#8211; neben billigen Arbeitskr\u00e4fte &#8211; billiger Treibstoff eine der Grundvoraussetzungen f\u00fcr den heutigen &#8222;G\u00fctertourismus&#8220;. Dieser billige Treibstoff f\u00fchrt sehr schnell zu \u00fcberm\u00e4ssigen Emissionen von Treibhausgasen &#8211; und tr\u00e4gt damit in erheblichem Ausmass bei zum menschgemachten Klimawandel.<\/p>\n<p>Was ist davon zu halten, wenn beispielsweise Saudiarabien 1.5 Mia Dollar daf\u00fcr spenden will, dass die \u00e4rmsten L\u00e4nder ihre Oelrechnungen begleichen k\u00f6nnen? Vorerst ist dies schlicht im eigenen Interesse der OPEC-L\u00e4nder, weil es sonst zu politischen Aufst\u00e4nden dieser L\u00e4nder kommt, die letztlich daf\u00fcr sorgen w\u00fcrden, dass die Erd\u00f6lnachfrage deutlich sinkt. Diese sehr bescheidenen Betr\u00e4ge sind letztlich PR- und Marketing-Aktivit\u00e4ten der OPEC-L\u00e4nder! Und sie \u00e4ndern nichts daran, dass die \u00e4rmsten L\u00e4nder weiterhin vom Erd\u00f6l abh\u00e4ngig bleiben oder ihre Abh\u00e4ngigkeit gar noch zunimmt!<\/p>\n<p>Die aktuelle Preissituation auf dem Oelmarkt ist eine der Chancen, nicht nur in den \u00e4rmsten L\u00e4ndern vom Oel wegzukommen. F\u00fcr viele Anwendungen gibt es n\u00e4mlich Alternativen, welche auf erneuerbaren Energien aufbauen (auch ohne in Agrotreibstoffe umgewandelte Nahrungsmittel). W\u00e4rme, K\u00e4lte und Strom k\u00f6nnen &#8211; zu leicht h\u00f6heren Preisen als heute &#8211; ausschliesslich mit erneuerbaren Energien bereitgestellt werden. Wenn heute &#8222;\u00fcberfl\u00fcssige&#8220; Milliarden aus dem Oelgesch\u00e4ft sinnvoll eingesetzt werden sollen, ist es zwingend erforderlich, diese f\u00fcr den &#8222;Weg weg vom Oel&#8220; zu investieren.<\/p>\n<p>Ein wichtiger Schritt muss auch in den reichen L\u00e4ndern erfolgen. Auch in der Schweiz wurden Stimmen laut, die eine Verminderung der Besteuerung von Brenn- und Treibstoffen verlangen und gleichzeitig auf die CO2-Abgabe verzichten wollen.<\/p>\n<p>Damit w\u00fcrde einmal mehr der Denkprozess behindert, wie von der nach wie vor erheblichen Abh\u00e4ngigkeit vom Erd\u00f6l losgekommen werden kann. Wer Verbilligungsaktionen fordert, verfolgt letztlich die Interessen jener, die von den hohen Oelpreisen profitieren. Und die CO2-Abgabe hat mit den hohen Oelpreisen schlicht nichts zu tun. Denn: wer bereits weniger Energie als der Durchschnitt braucht, profitiert von der R\u00fcckerstattung der CO2-Abgabe &#8211; und umgekehrt. Im Gegensatz dazu betrifft der Oelpreis prozentual alle im gleichen Mass.<\/p>\n<p>Was bleibt: mit Gelassenheit auf die hohen Oelpreise reagieren &#8211; und alle Energien daf\u00fcr einzusetzen, m\u00f6glichst rasch vom Oel loszukommen. <\/p>\n<p>Zudem: wird weniger Oel gebraucht, vermindert sich auch die Erpressbarkeit der Erd\u00f6labh\u00e4ngigen &#8211; der &#8222;Krieg um das Oel&#8220; ist nicht mehr n\u00f6tig!          <\/p>\n<p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie ist zu reagieren, wenn die Oelpreise hoch sind? Ist es richtig, zum Beispiel Diesel\u00f6l f\u00fcr Fischerboote oder Camionneure zu verbilligen? Oder was bedeutet dies, wenn die oelexportierenden Staaten einige Miliarden Dollar in die Verbilligung des Oels stecken? 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