Die ATEL Holding respektive ihre Projektgesellschaft Kernkraftwerk Niederamt AG hat am 9. Juni 2008 ein Rahmenbewilligungsgesuch f\u00fcr ein neues Atomkraft im Solothurner Niederamt, in unmittelbarer N\u00e4he des AKW G\u00f6sgen, eingereicht. Das Gesuch ist hochgradig verlogen und energiepolitischer Unsinn – die ATEL hat daf\u00fcr die rote Karte verdient!<\/p>\n
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Zwar entspricht das Rahmenbewilligungsgesuch einem energiepolitisch absurden Entscheid des Bundesrates vom Februar 2007<\/a>, aber s\u00e4mtliche der in der Medienmitteilung der KKN AG vom 10. Juni 2008<\/a> aufgef\u00fchrten Argumente sind schlicht falsch respektive gelogen. Ein neues AKW in der Schweiz ist absolut unn\u00f6tig, volkswirtschaftlich verfehlt und umweltpolitisch verheerend. <\/p>\n Die ATEL behauptet, das Projekt diene der langfristigen Sicherstellung der Stromversorgung. Da auch Uran eine begrenzte Ressource – es gibt auch ein „Peak Uran“ – darstellt, kann von Langfristigkeit nicht die Rede sein!<\/p>\n Die ATEL redet wie viele andere auch einen Stromengpass herbei. Engp\u00e4sse sind in marktwirtschaftlichen Systemen Hinweise auf suboptimales Verhalten der MarktteilnehmerInnen. Derzeit wird etwa nach wie vor viel zu viel Strom verschwendet – ein erhebliches Effizienzpotential wird nicht umgesetzt. Wenn sich Strom-Angebot und -Nachfrage sich auseinander entwickeln sollten, wird der Strompreis steigen, was sehr schnell eine D\u00e4mpfung der Stromnachfrage zur Folge hat (in Analogie zum Erd\u00f6lmarkt). Ein „Versorgungsengpass“ ist somit schlicht ein Denkengpass der ATEL. <\/p>\n Als Massnahmen gegen das Hirngespinst „Stromversorgungsl\u00fccke“ f\u00fchrt die ATEL an:<\/p>\n Kein Wort schreibt die ATEL zum Thema Stromeffizienz – womit offensichtlich ist, dass die ATEL andere als energiepolitische Absichten verfolgt. Zum Beispiel die \u00f6konomische Optimierung, sprich Steigerung der Eigenkapitalrendite. Dies ist selbstverst\u00e4ndlich legitim, hat aber nichts mit Energiepolitik zu tun. Im \u00fcbrigen ist die ATEL bis anhin nicht gerade als Promotorin erneuerbarer Energien aufgefallen – die Aussage \u00fcber die „massiven Investitionen f\u00fcr erneuerbare Energien<\/em>“ sind eine schlichte ATEL-L\u00fcge.<\/p>\n Die ausschliesslich an der Eigenkapitalrendite orientierte Sichtweise der ATEL ist in keiner Art und Weise im Interesse der StromkundInnen. Es kann ja nicht sein, dass – nicht zuletzt wegen der st\u00e4ndig steigenden Preise des Heiz\u00f6ls – sehr viele Anstrengungen zur Verminderung des W\u00e4rmeenergieverbrauchs unternommen werden, gleichzeitig aber die Verschwendungspolitik im Strombereich durch den Zubau von zus\u00e4tzlichen Atomkraftwerken verst\u00e4rkt wird. Eine volkswirtschaftlich und \u00f6kologisch optimierte Energiepolitik verlangt zwingend nach eine Verminderung insbesondere des Stromverbrauchs. <\/p>\n Die ATEL behauptet weiter, Atomenergie sei nachhaltig. Ein begrenzter, endlicher Rohstoff (siehe oben) kann aus Prinzip nicht nachhaltig sein. Wird zudem beachtet, dass die Abf\u00e4lle aus Atomkraftwerken w\u00e4hrend mehreren 100’000 Jahren sicher gelagert werden m\u00fcssen, also zuk\u00fcnftigen Generationen Lasten aufgeb\u00fcrdet werden, ist die Berufung auf Nachhaltigkeit eine eigentliche Frechheit. Schlicht und einfach: Atomenergie vertr\u00e4gt sich nicht mit der Nachhaltigkeits-Vorgabe der Verfassung! Und der Vollst\u00e4ndigkeit halber: trotz Milliardeninvestitionen sind „Endlager“ f\u00fcr diese lange Dauer nicht in Sicht! <\/p>\n\n
\nStil m\u00f6glich. <\/li>\n