{"id":2006,"date":"2010-04-18T17:52:31","date_gmt":"2010-04-18T15:52:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/?p=2006"},"modified":"2012-01-12T21:35:08","modified_gmt":"2012-01-12T20:35:08","slug":"abschied-ohne-wehmut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/abschied-ohne-wehmut","title":{"rendered":"Abschied ohne Wehmut"},"content":{"rendered":"<p>Endlich! Endlich ist es so weit: f\u00fcr einen grossen Teil der Anwendungen sind die &#8222;klassischen&#8220; Gl\u00fchlampen nicht mehr zul\u00e4ssig! Wie immer im Umweltbereich hat es eine sinnlos endlose Zeit gebraucht, bis dieser Akt der Vernunft erfolgt ist. Bei allem Respekt vor dem Erfinder Thomas Alva Edison: die Gl\u00fchbirne ist schon lange nicht mehr zeitgem\u00e4ss &#8211; und dies h\u00e4tte mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Edison selbst so gesehen. Also: ein Abschied ohne Wehmut ist angesagt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Etwa 95 % des eingesetzten Stroms wird in meistens unn\u00fctze W\u00e4rme umgesetzt &#8211; ganze f\u00fcnf Prozent dienen dazu, Licht in die Dunkelheit zu bringen. Ganze f\u00fcnf Prozent Wirkungsgrad &#8211; oder anders: die Gl\u00fchbirne ist geradezu das Symbol der Verschwendungswirtschaft. (Energie-)Effizienzsteigerungen f\u00fchren allerdings nicht unbedingt zu einer Verminderung des Energieverbrauchs, sondern wegen des sogenannten Rebound- oder gar Backfire-Effekts h\u00e4ufiger zu einer Nutzungsausweitung (siehe etwa Marcel H\u00e4nggi in seinem Buch &#8222;Wir Schw\u00e4tzer im Treibhaus&#8220;). Auch neueste Untersuchungen lassen bef\u00fcrchten, dass der unkritische Umgang mit (billigem) LED-Licht zu einer erheblichen <a href=\"http:\/\/pressetext.at\/news\/100827010\/led-lampen-lassen-stromverbrauch-steigen\/\" target=\"_blank\">Ausweitung des &#8222;Lichtverbrauchs&#8220;<\/a> f\u00fchren k\u00f6nnten. Da allerdings der Umkehrschluss &#8222;Weniger Effizienz, weniger Verbrauch&#8220; nicht zutrifft, braucht es andere flankierende Massnahmen, um den Rebound-Effekt in Griff zu bekommen &#8211; etwa kleine Belohnungen im Sinne von <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/sinn-und-ostrom\" target=\"_blank\">Elinor Ostrom<\/a> f\u00fcr einen r\u00fccksichtsvolleren Umgang mit der Allmende Weltklima.<\/p>\n<p>Gerade angesichts der Entwicklungen beim LED-Licht ist durchaus davon auszugehen, dass die sogenannten Stromsparlampen &#8211; kompakte Fluoreszenzlampen &#8211; nur einen beschr\u00e4nkten Anteil der Lichtversorgung \u00fcbernehmen werden. Auf jeden Fall wird das partielle Gl\u00fchlampenverbot nicht zum R\u00fcckfall in die undurchdringliche Dunkelheit f\u00fchren (auch wenn dies f\u00fcr einen <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/earth-hour-2010-in-zurich\" target=\"_blank\">dunklen Nachthimmel<\/a> mit mehr sichtbaren Sternen durchaus hilfreich w\u00e4re).<\/p>\n<p>In den letzten 25 Jahren habe ich mich regelm\u00e4ssig gewundert \u00fcber die <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/marcel-speiser-liebt-seine-lampe-ziele-statt-einzelmassnahmen-in-der-energiepolitik\" target=\"_blank\">absurden Begr\u00fcndungen<\/a>, warum Menschen keine stromeffizienten Leuchtmittel einsetzen wollten. Dass derzeit Gl\u00fchlampen gehamstert werden, dass eine nicht spassig gemeinte Widerstandsbewegung entsteht, ist nachvollziehbar, da Menschen lieber das verwenden, was sie kennen. Spannend wirklich die Frage, was Menschen dazu antreibt, sich f\u00fcr etwas einzusetzen, dass wegen des lausigen Wirkungsgrades Symbol der Verschwendungsgesellschaft ist. Ich vermisse diese Hirnkapazit\u00e4t, wenn es darum geht, den Rebound-Effekt zu vermeiden. <\/p>\n<p>Im \u00fcbrigen: Autos mit Verbrennungsmotoren, angetrieben von fossilen Treibstoffen, k\u00f6nnen etwa einen Sechstel der Treibstoffenergie in Bewegungsenergie umsetzen &#8211; 15 bis 16 Prozent Wirkungsgrad, 84 bis 85 % VERLUSTE. Auch noch so ein Relikt aus alter Zeit, welches endlich ins Museum geh\u00f6rt respektive auf dem M\u00fcllhaufen der Geschichte entsorgt werden sollte!  <\/p>\n<hr \/>\n<p>Nachtrag 18.4.2011<\/p>\n<p>Es ist immer wieder neckisch, wie tumb die KonsumentInnen sind. Es ist wirklich alles andere als \u00fcberraschend, dass direkt aus der Fabrikation stammende Produkte mit Elektronikanteil neu sind, also noch gewisse R\u00fcckst\u00e4nde aus dem Produktionsprozess aufweisen k\u00f6nnen. Das ist bei Computern so, das ist auch bei <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/wissen\/technik\/Giftige-Gase-aus-Energiesparlampen\/story\/31797648\" target=\"_blank\">Stromsparlampen<\/a> nicht anders (m\u00f6glicherweise war dies auch so bei Gl\u00fchbirnen). Schadstoff-frei ist durchaus eine m\u00f6gliche Forderung. Neben der Verminderung der eingesetzten Mengen an chemischen Hilfsstoffen (kommt auch den Arbeitskr\u00e4ften in den Produktionswerken zu gute) k\u00f6nnten solche Dinge auch zuerst einige Tage testweise betrieben werden &#8211; was dann m\u00f6glicherweise zu KonsumentInnenklage f\u00fchren w\u00fcrde, dass Altwaren als Neuprodukte verkauft werden &#8230;<\/p>\n<p>Es ist schon erstaunlich, welches Beharrungsverm\u00f6gen die <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/climate-criminals\" target=\"_blank\">Climate Criminals<\/a> aufweisen. Es gibt wirklich keinen Grund, die leuchtenden \u00d6fen (= Gl\u00fchbirnen) weiter zu betrieben &#8230; <\/p>\n<hr \/>\n<p>Erste Fassung 31.8.2010 <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Endlich! Endlich ist es so weit: f\u00fcr einen grossen Teil der Anwendungen sind die &#8222;klassischen&#8220; Gl\u00fchlampen nicht mehr zul\u00e4ssig! Wie immer im Umweltbereich hat es eine sinnlos endlose Zeit gebraucht, bis dieser Akt der Vernunft erfolgt ist. 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