{"id":1892,"date":"2010-05-02T12:31:22","date_gmt":"2010-05-02T10:31:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/?p=1892"},"modified":"2012-09-01T18:37:56","modified_gmt":"2012-09-01T16:37:56","slug":"oelpest-vor-der-us-sudkuste-auch-schweizerinnen-mitverantwortlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/oelpest-vor-der-us-sudkuste-auch-schweizerinnen-mitverantwortlich","title":{"rendered":"Oelpest vor der US-S\u00fcdk\u00fcste: auch SchweizerInnen mitverantwortlich!"},"content":{"rendered":"<p>Mit ihrem \u00fcberm\u00e4ssig grossen \u00f6kologischen Fussabdruck verbunden mit dem Verbrauch fossiler Energieressourcen tragen auch die SchweizerInnen mit dazu bei, dass unter immer extremeren Verh\u00e4ltnissen Oelfelder exploriert werden, wie beispielsweise im Golf von Mexiko in grosser Wassertiefe und mit langen Bohrl\u00f6chern. Es gibt nur eine Handlungsm\u00f6glichkeit: der \u00f6kologische Fussabdruck ist deutlich zu verkleinern, es braucht eine vollst\u00e4ndige Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Quellen aus nachhaltiger Nutzung.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.erdoel-vereinigung.ch\/de\/erdoelvereinigung\/FAQ.aspx\" target=\"_blank\">38 Mio Liter Erd\u00f6l<\/a> hat die Schweiz im Jahr 2007 pro Tag gebraucht. Die gesch\u00e4tzten 5&#8217;000 Barrel (ca 800&#8217;0000 Liter) Oelaustritt aus dem Bohrloch Macondo MC 252, welche sich nach dem Brand der Transocean-Tiefseebohrplattform Deepwater Horizon t\u00e4glich ins Meer ergiessen, sind auch angesichts des aktuellen globalen Tagesverbrauch von rund 90 Mio Barrel ein Klacks. Und trotzdem sorgt sich eine Grossregion wie die US-S\u00fcdk\u00fcste berechtigterweise \u00fcber die kurz-, mittel- und langfristigen Folgen dieser Oelpest f\u00fcr Mensch und Umwelt. Transocean wurde k\u00fcrzlich f\u00fcr deren Sicherheitsstandards bei solchen Bohrarbeiten ausgezeichnet. Selbst bei hohen Sicherheitsstandard muss also davon ausgegangen werden, dass bei der Erd\u00f6lf\u00f6rderung, genau wie beim Transport mit den Supertankern, nach den technischen und mathematischen Gesetzen von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Murphys_Gesetz\" target=\"_blank\">Murphy<\/a> und <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wahrscheinlichkeitsrechnung\" target=\"_blank\">Gauss<\/a> in unregelm\u00e4ssigen Abst\u00e4nden derartige Katastrophen auftreten. Weil die einfach erschliessbaren Oelvorkommen bereits ausgebeutet werden (oder worden sind), wird es immer schwieriger und damit unfalltr\u00e4chtiger, neue Oelfelder zu finden und zu erschliessen &#8211; der <a href=\"http:\/\/www.aspo.ch\/was-ist-peak-oil1.html\" target=\"_blank\">Peak Oil<\/a> k\u00fcndigt sich an. Somit ist davon auszugehen, dass in der Tendenz solche &#8222;Ereignisse&#8220; zunehmen, ausser es gelingt, die Sicherheitsstandards drastisch zu versch\u00e4rfen. Zu den Herausforderungen allein beim Bohrloch im Macondo-Oelfeld: der Meeresgrund liegt 1500 Meter unter dem Meeresspiegel, ab dort sind mindestens 4&#8217;500 Meter zu bohren; bei anderen Bohrungen erreicht die Endtiefe 10&#8217;000 Meter &#8211; an der Grenze der technischen Machbarkeit!<\/p>\n<p>Es gibt selbstverst\u00e4ndlich eine weitere Massnahme: deutliche Verminderung des Oelverbrauchs! Erd\u00f6l &#8211; respektive die daraus hergestellten Produkte Heiz\u00f6l, Benzin und Diesel &#8211; ist in der Schweiz trotz Oelpreiskrisen in den 70er-, 80er- und 90er-Jahren des 20. Jahrhunderts, trotz der Diskussion um den <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/klimawandel-2-0\" target=\"_blank\">Mensch gemachten Klimawandel<\/a>, trotz den be\u00e4ngstigenden Folgen diverser Oelpests in gr\u00f6sserer oder weiterer Distanz von den Landesgrenzen nach wie vor der wichtigste Energietr\u00e4ger. <a href=\"http:\/\/www.bafu.admin.ch\/dokumentation\/medieninformation\/00962\/index.html?lang=de&#038;msg-id=32685\" target=\"_blank\">2008<\/a> wurde in der Schweiz mehr CO<sub>2<\/sub> ausgestossen als zu Beginn der Beobachtungsperiode 1990. Die Schweiz hat noch nicht wirklich ernsthaft damit begonnen, vom Erd\u00f6l wegzukommen. es braucht so etwas wie einen energiepolitischen <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Plan_Wahlen\" target=\"_blank\">Plan Wahlen<\/a>, eine energiepolitische &#8222;Anbauschlacht&#8220; (ich suche schon l\u00e4nger nach einem nicht milit\u00e4risch t\u00f6nenden Wort &#8211; ich danke f\u00fcr entsprechende Vorschl\u00e4ge). Wie k\u00f6nnte denn ein solcher &#8222;Plan XXX&#8220; aussehen? P.S. Zumindest bei den aktiven PolitikerInnen auf eidgen\u00f6ssischer und kantonaler Ebene ist derzeit keine Pers\u00f6nlichkeit auszumachen, die anstelle von XXX stehen k\u00f6nnte.   <\/p>\n<ul>\n<li>Wie es die Stadt Z\u00fcrich bereits vorgemacht hat, geh\u00f6ren Energieeffizienz- und Energietr\u00e4gerqualit\u00e4ts-Ziele in die Verfassung. In die Gemeindeordnung der Stadt Z\u00fcrich wurde am 30. November 2008 die <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/die-stadtzurcherinnen-sagen-ja-zur-vision-der-2000-watt-gesellschaft\" target=\"_blank\">2000-Watt-Gesellschaft als Politikvorgabe<\/a> aufgenommen: 1 Tonne CO2-Ausstoss pro Person und Jahr (statt wie heute je nach Region 5 bis 9 Tonnen) bis zum Jahr 2050, 2000 Watt mittlere Prim\u00e4renergie-Dauerleistung (statt heute je nach Region 5000 bis 8000 Watt).<\/li>\n<li>Verzicht auf die <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/hier-irren-obama-sarkozy-merkel-und-co\" target=\"_blank\">Illusion der Atomenergie<\/a>. Atomenergie leistet keinen Beitrag zur Verminderung des Mensch gemachten Klimawandels; Uran ist zudem eine endliche Ressource.<\/li>\n<li>Klartext ist gefordert! Der \u00fcberm\u00e4ssige Fussabdruck verschwindet nicht einfach so &#8211; &#8222;<a href=\"http:\/\/www.kath.ch\/skz\/seite.php?kzteid=1754&#038;dr=y\" target=\"_blank\">Abschied nehmen von der Verschwendung<\/a>&#8220; ist angesagt! Der Plan XXX erfordert den ganzen Menschen &#8211; es braucht eine Grundhaltung dazu!<\/li>\n<li>Die politischer MieterInnen bejammern Spekulation, die politischen Hauseigent\u00fcmerInnen machen das Investor-Nutzer-Dilemma geltend: es ist grotesk, wie sich Hauseigent\u00fcmerInnen und MieterInnen gegenseitig ins Nichtstun hineineskalieren. Dabei ist klar: sowohl MieterInnen wie Hauseigent\u00fcmerInnen betreiben derzeit im Durchschnitt Diebstahl an der Zukunft &#8211; die heutige Wohnungsbewirtschaftung ist weit von einer <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/was-heisst-gunstig-wohnen\" target=\"_blank\">Nachhaltigkeit<\/a> (in allen Dimensionen!) entfernt. Der Plan XXX muss den politisch handlungsunf\u00e4higen Wohnungsmarkt dynamisieren. V\u00f6llig klar ist: Die Wohnkosten machen in einer Gesellschaft mit deutlich vermindertem \u00f6kologischen Fussabdruck einen h\u00f6heren Anteil am Einkommen aus!<\/li>\n<li>Reine emotionale Steinzeit wird derzeit im Verkehrsbereich betrieben. Egal ob die stundenlangen \u00d6V-Pendlerfahrten, die heutigen SUVs und andere \u00fcberm\u00e4ssig Erd\u00f6l saufende MIEF- sorry MIV-Vehikel oder die kontinent-\u00fcbergreifenden Ferienflugreisen: ein solches Verkehrsverhalten ist schlicht nicht zukunftsf\u00e4hig. Auch da gilt es, von der <a href=\"http:\/\/www.kath.ch\/skz\/seite.php?kzteid=1754&#038;dr=y\" target=\"_blank\">Verschwendung Abschied zu nehmen<\/a>! <\/li>\n<li>Diverse elektronische Ger\u00e4te haben grunds\u00e4tzlich die Tendenz, den Energieverbrauch zu vermindern. Auch hier eine groteske Situation: weil die Herstellung ein bisschen billiger kommt, haben viele Ger\u00e4te einen zu hohen Standby-Verbrauch ausserhalb der Nutzungszeit. Um diesen Verbrauch zu vermindern, sind <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/standby-killer-die-sackgasse\" target=\"_blank\">\u00fcberm\u00e4ssig teure und damit in der Gesamtbeurteilung nachteilige Zusatzgadgets<\/a> erforderlich. Hier muss der Plan XXX v\u00f6llig neue Denkmodelle erm\u00f6glichen.<\/li>\n<li>Die l\u00e4cherlich geringe CO<sub>2<\/sub>-Abgabe ist endlich durch eine stark lenkende Energieabgabe mit vollst\u00e4ndiger R\u00fcckerstattung an Haushalte und Wirtschaft zu ersetzen. Die Energiekosten m\u00fcssen in den Buchhaltungen sichtbarer werden, energie-effizientes Handeln ist zu belohnen.<\/li>\n<li>Das <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/zynisches-bip\" target=\"_blank\">BIP<\/a> ist aufzugeben oder zu ersetzen durch eine Nachhaltigkeitsbeurteilung &#8211; das BIP bewertet beispielsweise Symptombek\u00e4mpfungen positiver als vorbeugende Massnahmen. Sir Nicholas Stern hat beispielsweise abgesch\u00e4tzt, dass <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/eins-oder-funf\" target=\"_blank\">Klimaschutzmassnahmen f\u00fcnf Mal weniger Einfluss auf das BIP haben als Klimawandel-Folgen-Anpassungsmassnahmen<\/a> &#8211; prompt schlagen etwa <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/international\/kosten-und-nutzen\/1721740.html\" target=\"_blank\">deutsche \u00d6konomInnen<\/a> vor, auf die Klimaschutzmassnahmen zu verzichten! Da m\u00fcsste ein Plan XXX Klarheit schaffen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bekanntlich neigt die Menschheit zum Zynismus: gehandelt wird erst, wenn die Not schon gross ist &#8211; es braucht leider Katastrophen, um die Lern- und Ver\u00e4nderungsf\u00e4higkeit der Menschen zu aktivieren. Vielleicht schafft das zuf\u00e4llige Zusammentreffen von <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/optionen-offenhalten-oder-anti-angst\" target=\"_blank\">20 Jahre Tschernobyl<\/a> und der Oelpest im Golf von Mexico, auch in der Schweiz einen Ver\u00e4nderungsschub hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung auszul\u00f6sen, damit der Plan XXX umgesetzt werden kann!<\/p>\n<p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit ihrem \u00fcberm\u00e4ssig grossen \u00f6kologischen Fussabdruck verbunden mit dem Verbrauch fossiler Energieressourcen tragen auch die SchweizerInnen mit dazu bei, dass unter immer extremeren Verh\u00e4ltnissen Oelfelder exploriert werden, wie beispielsweise im Golf von Mexiko in grosser Wassertiefe und mit langen Bohrl\u00f6chern. Es gibt nur eine Handlungsm\u00f6glichkeit: der \u00f6kologische Fussabdruck ist deutlich zu verkleinern, es braucht eine &hellip; <a href=\"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/oelpest-vor-der-us-sudkuste-auch-schweizerinnen-mitverantwortlich\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eOelpest vor der US-S\u00fcdk\u00fcste: auch SchweizerInnen mitverantwortlich!\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[103,40,37,66,556,402,31,495,137,263,69,92],"class_list":["post-1892","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-energie-und-klimaschutz","tag-2000-watt-gesellschaft","tag-atomenergie","tag-energiepolitik","tag-erdol","tag-erneuerbare-energien","tag-gebaude","tag-klimaschutz","tag-nachhaltige-verkehrspolitik","tag-nachhaltigkeit","tag-okologischer-fussabdruck","tag-olfeld","tag-strom"],"aioseo_notices":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1892","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1892"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1892\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3641,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1892\/revisions\/3641"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1892"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1892"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1892"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}