{"id":182,"date":"2008-03-07T00:00:19","date_gmt":"2008-03-06T23:00:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/kein-cargo-debakel-sondern-ein-politik-und-markt-debakle\/"},"modified":"2008-03-07T00:00:45","modified_gmt":"2008-03-06T23:00:45","slug":"kein-cargo-debakel-sondern-ein-politik-und-markt-debakle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/kein-cargo-debakel-sondern-ein-politik-und-markt-debakle","title":{"rendered":"Kein Cargo-Debakel, sondern ein Politik- und Markt-Debakel"},"content":{"rendered":"<p>Die Bundes-AG SBB Cargo hat gem\u00e4ss diversen Medienberichten gr\u00f6ssere \u00f6konomische Schwierigkeiten. Allenfalls m\u00f6gen dabei auch die unternehmerischen Leistungen eine Rolle spielen. Entscheidend sind allerdings ein Politik- und Marktversagen.<!--more--><\/p>\n<p>Die Schweizerischen Stimmberechtigten haben am 20. Februar 1994 der Alpeninitiative zugestimmt. Sie wollten innerhalb von zehn Jahren eine Verlagerung des alpenquerenden Strassen-G\u00fctertransitverkehrs auf die Bahn erreichen. Die Politik hat rundum versagt: sie hat es wieder einmal bei einem \u00f6kologischen Anliegen nicht geschafft, den Auftrag der Stimmberechtigten umzusetzen!<\/p>\n<p>In der Zwischenzeit wurde auch der Schienenverkehr &#8222;liberalisiert&#8220; &#8211; also ein Markt geschaffen.  Ein Markt kann allerdings nur funktionieren, wenn die Preise die realen Verh\u00e4ltnisse korrekt wiedergeben. <\/p>\n<p>Die Verkehrspreise, insbesondere jene auf der Strasse, sind nach wie vor l\u00fcgende Preise. Es werden nicht die gesamten Kosten in den Bereichen Umwelt, Wirtschaft und Soziales verrechnet, das Strassentransportgewerbe bezahlt die von ihm verursachten Kosten nicht &#8211; Strasseng\u00fcterverkehr betreibt \u00d6kologie- und Sozialdumping!<\/p>\n<p>Demgegen\u00fcber hat die Bahn wesentlich mehr der von ihr verursachten Kosten selbst zu bezahlen &#8211; die Spiesse von Strasse und Schiene sind bei weitem nicht gleich lang.<\/p>\n<p>Die Markt\u00f6ffnung Schiene wurde vor allem von jenen PolitikerInnen gepr\u00e4gt, die ausschliesslich Lobbying f\u00fcr den Strasseng\u00fcterverkehr betreiben &#8211; in s\u00e4mtlichen Vorgaben fehlen die verkehrspolitischen Leistungsauftr\u00e4ge, die sicherstellen w\u00fcrden, dass alle Verkehrstr\u00e4ger s\u00e4mtliche verursachten Kosten zu bezahlen haben. <\/p>\n<p>In einem solchen Umfeld ist es gar nicht m\u00f6glich,ein Schienentransportunternehmen wirtschaftlich zu betreiben. Alle LiberalisierungsfanatikerInnen haben somit einen Beitrag geleistet, den am wenigsten umweltbelastenden G\u00fcterverkehrstr\u00e4ger aus dem Markt zu dr\u00e4ngen, weil sie es verpasst haben, die Kostenwahrheit sicherzustellen.<\/p>\n<p>Da bleibt nur ein B\u00fcndel von Sofortmassnahmen:<\/p>\n<ul>\n<li>Sofortige Umsetzung der Alpeninitiative &#8211; mehr als 14 Jahre nach dem Volksentscheid muss die Verlagerung des G\u00fcterverkehrs von der Strasse auf die Schiene endlich umgesetzt werden<\/li>\n<li>Verbot der 40-Tonnen-Lastwagen in der Schweiz<\/li>\n<li>Verzahnfachung der LSVA (leistungsabh\u00e4ngige Schwerverkehrsabgabe), mit neunzigprozentiger R\u00fcckerstattung des Abgabenertrages an Haushalte und Wirtschaft<\/li>\n<li>Sofortige Einf\u00fchrung einer stark lenkenden CO2-Abgabe auf Treibstoffe (ebenfalls mit R\u00fcckerstattung an Haushalte und Wirtschaft<\/li>\n<li>R\u00fcckverstaatlichung mindestens der SBB Cargo, Streichung der &#8222;Bahnliberalisierung&#8220;<\/li>\n<li>Ernsthafte Bem\u00fchungen zum G\u00fcterverkehrssparen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Mit diesen l\u00e4ngst n\u00f6tigen, von Tag zu Tag dringlich werdenden Sofortmassnahmen wird es m\u00f6glich, eine klimaschutzpolitisch verantwortbare G\u00fcterverkehrspolitik zu betreiben &#8211; ganz im Gegensatz zur heutigen G\u00fcterverkehrspolitik, die einigen wenigen Strassentransportunternehmungen m\u00f6glich grosse Gewinne zukommen l\u00e4sst!  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bundes-AG SBB Cargo hat gem\u00e4ss diversen Medienberichten gr\u00f6ssere \u00f6konomische Schwierigkeiten. 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