{"id":1816,"date":"2010-03-13T00:09:29","date_gmt":"2010-03-12T23:09:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/?p=1816"},"modified":"2014-04-05T21:29:18","modified_gmt":"2014-04-05T19:29:18","slug":"wie-reich-ist-die-2000-watt-gesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wie-reich-ist-die-2000-watt-gesellschaft","title":{"rendered":"Wie reich ist die 2000-Watt-Gesellschaft?"},"content":{"rendered":"<p>Achtung, dies ist ein geklauter Titel! Erfunden wurde dieser Titel f\u00fcr einen Vortrag des Center of Economic Research an der ETH Z\u00fcrich am 11. M\u00e4rz 2010. Schlussfolgerung nach dem Vortrag: die Untersuchungen des CER kamen zum Schluss, dass es aus \u00f6konomischer Sicht kaum Unterschiede im Vergleich zu einem Referenzszenario gibt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>&#8222;Reich&#8220;, da geht es um Wohlstand. Und obwohl eigentlich l\u00e4ngst klar ist, dass Wohlstand, zumindest nachhaltiger Wohlstand, nicht mit dem BIP gemessen werden kann, basiert auch diese Studie auf \u00dcberlegungen der Weiterentwicklung des BIPs (immer noch als Wachstum bezeichnet, obwohl es dabei nicht um eine nat\u00fcrliche Entwicklung handelt). 1.33 Prozent soll das BIP wachsen &#8211; trotz des globalen Ansatzes der 2000-Watt-Gesellschaft wird als Betrachtungsrahmen nur die Schweiz angenommen.<\/p>\n<p>Rund 33 Mia Franken oder 6 % des BIP gibt die Schweiz f\u00fcr Energie aus, rund 72 % davon f\u00fcr fossile Energien, also etwas mehr als 4 % des BIP (Zahlen 2008) &#8211; fast der gesamte Rest entf\u00e4llt auf Strom. Im Beitrag <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/strom-und-2000-watt-gesellschaft\" target=\"_blank\">Strom und 2000-Watt-Gesellschaft<\/a> habe ich dargelegt, dass es mit nur 15 % Strommehrverbrauch m\u00f6glich ist, auf s\u00e4mtliche fossilen Energien zu verzichten &#8211; nicht nur die Schweiz kann raschm\u00f6glichst auf Atomkraftwerke verzichten. Gegen\u00fcber den heutigen Energiepreisen bleibt einiger Spielraum zur  Realisierung <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/nach-wie-vor-lugen-die-energiepreise-subventionen-fuhren-nicht-weiter\" target=\"_blank\">nicht l\u00fcgender Energiepreise<\/a> und zur Finanzierung der Effizienz-Massnahmen und der <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/lohas-sind-out-den-lovos-gehoert-die-zukunft\" target=\"_blank\">Steigerung der Suffizienz-Akzeptanz<\/a>. Es ist also offensichtlich, dass der vollst\u00e4ndige Verzicht auf fossile Brennstoffe mit einem relativ geringen Mehrverbrauch von \u00f6kologisch hochwertig produzierten Strom angesichts des relativ geringen Anteils am BIP mit den klassischen \u00f6konomischen Methoden keine wesentlichen volkswirtschaftlichen Ver\u00e4nderungen zeigen kann. Dies heisst andererseits, dass im Sinne des Vorsorgeprinzips dieser energiepolitische Wechsel so rasch als m\u00f6glich zu erfolgen hat. Dies braucht eine deutliche Versch\u00e4rfung der Klimaschutzgesetzgebung, den Verzicht auf neue Atomkraftwerke und die raschm\u00f6glichste Stilllegung der bestehenden Anlagen und eine kr\u00e4ftig lenkende, umfassend r\u00fcckerstattete Energieabgabe. <\/p>\n<p>Die Politik ist gefordert, hier so rasch als m\u00f6glich die Weichen Richtung Klimaschutz-Zukunft zu stellen.<\/p>\n<p>Die Titel-Frage wurde anl\u00e4sslich des ETH-Vortrages nicht beantwortet. Sie wurde insbesondere nicht beantwortet f\u00fcr die Weltgegenden, die heute benachteiligt sind, weil die Reichsten &#8211; oder jene mit dem gr\u00f6ssten \u00f6kologischen Fussabdruck &#8211; einen \u00fcberm\u00e4ssigen Teil der beschr\u00e4nkten Ressourcen beanspruchen.<\/p>\n<p>Und dann bleiben wie immer die Fragen bei \u00f6konomischen Aussagen respektive Prognosen. Wie zweckm\u00e4ssig ist etwa die Vorgabe, dass das BIP zuk\u00fcnftig (linear) zunehmen soll? Und um welchen Betrag m\u00fcssen Entwicklungen optisch abweichen, damit man von Unterschieden sprechen kann?<\/p>\n<p>Da das BIP definitiv nicht das Mass ist, um den Reichtum oder den Wohlstand der globalen 2000-Watt-Gesellschaft zu beurteilen, bleiben einige Gewissheiten: die 2000-Watt-Gesellschaft bietet unter dem Blickwinkel der klassischen \u00d6konomie Chancen und Risiken, genau wie die BAU-Entwicklung (BAU = &#8222;business as usual&#8220;) &#8211; und mit Sicherheit ist <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/lohas-sind-out-den-lovos-gehoert-die-zukunft\" target=\"_blank\">LOVOS &#8211; Lifestyle of Voluntary Simplicity<\/a> eine kluge Sache, die es m\u00f6glich macht, zuk\u00fcnftige Herausforderungen einfacher bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Achtung, dies ist ein geklauter Titel! Erfunden wurde dieser Titel f\u00fcr einen Vortrag des Center of Economic Research an der ETH Z\u00fcrich am 11. M\u00e4rz 2010. 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