{"id":1754,"date":"2010-02-20T15:08:15","date_gmt":"2010-02-20T14:08:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/?p=1754"},"modified":"2013-01-13T12:07:47","modified_gmt":"2013-01-13T11:07:47","slug":"abzocker-unter-sich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/abzocker-unter-sich","title":{"rendered":"Abzocker unter sich"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.abzockerei.ch\/\" target=\"_blank\">Eidgen\u00f6ssische Volksinitiative gegen die Abzockerei<\/a> nennt sich die populistische Initiative von Trybol-Chef Thomas Minder. Leider ist dieser Initiativ-Titel unvollst\u00e4ndig &#8211; &#8222;durch das Topmanagement&#8220; m\u00fcsste noch dazugef\u00fcgt werden. Es geht also Herrn Minder darum, die Abzockm\u00f6glichkeiten der Aktion\u00e4rInnen zu verbessern. Dies d\u00fcrfte auch ausschlaggebend daf\u00fcr sein, dass Herrn Alt-Nationalrat Blocher einen Teil der Initiativ-Bestimmungen in einen indirekten Gegenvorschlag integrieren will.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Herr Blocher ist derzeit in erster Linie Aktion\u00e4r, da interessiert ihn pers\u00f6nlich nur noch, wie sich die Aktion\u00e4rsrechte verbessern und die Eigenkapitalrendite maximieren l\u00e4sst. Auch wenn es zutrifft, dass die Boni des Topmanagements unanst\u00e4ndig, ja volkswirtschaftlich sch\u00e4dlich sind, die die von Aktion\u00e4rInnen angestrebten Eigenkapitalrenditen deutlich \u00fcber der <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/schein-und-sein-casino-oder-volkswirtschaft\" target=\"_blank\">Wuchergrenze<\/a> mindestens so unanst\u00e4ndig und ebenso sch\u00e4dlich! <\/p>\n<p>Mit anderen Worten: ob Topmanagement oder Aktion\u00e4rInnen &#8211; beide unterliegen der Versuchung der Abzockerei. Herr Minder und Herr Blocher wollen die Abzockm\u00f6glichkeiten der Aktion\u00e4rInnen mit dem Hinweis auf die dringend notwendige Beschr\u00e4nkung respektive Verminderung der Boni des Topmanagements verbessern. Da dies die meisten Stimmberechtigten so oder so nicht betrifft, und es durchaus auch Aktion\u00e4rInnen mit wenigen Aktien gibt, trifft diese Initiative die Volks&#8220;seele&#8220; &#8211; reiner Populismus also, auch wenn damit letztlich nur Gelder zwischen potentiellen AbzockerInnen verschoben werden. Objektiverweise ist es unter s\u00e4mtlichen Gesichtspunkten falsch, derartige Bestimmungen \u00fcber demokratische und rechtsstaatliche Instrumente zu regeln &#8211; dies ist ausschliesslich \u00fcber den Markt respektive den Interessensausgleich zwischen Aktionariat und Unternehmensleitung zu regeln, in den Unternehmensstatuten letztlich. Einmal mehr will also hier Herr Blocher, assistiert von Herrn Minder, die Volksrechte missbrauchen, um seinen ganz individuellen Profit zu maximieren. <\/p>\n<p>Es mag sein, dass durch die verst\u00e4rkten Mitbestimmungsm\u00f6glichkeiten der Aktion\u00e4rInnen die resultierenden Spitzengeh\u00e4lter des Topmanagements etwas reduziert werden &#8211; was bleibt, ist die massive Lohnspanne in  gr\u00f6sseren Unternehmen zwischen den SpitzenverdienerInnen und den am schlechtest verdiendenden Mitarbeitenden. Hier geht es nicht um die optimierte Gewinnmaximierung zwischen zwei potentiellen Abzock-Maximierern, sondern um eine echte und real existierende Sozialpartnerschaft. Da bringt einzig die <a href=\"http:\/\/www.juso.ch\/de\/1-zu-12-Initiative\" target=\"_blank\">1:12-Initiative der JUSO &#8222;F\u00fcr gerechte L\u00f6hne&#8220;<\/a> eine zweckm\u00e4ssige Verbesserung: <em>eine maximale Lohnspannbreite zwischen dem tiefsten und h\u00f6chsten Lohn in einem Unternehmen von 1:12 soll in der Verfassung verankert werden &#8211; niemand soll in einem Jahr weniger verdienen als der Top-Manager im gleichen Unternehmen in einem Monat verdient!<\/em> (Kursiv: Zitate von der Internet-Seite der JUSO)<\/p>\n<p>Nun, ob dieses Verh\u00e4ltnis 1:12 tats\u00e4chlich angemessen ist oder ob nicht noch eine viel fl\u00e4chere Lohndifferenzierung angezeigt w\u00e4re, ist hier nicht von Bedeutung. Zentral ist: diese Initiative setzt sozial- und gesellschaftspolitische Zeichen &#8211; und das ist genau das, was sowohl Herr Minder wie Herr Blocher nicht wollen. Und darum hoffen, mit einer populistischen \u00c4nderung der Spielregeln zwischen Aktion\u00e4rInnen und Topmanagement die politische Diskussion \u00fcber die Lohnschere verhindern zu k\u00f6nnen. Da gibts nur eins: <a href=\"http:\/\/www.juso.ch\/de\/1-zu-12-Initiative\" target=\"_blank\">1:12 m\u00f6glichst rasch unterschreiben<\/a>! <\/p>\n<p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eidgen\u00f6ssische Volksinitiative gegen die Abzockerei nennt sich die populistische Initiative von Trybol-Chef Thomas Minder. Leider ist dieser Initiativ-Titel unvollst\u00e4ndig &#8211; &#8222;durch das Topmanagement&#8220; m\u00fcsste noch dazugef\u00fcgt werden. Es geht also Herrn Minder darum, die Abzockm\u00f6glichkeiten der Aktion\u00e4rInnen zu verbessern. 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