{"id":172,"date":"2008-07-27T18:57:03","date_gmt":"2008-07-27T17:57:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/recht-auf-saubere-luft-das-bundesgericht-kennt-die-verfassung-nicht\/"},"modified":"2010-01-23T09:52:40","modified_gmt":"2010-01-23T08:52:40","slug":"recht-auf-saubere-luft-das-bundesgericht-kennt-die-verfassung-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/recht-auf-saubere-luft-das-bundesgericht-kennt-die-verfassung-nicht","title":{"rendered":"Recht auf saubere Luft: das Bundesverwaltungsgericht kennt die Verfassung nicht!"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Tage hat das Bundesverwaltungsgericht <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/themen\/klima\/klima-news-single\/archive\/2008\/february\/article\/das-bundesverwaltungsgericht-weist-eine-klage-auf-gute-luft-ab\/\" target=\"_blank\">entschieden<\/a>, dass es kein individuell einklagbares Recht auf saubere Luft gibt, somit letztlich <strong>kein Recht auf saubere Luft<\/strong>! Da haben offenbar die BundesverwaltungsrichterInnen ihre individuellen Vorlieben f\u00fcr das Autofahren \u00fcber die Verfassung gestellt.<!--more--><\/p>\n<p>Dazu einige Zitate aus der Verfassung:<\/p>\n<p>Aus der Pr\u00e4ambel: <em>in der Verantwortung gegen\u00fcber der Sch\u00f6pfung, <\/em><\/p>\n<p>Zweck-Artikel (2), Absatz 4: <em>Sie setzt sich ein f\u00fcr die dauerhafte Erhaltung der nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen und f\u00fcr eine friedliche und gerechte internationale Ordnung. <\/em><\/p>\n<p>Art. 10, Abs. 1: <em>Jeder Mensch hat das Recht auf Leben.<\/em> &#8230;<\/p>\n<p>Abs. 2: <em>Jeder Mensch hat das Recht &#8230; auf k\u00f6rperliche und geistige Unversehrtheit<\/em>&#8230;<\/p>\n<p>Art. 74 Umweltschutz<br \/>\nAbs. 1 <em>Der Bund erl\u00e4sst Vorschriften \u00fcber den Schutz des Menschen und seiner nat\u00fcrlichen Umwelt vor sch\u00e4dlichen oder l\u00e4stigen Einwirkungen. <\/em><\/p>\n<p>Abs. 2 <em>Er sorgt daf\u00fcr, dass solche Einwirkungen vermieden werden. Die Kosten der Ver-<br \/>\nmeidung und Beseitigung tragen die Verursacher. <\/em><\/p>\n<p>Die Zitate zeigen eindeutig: die aktuelle Luftsituation in der Schweiz ist verfassungswidrig, weil nachweislich durch die Dreckluft der Schutz des Menschen vor den sch\u00e4dlichen und l\u00e4stigen Einwirkungen nicht gew\u00e4hrleistet ist. Der Staat kann somit eines der h\u00f6chsten verfassungsm\u00e4ssigen Rechte, n\u00e4mlich das Recht auf Leben, das Recht auf k\u00f6rperliche Umversehrtheit nicht sicherstellen! Er kann dies nicht einmal f\u00fcr jene tun, die ihren Beitrag leisten, der erforderlich ist, um f\u00fcr saubere Luft zu sorgen. Das Bundesverwaltungsgericht missachtet somit ein zentrales Grundelement des Staates, n\u00e4mlich die Solidarit\u00e4t &#8211; und sch\u00fctzt uneingeschr\u00e4nkt die EgoistInnen, die unbesehen von den Folgen ihre ignoranten Aktivit\u00e4ten &#8211; in erster Linie Autofahren &#8211; ohne R\u00fccksichtnahme aus\u00fcben! Das Bundesverwaltungsgericht ignoriert Verfassung und Rechtsstaat &#8211; wahrscheinlich z\u00e4hlen die BundesverwaltungsrichterInnen selbst zu jenen egoistischen \u00d6ko-IgnorantInnen.<\/p>\n<p>Saubere Luft ist &#8211; obwohl von der Verfassung garantiert zugesagt &#8211; in diesem Land nicht zu haben. Es geht so weiter: auch der L\u00e4rm ist \u00fcberm\u00e4ssig, der Staat mutet seinen Einwohnenden auch die unbekannten Auswirkungen von <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/der-staat-manipuliert-und-notigt\/\">Genmanipulationen<\/a> zu. Die Verfassung wird selbst vom h\u00f6chsten Gericht dieses Landes regelm\u00e4ssig zur Makulatur gemacht, damit einige ignorante EgoistInnen ihre Pr\u00e4ferenzen pflegen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es ist bereits absehbar, dass die Schweiz auf ein weiteres solches \u00d6kodesaster zusteuert: die Schweiz ist nicht in der Lage, ihre internationalen Verpflichtungen zur Verminderung des massiv \u00fcberm\u00e4ssigen <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/endlich-vorwarts-machen-im-klimaschutz-co2-lenkungsabgabe-dringlich-einfuhren\/\">CO2-Ausstosses<\/a> einzuhalten. Die Schweiz verh\u00e4lt sich in dieser Frage als Zechprellerin und Schmarotzerin: <em>statt von den Zinsen zu leben, zehrt sie vom Kapital zuk\u00fcnftiger Generationen und anderer L\u00e4nder<\/em> (Zitat Nachhaltigkeitsmonitoring MONET des Bundes).<\/p>\n<p>Mit dem Entscheid gegen das Recht auf saubere Luft gesellt sich das Bundesverwaltungsgerichtgericht zu den VerfechterInnen des Drei-Affen-Prinzips: Nichts sehen, nichts h\u00f6ren, nichts sagen! Und macht sich damit im h\u00f6chsten Mass verantwortlich f\u00fcr die Folgen dieser \u00fcberm\u00e4ssigen Beanspruchung von Mensch und Umwelt. <\/p>\n<hr \/>\n<p>Nachtrag 27. Juli 2008<\/p>\n<p>Der <a href=\"http:\/\/curia.europa.eu\/jurisp\/cgi-bin\/form.pl?lang=DE&#038;Submit=rechercher&#038;numaff=C-237\/07\" target=\"_blank\">Europ\u00e4ische Gerichtshof<\/a> hat am 25. Juli 2008 entschieden: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/wirtschaft\/artikel\/1\/durchbruch-beim-feinstaub\/\" target=\"_blank\">Es gibt ein Recht auf saubere Luft<\/a>! Da m\u00fcsste auch das Bundesverwaltungsgericht nochmals \u00fcber die B\u00fccher!<\/p>\n<p>1. Fassung: 1. Februar 2008<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Tage hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass es kein individuell einklagbares Recht auf saubere Luft gibt, somit letztlich kein Recht auf saubere Luft! Da haben offenbar die BundesverwaltungsrichterInnen ihre individuellen Vorlieben f\u00fcr das Autofahren \u00fcber die Verfassung gestellt.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[4,5],"tags":[144,142,143,123],"class_list":["post-172","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-energie-und-klimaschutz","category-politik","tag-bundesverwaltungsgericht","tag-luftreinhaltung","tag-recht-auf-saubere-luft","tag-umweltschutz"],"aioseo_notices":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/172","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=172"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/172\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1669,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/172\/revisions\/1669"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=172"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=172"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=172"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}