{"id":170,"date":"2008-02-02T07:58:41","date_gmt":"2008-02-02T06:58:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/nachhaltigkeit-menschlichkeit\/"},"modified":"2008-02-02T07:58:41","modified_gmt":"2008-02-02T06:58:41","slug":"nachhaltigkeit-menschlichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/nachhaltigkeit-menschlichkeit","title":{"rendered":"Nachhaltigkeit &#8211; Menschlichkeit"},"content":{"rendered":"<p>Mit Engagement \u00fcbt Monika Stocker ihr Amt als Vorsteherin des stadtz\u00fcrcher Sozialdepartements aus. Was ihre KritikerInnen tun, hat weder mit Nachhaltigkeit noch mit Menschlichkeit zu tun, sondern ist purer Egoismus und Geiz.<!--more--><\/p>\n<p>(Fast) bedingungsloser Einsatz f\u00fcr eine Sache, Engagement mit Herz, Kopf und Witz &#8211; das zeichnet Monika Stocker aus. Wenn Menschen wie sie, die so freigiebig mit ihren Kr\u00e4ften, ihrer Energie umgehen, genau wegen ihres Engagements, ihres Feuers f\u00fcr eine Sache auf unertr\u00e4gliche Art kritisiert werden (fundierte Kritik ist n\u00f6tig, von Egoismus und Geiz geleitete Kritik ist bestenfalls als zynisch zu bezeichnen), wenn diese Kritik dazu f\u00fchrt, dass engagierte Menschen gesundheitlich beeintr\u00e4chtigt werden, so wird eines klar: diese Politik des zynischen Egoismus hat weder mit Nachhaltigkeit noch mit Menschlichkeit zu tun.<\/p>\n<p>&#8222;Schwarzfahren&#8220; ist eine anerkannte Tatsache im \u00f6ffentlichen Verkehr &#8211; es gibt ein etabliertes Kontrollsystem. Mit Augenmass allerdings: die Kontrolle muss zwar glaubw\u00fcrdig sein, es Bedarf aber ein Gleichgewicht zwischen den Kontrollkosten und den entgangenen Entgelten. Dass die f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Verkehr wegen der &#8222;Schwarzfahrer&#8220;-Quote je auf derart primitive Weise kritisiert wurden, wie dies Monika Stocker aushalten muss, ist undenkbar.<\/p>\n<p>Sogenannte &#8222;Steuerberater&#8220; haben immer dann, wenn Steuererkl\u00e4rungen auszuf\u00fcllen sind, Hochkonjunktur. Sie helfen den Steuerpflichtigen, einen Weg zu finden im Dschungel der Steuervorschriften &#8211; oder etwas salopp ausgedr\u00fcckt, die L\u00fccken und Interpretationsspielr\u00e4ume zur Steueroptimierung zu finden. Dies ist grunds\u00e4tzlich legitim &#8211; es ist allerdings davon auszugehen, dass durch diese Optimierungen der Grundsatz der Steuerbelastung nach wirtschaftlicher Leistungsf\u00e4higkeit erheblich verletzt wird, werden doch Steuerberatungs-Dienstleistungen eher nicht von Steuerpflichtigen mit kleinen Einkommen nachgefragt. Steuerbetrug durch \u00dcberdehnung der Interpretationsspielr\u00e4ume der Steuervorschriften ist als eigentlicher Volkssport zu bezeichnen.<\/p>\n<p>Es gibt in der Debatte \u00fcber den &#8222;Sozialmissbrauch&#8220; auch die klugen (und leider auch leisen) T\u00f6ne. Es ist wichtig, dass nur tats\u00e4chlich Berechtigte von den Sozialleistungen profitieren k\u00f6nnen &#8211; es wird allerdings, analog zu \u00f6ffentlichem Verkehr und zu den Steuern, immer eine &#8222;Schwarzfahrer&#8220;-Quote und eine \u00dcberdehnung der Interpretationsspielr\u00e4ume der Sozialgesetzgebung geben. Es braucht auch hier ein System mit Augenmass, dass ein Gleichgewicht schafft zwischen Kontrolle\/Eingriffen in die pers\u00f6nliche Freiheit und dem damit verbundenen Aufwand. <\/p>\n<p>Kurz nach der Debatte im Z\u00fcrcher Gemeinderat am 16.1.2008 \u00fcber den Untersuchungsbericht der GPK zu den Verh\u00e4ltnissen im Sozialdepartement &#8211; welcher sehr klug und mit dem n\u00f6tigen Wohlwollen an das &#8222;Untersuchungs-Objekt&#8220; herangegangen ist &#8211; haben sich im Tages-Anzeiger zwei gegenw\u00e4rtig freigestellte Mitarbeiterinnen des Sozialdepartements nochmals mit Kritiken gemeldet, die nicht abschliessend beurteilt werden k\u00f6nnen &#8211; dazu wird es bekanntlich auch eine gerichtliche Beurteilung geben. Allerdings: wenn es beispielsweise eine Controllerin nach 11 Dienstjahren nicht schafft, die behaupteten Missst\u00e4nde zu beseitigen, stellt sich schon die Frage ob je nach Einsch\u00e4tzung Amtsgeheimnisverletzung oder Whistleblowing adequate Mittel zur l\u00f6sungsorientierten Problembew\u00e4ltigung sind &#8211; siehe dazu auch der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Controlling\" target=\"_blank\">Wikipedia-Beitrag zu Controlling<\/a>.<\/p>\n<p>In einem <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/work-life-balance-bedingungsloses-grundeinkommen-fur-alle\/\" target=\"_blank\">fr\u00fcheren Beitrag<\/a> zu diesem Themenbereich habe ich das Fazit gezogen: <strong>Statt auf der Basis von Neid und Geiz gegen \u00fcbergewichtete Missbr\u00e4uche im Sozialwesen anzuk\u00e4mpfen, w\u00e4re es viel sinnvoller, wenn sich die Politik f\u00fcr die Einf\u00fchrung des bedingungslosen Grundeinkommens engagieren w\u00fcrde &#8211; und die damit verbundenen Diskussionen nach den existenziellen Grundbed\u00fcrfnissen der Menschen f\u00fchren w\u00fcrde.<\/strong><\/p>\n<p>Nachhaltigkeit und Menschlichkeit verlangen dringend nach diesem Schritt!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Engagement \u00fcbt Monika Stocker ihr Amt als Vorsteherin des stadtz\u00fcrcher Sozialdepartements aus. 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