{"id":138,"date":"2003-10-04T22:48:33","date_gmt":"2003-10-04T21:48:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/nein-zu-e-voting\/"},"modified":"2008-12-15T21:04:19","modified_gmt":"2008-12-15T20:04:19","slug":"nein-zu-e-voting","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/nein-zu-e-voting","title":{"rendered":"Nein zu E-Voting"},"content":{"rendered":"<p>Der Regierungsrat des Kantons Z&uuml;rich hat Anfang Oktober 2003 einen <a href=\"http:\/\/www.sk.zh.ch\/internet\/sk\/de\/mm\/aktuelle_mitteilungen\/aft.html\" target=\"_blank\">Auftrag zur Realisierung eines Pilotprojektes E-Voting (Wahlen und Abstimmungen auf elektronischer Basis)<\/a> erteilt.<!--more--><\/p>\n<p>Dass ein solches Pilotprojekt technisch machbar ist, ist durchaus denkbar. Dass dabei die Grunds&auml;tze eines demokratischen Verfahrens eingehalten werden, ist bereits sehr fraglich. Kann in elektronischen Systemen das Wahl- und Abstimmungsgeheimnis mit absoluter Sicherheit gew&auml;hrleistet werden? Wohl kaum. Ebenso steht es mit dem Grundsatz &#8222;eine Person, eine Stimme&#8220;. Auch zur einfachen Zug&auml;nglichkeit des Verfahrens bestehen Zweifel: sowohl die private Verf&uuml;gbarkeit der EDV-Infrastruktur als auch die eher komplexen Abl&auml;ufe lassen Zweifel aufkommen, ebenso die Praxis, dass die Oeffnungszeiten der Urnen bereits massiv eingeschr&auml;nkt wurden, ein alternatives Verfahren also nur sehr eingeschr&auml;nkt zur Verf&uuml;gung steht. Die Bequemlichkeit, Abstimmen und W&auml;hlen als Convenience-Produkt, ist kein ausreichender Grund, E-Voting einzuf&uuml;hren.<\/p>\n<p>Das (passive) W&auml;hlen und Abstimmen ist ein Aspekt, die aktive Mitgestaltung &uuml;ber das Unterschreiben von Initiativen und Referenden der andere, eher wichtigere Aspekt der direkten Demokratie. Im kantonalen Pilotprojekt E-Voting ist zu dieser Thematik nicht ein einziger Buchstabe zu finden. Bereits heute ist das Sammeln von Unterschriften f&uuml;r Initiativen und Referenden mit erheblichem Aufwand verbunden, insbesondere dann, wenn viele Freiwillige sehr viel Freizeit investieren. Die Oeffentlichkeit entsetzt sich zwar &uuml;ber die bescheidene Bezahlung von UnterschriftensammlerInnen, vergisst aber, dass das Sammeln von Unterschriften mit den Mitteln der Direktwerbung (Versand von Unterschriftenbogen) sehr, sehr kostspielig ist und immer h&auml;ufiger nur von sehr finanzkr&auml;ftigen Organisationen und Parteien durchgef&uuml;hrt werden kann. Das E-Voting erschwert das Sammeln von Unterschriften f&uuml;r Initiativen und Referenden zus&auml;tzlich, weil eine der wichtigen Unterschriftensammelm&ouml;glichkeiten, n&auml;mlich vor den Wahl- und Abstimmungslokalen, weiter eingeschr&auml;nkt wird. So wird die direkte Demokratie noch viel st&auml;rker von jenen Kr&auml;ften abh&auml;ngig, die &uuml;ber erhebliche Mittel verf&uuml;gen &#8211; aus dem Volksrecht wird ein Geldrecht. Das kann und darf nicht sein! <br \/>Im &uuml;brigen: Beh&ouml;rden haben offenbar das Bed&uuml;rfnis, die Volksrechte Initiative und Referendum einzuschr&auml;nken, neben E-Voting beispielsweise auch die dauernden Diskussionen um die Erh&ouml;hung der Unterschriftenzahlen. Wollen sich die Beh&ouml;rden durch das Volk nicht st&ouml;ren lassen?<\/p>\n<p>Das E-Voting-Pilotprojekt beschr&auml;nkt sich auf die technische Machbarkeit und hat als einziges Ziel die Durchf&uuml;hrung einer &#8222;Test&#8220;-Abstimmung. E-Voting mit erheblichen Auswirkungen auf die direkte Demokratie kann und darf nicht ausschliesslich eine Frage der technischen Machbarkeit sein, sondern ist zuerst und dringlich einer intensiven Technologiefolgen-Absch&auml;tzung zu unterziehen. Von derartigen &Uuml;berlegungen ist in den Pilotprojekten nichts zu finden. <br \/>Deshalb: Nein zu E-Voting!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Regierungsrat des Kantons Z&uuml;rich hat Anfang Oktober 2003 einen Auftrag zur Realisierung eines Pilotprojektes E-Voting (Wahlen und Abstimmungen auf elektronischer Basis) erteilt.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-138","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"aioseo_notices":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/138","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=138"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/138\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":417,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/138\/revisions\/417"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=138"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=138"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=138"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}