{"id":133,"date":"2003-12-07T22:48:33","date_gmt":"2003-12-07T21:48:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/zu-den-bundesratswahlen-vom-10-dezember-2003\/"},"modified":"2009-04-25T08:36:36","modified_gmt":"2009-04-25T07:36:36","slug":"zu-den-bundesratswahlen-vom-10-dezember-2003","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/zu-den-bundesratswahlen-vom-10-dezember-2003","title":{"rendered":"Zu den Bundesratswahlen vom 10. Dezember 2003"},"content":{"rendered":"<p>Siehe auch <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/themen\/bundesrwk.htm\">Kommentar zu den Bundesratswahlen<\/a><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>\nDie aktuelle Zusammensetzung des Wahlgremiums, der vereinigten Bundesversammlung:<\/p>\n<table>\n<tr>\n<td>Partei<\/td>\n<td>Sitze<\/td>\n<td>Anteil der Stimmen<\/t><\/tr>\n<tr>\n<td>SVP und Lega<\/td>\n<td align=center>64<\/td>\n<td align=center>26%<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>SPS<\/td>\n<td align=center>61<\/td>\n<td align=center>24.8%<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>FDP und LPS<\/td>\n<td align=center>54<\/td>\n<td align=center>22%<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>CVP<\/td>\n<td align=center>43<\/td>\n<td align=center>17.5%<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Gr&uuml;ne und CSP<\/td>\n<td align=center>15<\/td>\n<td align=center>6.1%<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>EVP und EDU<\/td>\n<td align=center>5<\/td>\n<td align=center>2%<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>SD<\/td>\n<td align=center>1<\/td>\n<td align=center>0.4%<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>PdA<\/td>\n<td align=center>2<\/td>\n<td align=center>0.8%<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>AdG<\/td>\n<td align=center>1<\/td>\n<td align=center>0.4%<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<p><a href=\"http:\/\/www.parlament.ch\/d\/wahlen-abstimmungen\/wahlen-im-parlament\/bundesratswahlen\/erneuerungswahlen-2003\/Seiten\/default.aspx\" target=\"blank\">Internet-Seite der vereinigten Bundesversammlung zu den Bundesrats-Wahlen vom 10. Dezember 2003<\/a><br \/>nbsp;<\/p>\n<p>Mit dieser Sitzverteilung haben die Stimmberechtigten daf&uuml;r gesorgt, dass wie seit langer Zeit &uuml;blich keine Partei eine Mehrheit hat &#8211; selbst der gr&ouml;sste Block, SVP, FDP und CVP, hat nicht einmal zwei Drittel der Stimmen. Gem&auml;ss Mehrheitsmeinung verlangt diese Konstellation nach einem Konkordanzsystem, verlangt also von den Parteien, die eigentlich alle in ihrer Tendenz zu oppositioneller Haltung zum Gesamtsystem neigen, ein Zusammenwirken auf der Basis von mehr oder weniger faulen Kompromissen, zusammengehalten durch einen ebenso faulen Zauber, die seit 44 Jahren angewandte Verteilung der Bundesratssitze auf die vier gr&ouml;ssten Parteien, was zur Formel 3 * 2 + 1 * 1 Sitz(e) f&uuml;hrt &#8211; und jede Gruppe bleibt dabei, in der Hoffnung, dass sich Erfolg und Misserfolg der eigenen Position in einer f&uuml;r sie g&uuml;nstigen Mischung einstellen.<\/p>\n<p>Weil es nun bei den Wahlen vom Herbst 03 im Block SVPFDPCVP zu Sitzverlusten und zu Sitzverschiebungen gekommen ist, verlangt die neu st&auml;rkste Kraft in diesem Block 2 Sitze statt nur einen wie bis anhin.<\/p>\n<p>Mit Nationalrat Christoph Blocher hat sie den anderen Parteien einen zwingend zu w&auml;hlenden Kandidaten vorgeschlagen und droht bei der Nichtwahl dieses Kandidaten, auch ihren einzigen Vertreter aus der Regierung zur&uuml;ck zu ziehen. Der streitbare Herr Blocher, derzeit begehrt als Interviewpartner, schl&auml;gt immer neue Varianten der Auswirkungen seiner absehbaren Nicht-Wahl vor. Bis zum Beweis des Gegenteils ist davon auszugehen, dass der Wahlvorschlag der SVP nie ernst gemeint war, sondern eine bewusste Provokation, auf die sowohl die anderen Parteien als auch die &Ouml;ffentlichkeit willig reagiert haben.<\/p>\n<p>Was dabei vergessen gegangen ist: mit der Posse um den Scherz-Kandidaten Blocher hat es die SVP geschafft, jede einigermassen ernsthafte Diskussion &uuml;ber Sinn und Unsinn der Konkordanzdemokratie der letzten 44 Jahre, &uuml;ber deren Erfolgsbilanz, &uuml;ber neue Modelle der Regierungsarbeit in der Schweiz zu verhindern &#8211; und weil diese Diskussion die Parteien von 90 Prozent der National- und St&auml;nder&auml;te betreffen w&uuml;rde, die sich ernsthaft um die Auswirkungen von 44 Jahren Zauberformel k&uuml;mmern m&uuml;ssten, kann, darf und will offenbar die offizielle Schweiz diese ernsthafte Auseinandersetzung mit sich selber nicht f&uuml;hren.<\/p>\n<p>Denn: diese Bilanz w&auml;re erschreckend und schonungslos. Einen ersten Eindruck davon gibt ein Zitat aus einer aktuellen <a href=\"http:\/\/www.uvek.admin.ch\/dokumentation\/00474\/00492\/index.html?lang=de&#038;msg-id=1623\" target=\"_blank\">Medienmitteilung<\/a> des UVEK: <i>anstatt nur von den Zinsen zu leben, zehren wir gleichsam vom Kapital anderer L&auml;nder und zuk&uuml;nftiger Generationen.<\/i><\/p>\n<p>Realistischerweise ist somit weder die Erhaltung der Konkordanz, eine sanfte Ver&auml;nderung der Zauberformel gem&auml;ss den Vorgaben der SVP oder eine wie immer geartete neue Zusammensetzung mit nur noch drei der vier grossen Parteien eine echte Antwort auf die aktuellen Herausforderungen. In jedem Fall w&auml;ren immer noch mehr als 60 % von VertreterInnen jener Parteien, die f&uuml;r die verheerende Entwicklung w&auml;hrend der Zauberformel-&Auml;ra verantwortlich sind, an der Regierungsverantwortung beteiligt.<\/p>\n<p>Da hilft nur eine L&ouml;sung: ein m&ouml;glichst grosser Anteil der Parteien muss tempor&auml;r von der Regierungsverantwortung entlastet werden, um eine strukturelle und inhaltliche Parteien-Reform angehen zu k&ouml;nnen, unter Aufl&ouml;sung der bisherigen Parteien und Neuformierung um Grundausrichtungen wie &ouml;koliberale, soziale und &ouml;ko-konsequente Positionen. F&uuml;r die Dauer der Parteienreform sollte die Regierungsverantwortung von den beiden Parteien mit dem gr&ouml;ssten Populismus- und dem geringsten Innovationspotential, also von SVP und SP, &uuml;bernommen werden, unter kurzzeitiger Aufstockung oder Reduktion Anzahl Bundesr&auml;tInnen auf 8 respektive 6 Sitze. Bis zu den n&auml;chsten Wahlen sollte es den neu entstehenden Parteien gelingen, Parteiprogramme zu entwerfen, die sowohl den aktuellen Erfordernissen entsprechen als auch eine echte Differenzierung der politischen Positionen erm&ouml;glichen.<\/p>\n<p>P.S. Auf dieser Seite fehlen Namen von ernsthaften KandidatInnen f&uuml;r einen Sitz in der Landesregierung. Schlicht und einfach darum, weil bei einer Majorzwahl, wie sie f&uuml;r den Bundesrat stattfindet, grunds&auml;tzlich jede in der Schweiz stimmberechtigte Person w&auml;hlbar ist. Dies weist den Weg f&uuml;r eine weniger theatralische Wahl des Bundesrates: Proporzwahl und Aufstockung auf 9 Sitze!<\/p>\n<p>1. Fassung 17.11.2003<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Siehe auch Kommentar zu den Bundesratswahlen<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-133","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"aioseo_notices":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/133","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=133"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/133\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":748,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/133\/revisions\/748"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=133"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=133"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=133"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}