{"id":13,"date":"2009-08-21T21:00:14","date_gmt":"2009-08-21T20:00:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/stehende-welle-in-der-limmat-einige-zahlen\/"},"modified":"2012-12-27T16:44:18","modified_gmt":"2012-12-27T15:44:18","slug":"stehende-welle-in-der-limmat-einige-zahlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/stehende-welle-in-der-limmat-einige-zahlen","title":{"rendered":"Stehende Welle in der Limmat &#8211; einige Zahlen"},"content":{"rendered":"<p>200 Menschen haben am 18. August 2007 f\u00fcr die stehende Welle in der Limmat beim Kraftwerk Letten demonstriert. Auch 2009 waren es laut 20 Minuten rund 150 Personen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>&#8222;Nur&#8220; 1.4 Prozent der Stromproduktion des Wasserkraftwerks Letten sollen durch die stehende Welle nicht mehr zur Verf\u00fcgung stehen. Wie ist das einzusch\u00e4tzen?<\/p>\n<ul>\n<li>22 Gigawattstunden produziert das Kraftwerk Letten im Verlauf eines Jahres. 1.4 Prozent Minderproduktion machen 0.31 Gigawattstunden Strom aus erneuerbarer Wasserkraft aus.<\/li>\n<li>Ein Mensch in Z\u00fcrich braucht j\u00e4hrlich etwa 1000 Kilowattstunden Strom im Haushalt und etwa 4000 Kilowattstunden Strom f\u00fcr Arbeitsplatz und Dienstleistungen, also etwa 5000 Kilowattstunden Strom j\u00e4hrlich.<\/li>\n<li>Die 200 DemonstrantInnen am 18.8.07 f\u00fcr die stehende Welle brauchen also j\u00e4hrlich 200 * 5000 kWh = 1 Million Kilowattstunden &#8211; das ist gerade 1 Gigawattstunde &#8211; das Kraftwerk Letten produziert erneuerbaren Strom f\u00fcr rund 4&#8217;400 Personen.<\/li>\n<\/hr>\n<li>200 Menschen k\u00f6nnten den Strom rationeller nutzen, um die Minderproduktion durch das Kraftwerk Letten zu kompensieren &#8211; allerdings m\u00fcssten sie zusammen mehr als die 0.31 Gigawattstunden einsparen, weil durch die voraussehbare Entwicklung, zum Beispiel bessere Haushaltger\u00e4te, bereits eine erhebliche Effizienzsteigerung stattfindet. Es w\u00e4re ein interessantes Experiment, wie viel Strom 200 Menschen im <a href=\"http:\/\/www.energybox.ch\" target=\"_blank\">eigenen Haushalt<\/a>, an ihren Arbeitspl\u00e4tzen, an ihren Einkaufsorten, bei der Konsumation von Dienstleistungen einsparen k\u00f6nnen. Und es liesse sich bestens zeigen, dass zwar 0.31 Gigawattstunden in der Stromproduktion des ewz nicht besonders bedeutungsvoll sind, dass aber dieses gesteigerte Effizienzziel f\u00fcr die potentiellen Surfwellen-BenutzerInnen eine extreme Herausforderung darstellt &#8211; wieder einmal mehr ergibt sich ein kr\u00e4ftiger Unterschied zwischen relativer und absoluter Betrachtung. Die 0.31 GWh entsprechen einer zus\u00e4tzlichen Einsparung von 1&#8217;500 kWh pro Person &#8211; also nicht ganz 1\/3 des durchschnittlichen Stromverbrauchs einer Person. Und wie gesagt: zus\u00e4tzliche Einsparungen!<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Minderproduktion liesse sich mit anderen erneuerbaren Quellen abdecken. Eigentlich kommt dazu nur die Sonnenenergie in Frage.<\/p>\n<li>Die Solarstromb\u00f6rse des ewz hat 30&#8217;000 Quadratmeter Solarzellen unter Vertrag, die 3 Gigawattstunden produzieren. &#8211; Zur Kompensation der Minderproduktion durch die stehende Welle m\u00fcssten also mindestens 3&#8217;000 Quadratmeter Solarzellen zus\u00e4tzlich zum bereits sehr lebhaften Solarstrommarkt erstellt werden.<\/li>\n<li>Die <a href=\"http:\/\/www.bkw-fmb.ch\/bkwfmb\/de\/home\/klimafreundliche_stromproduktion\/Besucherzentren\/BKW-Informationscenter_SOLEIL.html\" target=\"_blank\">Solarstromanlage auf dem Dach des STADE DE SUISSE<\/a> &#8211; 12&#8217;000 Quadratmeter Solarzellen, Jahresproduktion 1.2 GWh Solarstrom &#8211; erforderte Investitionen von 10 Mio Franken.<\/li>\n<li>Zur Kompensation der Minderproduktion durch die stehende Welle sind also 2.6 Mio Franken an Investitionen in neue Solarkraftwerke erforderlich &#8211; und dies zus\u00e4tzlich zu den Solaranlagen, die wegen der steigenden Nachfrage nach Solarstrom bereits erstellt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ob die stehende Limmatwelle aus \u00f6kologischen, sportpolitischen, lebensqualitativen (&#8222;Wir leben Z\u00fcrich&#8220;) oder anderen Gr\u00fcnden sinnvoll ist, steht hier nicht zur Diskussion.\u00a0<\/p>\n<p>Energiepolitisch ist die Sache klar: Wenn solche Ideen nicht zum Bedarf f\u00fcr neue Kernkraftwerke oder f\u00fcr neue Atomkraftwerke beitragen sollen, ist alles daran zu setzen, dass die reduzierte Stromproduktion aus dem Wasserkraftwerk entweder durch Effizienzmassnahmen oder zus\u00e4tzliche Produktionsmittel &#8211; und zwar immer zus\u00e4tzlich zu dem, was energiepolitisch so oder so stattfindet &#8211; kompensiert werden kann.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Erg\u00e4nzung 17.8.2008<\/strong><\/p>\n<p>Der <a href=\"http:\/\/www.limmatwave.ch\/\" target=\"_blank\">Verein Stehende Welle<\/a> hat mit dem <a href=\"http:\/\/www.limmatwave.ch\/savethewave1.html\" target=\"_blank\">&#8222;Energiesparplan&#8220; Save the Wave<\/a> die Stromsparidee-Idee grunds\u00e4tzlich aufgenommen, allerdings v\u00f6llig unbrauchbar. Wer 2008 ernsthaft Stromsparlampen noch als neue Stromsparidee propagiert, hat bis jetzt in diesem Bereich ziemlich gelauert &#8211; und zudem noch einiges an Geld verschleudert, siehe dazu <a href=\"http:\/\/2kwblog.umweltnetz.ch\/index.php?\/archives\/2-Energie-Effizienz-geschenkt!.html\" target=\"_blank\">mehr<\/a> &#8211; diese Stromsparlampen sollten eigentlich auch ohne Limmatwave schon lange im Gebrauch stehen. Eine \u00d6ko-Duschbrause ist erstens ein technischer Murks, und zweitens hat &#8211; gerade im st\u00e4dtischen Kontext &#8211; Wassererw\u00e4rmung sehr wenig mit Strom zu tun: f\u00fcr die Wassererw\u00e4rmung in Haushalten wird \u00fcberwiegend Erdgas, Heiz\u00f6l und Fernw\u00e4rme eingesetzt. Mit diesen Akti\u00f6nchen k\u00f6nnte also der Verein Stehende Welle den Nachweis der erforderlichen Stromeinsparungen (zus\u00e4tzlich zu dem, was energiepolitisch\/technisch so oder so passiert)  bei weitem nicht erbringen.<\/p>\n<p>Aus technischer Sicht ist diese Einsparung ohne weiteres m\u00f6glich &#8211; und auch sinnvoll. Allerdings gehen diese Massnahmen deutlich \u00fcber den Begriff &#8222;kleine Energiesparmassnahmen&#8220; hinaus, es geht um eine systematische Verhinderung des Standby-Verbrauches, um die konsequente Umsetzung des Kaufes von bestverf\u00fcgbaren Ger\u00e4ten gem\u00e4ss z.B. <a href=\"http:\/\/www.topten.ch\/\" target=\"_blank\">topten-Liste<\/a>, aber auch um eine gewisse Zur\u00fcckhaltung gerade bei der Unterhaltungselektronik. Infos \u00fcber topten hinaus bei <a href=\"http:\/\/www.energybox.ch\/\" target=\"_blank\">energybox<\/a>.      <\/p>\n<hr \/>\n<p>Erg\u00e4nzung 21.8.09<\/p>\n<p>Wieder Limmatwave-Demo &#8211; immer noch wird von einem Energiesparplan Save the Wave geschrieben &#8211; leider ist die Sache immer noch hochgradig abstrakt und bietet keinerlei Gew\u00e4hr daf\u00fcr, dass gegen\u00fcber den bereits dauernd laufenden Energiesparbem\u00fchungen <strong>zus\u00e4tzliche<\/strong> Strom-Einsparungen erreicht werden. Da ja bekanntlich gerade Stromsparen auch Geldsparen ist, w\u00e4re es eigentlich sowohl energiepolitisch wie f\u00fcr die einzelnen Haushaltkassen Save the Wave bereits jetzt sehr wichtig. Schade, dieser Tatbeweis w\u00e4re schon lange dringlich!  Und eben, immer noch geht Save the Wave nicht \u00fcber Kleinstmassnahmen hinaus, die eigentlich schon seit langen Jahren umgesetzt sein m\u00fcssten, die also bei weitem nicht ausreichend sind, um <strong>zus\u00e4tzliche<\/strong> Einsparungen zu bewirken.  <\/p>\n<hr \/>\n<p>Erste Fassung: 19.8.2007 <\/p>\n<p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>200 Menschen haben am 18. August 2007 f\u00fcr die stehende Welle in der Limmat beim Kraftwerk Letten demonstriert. 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