{"id":125,"date":"2004-04-03T22:48:33","date_gmt":"2004-04-03T21:48:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/widerspruch-herr-blocher-ihre-eigenverantwortung-ist-zechprellerei\/"},"modified":"2004-04-03T22:48:33","modified_gmt":"2004-04-03T21:48:33","slug":"widerspruch-herr-blocher-ihre-eigenverantwortung-ist-zechprellerei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/widerspruch-herr-blocher-ihre-eigenverantwortung-ist-zechprellerei","title":{"rendered":"Widerspruch, Herr Blocher: Ihre &#8222;Eigenverantwortung&#8220; ist Zechprellerei"},"content":{"rendered":"<p>Herr Blocher verlangt, dass sich der Staat zur&uuml;cknimmt, um die Eigenverantwortung zu<br \/>\nf&ouml;rdern. Wenn Herr Blocher dann fortf&auml;hrt, wird ersichtlich, dass seine &#8222;Eigenverantwortung&#8220;<br \/>\nnichts anderes als Zechprellerei ist.<!--more--><\/p>\n<p>Drei Bundes&auml;mter haben im November 2003 eine Medienmitteilung zum Nachhaltigkeitsmonitoring<br \/>\nMONET ver&ouml;ffentlicht, mit der zentralen Aussage<br \/>\n&#8222;Statt von den Zinsen zu leben, zehrt die Schweiz vom Kapital zuk&uuml;nftiger Generationen<br \/>\nund anderer L&auml;nder&#8220;.<\/p>\n<p>Zu Selbstverantwortung geh&ouml;rt zwingend das Tragen s&auml;mtlicher mit dem eigenen Handeln<br \/>\nverbundenen Konsequenzen. Gem&auml;ss MONET trifft dies derzeit nachweislich nicht zu. Mit<br \/>\nanderen Worten: die Schweiz lebt aus &ouml;kologischer Sicht im Mittel auf zu grossem Fuss<br \/>\n(Details dazu siehe z.B. <a href=\"http:\/\/www.footprint.ch\/\" target=\"_blank\">www.footprint.ch<\/a>)!<br \/>\nEine &uuml;berm&auml;ssige Beanspruchung der Welt, die um Faktoren &uuml;ber dem liegt,<br \/>\nwas f&uuml;r die Welt vertr&auml;glich w&auml;re. Und das ist nichts anderes als Zechprellerei.<\/p>\n<p>Etwas konkreter:<br \/>\nDer Ausstoss des Treibhausgases muss so rasch als m&ouml;glich um etwa den Faktor 5 vermindert<br \/>\nwerden. Derzeit nimmt der CO2-Ausstoss beispielsweise aus dem Verkehr zu &#8211; die Effizienzsteigerung<br \/>\nim Fahrzeugbau wird durch die Verkehrszunahme &uuml;berkompensiert!<\/p>\n<p>Das durchschnittliche Auto in der Schweiz f&auml;hrt im Jahr gegen 13&#8217;000 km und braucht etwa<br \/>\n8 Liter Treibstoff auf 100 km. Dadurch wird viel zu viel CO2 ausgestossen. Die Fahrzeugbenutzung<br \/>\nuntersteht in diesem Land der sogenannten Eigenverantwortung. <br \/>Welches sind die derzeitigen<br \/>\nKonsequenzen aus dem aus Klimaschutz-Sicht unverantwortlichen Handeln? Schlicht und einfach, es<br \/>\ngibt keine! Welches sind die Konsequenzen f&uuml;r AutomobilistInnen, die mit Autos fahren, die<br \/>\n15, 20 und noch mehr Liter Benzin oder Diesel auf 100 km brauchen, also nochmals um Faktoren<br \/>\n&uuml;ber dem, was klima-vertr&auml;glich w&auml;re? Schlicht und einfach, es gibt keine Konsequenzen!<br \/>\n<br \/>Wer in derartigen Situationen von Eigenverantwortung spricht, fordert die Weitererhaltung und<br \/>\nF&ouml;rderung der Zechprellerei.<\/p>\n<p>Und wer, wie der Bundesrat und viele andere, in der hoffnungslos &uuml;berentwickelten Schweiz<br \/>\nnoch mehr Wirtschaftswachstum fordert, handelt mit Sicherheit nicht eigenverantwortlich.<\/p>\n<p>Damit Eigenverantwortung wirklich funktioniert, braucht es einen geschlossenen Regelkreis von<br \/>\nHandeln und Wahrnehmen der Auswirkungen des individuellen Handelns.<\/p>\n<p>Ein erster Ansatz zur F&ouml;rderung der Eigenverantwortung w&auml;re beispielsweise<br \/>\ndie CO2-Abgabe. Hier geht es vor allem um die selbstverantwortungsf&ouml;rdernde Wirkung dieses<br \/>\nInstrumentes (im Wissen darum, dass SVP-ExponentInnen entgegen jeglicher Tatsachen behaupten, es<br \/>\nhandle sich dabei um eine Steuer).<\/p>\n<p>Die zentrale Funktion dieser Abgabe ist die Schaffung von Transparenz, als erste Stufe zur<br \/>\nWahrnehmung von Eigenverantwortung: wer nicht oder wenig mit einem sparsamen Auto f&auml;hrt,<br \/>\nhat netto Ende Jahr mehr im Portemonnaie als jemand, der viel und mit einem grossen Auto f&auml;hrt!<br \/>\nAlle bezahlen pro Liter Benzin die gleiche CO2-Abgabe. Weil der Ertragdieser Abgabe gleichm&auml;ssig<br \/>\nan die Bev&ouml;lkerung und an die Wirtschaft zur&uuml;ckverteilt wird, erhalten jene mit tiefem<br \/>\nVerbrauch mehr, jene mit hohem Verbrauch weniger aus dem Abgabetopf, als sie einbezahlt haben.<br \/>\nDie CO2-Abgabe f&ouml;rdert somit eigenverantwortliches Handeln.<\/p>\n<p>Wer sich gegen diese Abgabe stellt, pl&auml;diert weiterhin f&uuml;r Zechprellerei und<br \/>\ngegen Eigenverantwortung.<\/p>\n<p>Im &uuml;brigen: wenn der Bundesrat so rasch als m&ouml;glich entscheidet und endlich<br \/>\nden entsprechenden Antrag ans Parlament stellt, kann diese eigenverantwortungsf&ouml;rdernde<br \/>\nAbgabe auf Anfang 2005 eingef&uuml;hrt werden! Den sch&ouml;nen Worten &uuml;ber Eigenverantwortung<br \/>\nm&uuml;ssen Taten folgen &#8211; beispielsweise ein bundesr&auml;tliches Ja zur CO2-Abgabe!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herr Blocher verlangt, dass sich der Staat zur&uuml;cknimmt, um die Eigenverantwortung zu f&ouml;rdern. 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