{"id":119,"date":"2004-10-08T22:48:33","date_gmt":"2004-10-08T21:48:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/umwelt-und-wirtschaftswachstum\/"},"modified":"2004-10-08T22:48:33","modified_gmt":"2004-10-08T21:48:33","slug":"umwelt-und-wirtschaftswachstum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/umwelt-und-wirtschaftswachstum","title":{"rendered":"Umwelt und &#8222;Wirtschaftswachstum&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><b>E-Mail an die Nationalr&auml;tInnen Ueli Maurer, Marcel Scherer, Ulrich Giezendanner,<br \/>\nErnst Schibli, Adrian Amstutz, Filippo Leutenegger, Doris Leuthard, Bruno Zuppiger, Markus Hutter,<br \/>\nWalter M&uuml;ller, Johann N. Schneider, Robert Keller, Gerold B&uuml;hrer, Otto Laubacher, Walter Glur,<br \/>\nChristian Miesch, Caspar Baader. Diese haben sich in der Debatte vom 6.10.04<br \/>\nf&uuml;r Wirtschaftswachstum ausgesprochen haben<\/b><!--more--><\/p>\n<p>In der Debatte des Nationalrates vom Mittwoch, 6.10.04 zur SVP-Interpellation<br \/>\n&#8222;Deblockierung der Wirtschaft&#8220; haben Sie sich zustimmend zum sogenannten Wirtschaftswachstum<br \/>\nge&auml;ussert.<\/p>\n<p>Gem&auml;ss &uuml;blicher Sichtweise wird eine Zunahme des Bruttoinlandproduktes (BIP) als<br \/>\nWirtschaftswachstum bezeichnet. Und dies, obwohl das BIP eine ausgesprochen ungeeignete Gr&ouml;sse<br \/>\nzur Beurteilung eines Vorgangs ist. Das BIP nimmt unabh&auml;ngig davon zu, ob es sich bei der<br \/>\nwirtschaftlichen T&auml;tigkeit um eine Wohlstandszunahme, um eine Reparatur eines angerichteten<br \/>\nSchadens oder sogar um eine f&uuml;r die Gesellschaft sch&auml;dliche T&auml;tigkeit handelt.<\/p>\n<p>Diverse Studien zeigen, dass die Schweiz (und mit ihr andere L&auml;nder) eine massive<br \/>\n&Uuml;berentwicklung erreicht haben. So hat etwa das Nachhaltigkeitsmonitoring des Bundes<br \/>\nfestgehalten: &#8222;Statt von den Zinsen zu leben, zehrt die Schweiz vom Kapital anderer<br \/>\nL&auml;nder und zuk&uuml;nftiger Generationen&#8220;. Dass die durchschnittliche Schweizerin,<br \/>\nder durchschnittliche Schweizer die Ressourcen dieses Planeten &uuml;berm&auml;ssig beansprucht,<br \/>\nzeigt sich in Modellen, die einen &ouml;kologischen Fussabdruck ermitteln,<br \/>\nsiehe zum Beispiel <a href=\"http:\/\/www.footprint.ch\/\" target=\"_blank\">www.footprint.ch<\/a>.<\/p>\n<p>Um diese &uuml;berm&auml;ssige Beanspruchung auf ein ertr&auml;gliches Mass zu reduzieren,<br \/>\nmuss der Energieverbrauch von derzeit etwa 6&#8217;300 Watt pro Person auf unter 2&#8217;000 Watt reduziert<br \/>\nwerden; ebenso ist der Ausstoss des Treibhausgases CO2 von derzeit etwa 5.5 Tonnen auf<br \/>\nunter 1 Tonne pro Kopf und Jahr vermindert werden &#8211; und dies in m&ouml;glichst kurzer Zeit<br \/>\n(ein bis zwei Generationen).<\/p>\n<p>Die Herausforderungen zur Erreichung dieser Ziele gehen deutlich &uuml;ber das hinaus,<br \/>\nwas derzeit durch die aktuelle Gesetzgebung (Umweltschutzgesetz, Energiegesetz, CO2-Gesetz)<br \/>\nabgedeckt ist &#8211; die &Uuml;berentwicklung dieses Landes ist derart gewaltig, dass wesentlich<br \/>\nweitergehende Massnahmen in allen Lebens- und Wirtschaftsbereichen erforderlich sind.<br \/>\nSind Sie bereit, diese allgemein als sinnvoll erachteten Zielvorgaben zu unterst&uuml;tzen?<\/p>\n<p>Technologische Ans&auml;tze wie Effizienz (bisherige Aktivit&auml;ten besser tun, z.B.<br \/>\nrationelle Energienutzung) und Effektivit&auml;t (bisherige Aktivit&auml;ten anders tun, z.B.<br \/>\nEinsatz erneuerbarer Energien) sind wichtige Elemente zur Bew&auml;ltigung dieser Herausforderung,<br \/>\nreichen aber bei weitem nicht aus. Dringend erforderlich ist Suffizienz (weniger, d.h. Verzicht).<\/p>\n<p>Angesichts der bereits zu erkennenden &Uuml;berentwicklung mit einer massiven &Uuml;berbeanspruchung<br \/>\nder nat&uuml;rlichen Ressourcen und sich daraus ergebenden &uuml;berm&auml;ssigen Belastungen<br \/>\nf&uuml;r Mensch und Umwelt ist es in keiner Art und Weise angezeigt, zus&auml;tzliches<br \/>\nWirtschaftswachstum zu verlangen und zu f&ouml;rdern. Im Gegenteil: um der Verantwortung gegen&uuml;ber<br \/>\nanderen, eher wenig entwickelten L&auml;ndern und den zuk&uuml;nftigen Generationen gerecht zu werden,<br \/>\nist eine eigentliche Effizienz-, Effektivit&auml;ts- und Suffizienz-Revolution einzuleiten<br \/>\nund durchzuf&uuml;hren. Dieser dringend erforderliche &#8222;Schrumpfungsprozess&#8220; ist sowohl aus<br \/>\ngesellschaftlicher wie aus wirtschaftlicher Optik eine allumfassende Generationenaufgabe.<br \/>\nIch warte gespannt auf politische Vorst&ouml;sse zu dieser Thematik.<\/p>\n<p>Ein pr&auml;gender Faktor der Ressourcen&uuml;berbeanspruchung sind die aktuellen l&uuml;genden<br \/>\nEnergiepreise, die die externen Kosten nicht einbeziehen. Ein erster Schritt in Richtung<br \/>\nKostenwahrheit ist die gem&auml;ss CO2-Gesetz vorgesehene CO2-Abgabe mit R&uuml;ckerstattung,<br \/>\nweil damit jene finanziell belohnt werden, die schonungsvoll mit den Ressourcen umgehen und dadurch<br \/>\ngeringere Belastungen f&uuml;r Mensch und Umwelt verursachen. Ich werde mit Interesse verfolgen,<br \/>\nwelche Haltung Sie und Ihre Partei zu dieser Fragestellung einnehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>E-Mail an die Nationalr&auml;tInnen Ueli Maurer, Marcel Scherer, Ulrich Giezendanner, Ernst Schibli, Adrian Amstutz, Filippo Leutenegger, Doris Leuthard, Bruno Zuppiger, Markus Hutter, Walter M&uuml;ller, Johann N. Schneider, Robert Keller, Gerold B&uuml;hrer, Otto Laubacher, Walter Glur, Christian Miesch, Caspar Baader. 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