{"id":1176,"date":"2009-01-25T11:19:36","date_gmt":"2009-01-25T11:19:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/schrittchen-oder-kraftige-schritte"},"modified":"2009-10-17T23:47:51","modified_gmt":"2009-10-17T21:47:51","slug":"schrittchen-oder-kraftige-schritte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/schrittchen-oder-kraftige-schritte","title":{"rendered":"Schrittchen oder kr\u00e4ftige Schritte"},"content":{"rendered":"<p>In einem l\u00e4ngeren Gespr\u00e4ch, im <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/der-tages-anzeiger-outet-sich-definitiv-als-auto-anzeiger\/\" target=\"_blank\">Auto-Anzeiger<\/a>, vormals <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/ausland\/amerika\/Obama-wird-die-gruene-Revolution-umsetzen\/story\/23824690\" target=\"_blank\">Tages-Anzeiger vom 24. Januar 2009 abgedruckt,<\/a> schl\u00e4gt Robert F. Kennedy jr. vor, dass der neue amerikanische Pr\u00e4sident Obama die Produktion von Benzinautos verbieten solle und stattdessen auf Elektroautos setzen solle.  <!--more--><\/p>\n<p>Aus technischer Sicht braucht es dazu selbstverst\u00e4ndlich weitere Abkl\u00e4rungen. Aber es ist durchaus plausibel, dass es kl\u00fcger ist, in zentralen Kraftwerken Strom aus dem den fossilen Treibstoffen zu produzieren (wahrscheinlich selbst dann, wenn eine Abw\u00e4rmenutzung beim thermischen Kraftwerk nicht m\u00f6glich ist; allenfalls, aber nicht zwingend der Einbezug dezentraler Klein-WKK-Anlagen) statt Benzin und Diesel in Fahrzeugen zu verbrennen. Der Wirkungsgrad des traditionellen Fahrzeugantriebs ist derart lausig (sicher unter 15 %, unter typischen Verh\u00e4ltnissen sogar gegen 10 %), dass die Kette Stromproduktion, Transport, Speicherung in Batterien, Verwendung in effizienten Elektro-Motoren mit Rekuperation der Bremsenergie vorteilhafter ist. Bei zentralen Kraftwerken kann gr\u00f6sserer Aufwand f\u00fcr die Reinigung der Abgase geleistet werden, und am Ort der Stromverwendung entstehen geringere Schadstoffbelastungen; Elektromotoren sind besser geeignet, um mit den im Strassenverkehr auftretenden schnellen Lastwechseln umzugehen. Zudem besteht das Potenzial, mittelfristig anstelle des fossilen Treibstoffes erneuerbare Energien einzusetzen. Es ist davon auszugehen, dass Elektrofahrzeuge dazu beitragen k\u00f6nnen, die L\u00e4rmemissionen aus dem Strassenverkehr deutlich zu vermindern.<\/p>\n<p>Die zentrale Frage des Vorschlages von Robert F. Kennedy ist allerdings gar nicht der technische Aspekt, sondern der damit verbundene politische, gesellschaftliche und \u00f6konomische Prozess. Seit langen Jahren arbeitet nun die Autowirtschaft an der energetischen Optimierung der klassischen Verbrennungsmotoren. Allf\u00e4llige Fortschritte werden durch erh\u00f6hten Energiebedarf der Fahrzeuge f\u00fcr andere Zwecke, von der Mitf\u00fchrung immer h\u00f6herer Tara (Leergewicht pro transportierte Person, Stichwort SUV&#8230;) \u00fcber die  Beleuchtung bis zur Klimaanlage, und durch die dauernd h\u00f6heren Fahrleistungen \u00fcberkompensiert. Es zeigt sich auch, dass die Bem\u00fchungen, fossile Treibstoffe durch technisch vergleichbare Treibstoffe auf der Basis erneuerbarer Ressourcen (Stichworte z.B. <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Biodiesel\" target=\"_blank\">RME<\/a>, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/BtL-Kraftstoff\" target=\"_blank\">BtL<\/a>) zu unl\u00f6sbaren ethischen Fragestellungen f\u00fchren, und somit nicht der Probleml\u00f6sungen dienen k\u00f6nnen. Die bisherige Praxis in der Fahrzeugtechnik erscheint als konzeptlose Symptombek\u00e4mpfung oder als dauernde kopflose Feuerwehr\u00fcbung. <\/p>\n<p>Der Vorschlag von Robert F. Kennedy ist auch ein Ansatz, um die zur umfassenden Probleml\u00f6sung notwendige Aenderung des Denkens zu beschleunigen. Entscheidende technische und gesellschaftspolitische Ver\u00e4nderungen &#8211; und diese sind im Hinblick auf die 2000-Watt-Gesellschaft dringlich erforderlich &#8211; erfolgen in der Regel nur aufgrund \u00e4usserer Impulse. Das Verbot von Verbrennungsmotoren w\u00e4re mit Sicherheit ein solcher!  <\/p>\n<p>Elektrofahrzeuge anstelle der bisherigen Diesel- und Benzinautos sind sicher nicht die Strategie, um beim Verkehr ganz einfach zur Tagesordnung \u00fcbergehen zu k\u00f6nnen. Es braucht eine <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/endlich-mit-dem-bau-neuer-strassen-aufhoren\/\" target=\"_blank\">Verkehrs- und Siedlungspolitik<\/a>, die die Zwangsmobilit\u00e4t deutlich vermindert und damit zum Verkehrssparen beitr\u00e4gt. Nebenbei: in der Schweiz hat die Elektromobilit\u00e4t im \u00f6ffentlichen Verkehr lange Tradition; da lohnt es sich, auch aus energetischer Sicht zuk\u00fcnftig in erster Linie auf den \u00f6ffentlichen Verkehr zu setzen! <\/p>\n<p><small>Aus 2kwblog.umweltnetz.ch<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem l\u00e4ngeren Gespr\u00e4ch, im Auto-Anzeiger, vormals Tages-Anzeiger vom 24. Januar 2009 abgedruckt, schl\u00e4gt Robert F. 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