{"id":1162,"date":"2008-03-24T20:31:36","date_gmt":"2008-03-24T20:31:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/2000-watt-gesellschaft-wie-schnell-ist-schnell-genug"},"modified":"2014-10-14T09:29:26","modified_gmt":"2014-10-14T07:29:26","slug":"2000-watt-gesellschaft-wie-schnell-ist-schnell-genug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/2000-watt-gesellschaft-wie-schnell-ist-schnell-genug","title":{"rendered":"2000-Watt-Gesellschaft: Wie schnell ist schnell genug?"},"content":{"rendered":"<p>Dass die 2000-Watt-Gesellschaft Zukunftspotential hat, ist immer mehr Menschen klar. Die deutliche Verminderung des Energieverbrauchs verbunden mit einer noch deutlicheren Verminderung des Ausstoss von Treibhausgasen fossilen Ursprungs (Brenn- und Treibstoffe wie Heiz\u00f6l, Erdgas, Diesel, Benzin,&#8230;) ist eine zwingende Vorgabe. So schnell wie m\u00f6glich selbstverst\u00e4ndlich! Aber wie schnell ist schnell genug? Markus Kunz nimmt eine Medienkonferenz der ETH Z\u00fcrich zur ESC-&#8222;Energiestrategie f\u00fcr die ETH Z\u00fcrich&#8220; zum Anlass, in der Wochenzeitung <a href=\"http:\/\/www.pszeitung.ch\/\" target=\"_blank\">P.S. vom 20. M\u00e4rz 2008<\/a> <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/pdf\/ps0811_080320-MarkusKunz_2000Watt.pdf\" target=\"_blank\">gr\u00fcne Gedanken zur 2000-Watt-Gesellschaft<\/a> zu \u00e4ussern. <\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Markus Kunz ist <a href=\"http:\/\/markuskunz.ch\/\" target=\"_blank\">Pr\u00e4sident Gr\u00fcne Stadt Z\u00fcrich<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.zhaw.ch\/fileadmin\/php_includes\/popup\/person-detail.php?kurzz=knza\" target=\"_blank\">Professor am Institut f\u00fcr Nachhaltige Entwicklung an der Z\u00fcrcher Hochschule f\u00fcr Angewandte Wissenschaften<\/a>. Die Gr\u00fcnen Stadt Z\u00fcrich haben die <a href=\"http:\/\/gruenezuerich.ch\/umweltschutz-konkret\" target=\"_blank\">Volksinitiative &#8222;Umweltschutz konkret&#8220;<\/a> eingereicht, der Stadtrat schl\u00e4gt als Alternative dazu einen <a href=\"http:\/\/www.gemeinderat-zuerich.ch\/DocumentLoader.aspx?ID=1d872aa7-a5d7-487b-86e4-98c570d4fbee.pdf&#038;Title=2007_0603.pdf\" target=\"_blank\">Gegenvorschlag<\/a> vor, welcher die Idee der 2000-Watt-Gesellschaft in der Gemeindeordnung der Stadt Z\u00fcrich verankern m\u00f6chte. <\/p>\n<p>Markus Kunz l\u00e4sst in seinen gr\u00fcnen Wochengedanken erkennen, dass eigentlich nur noch der zeitliche Fahrplan Ursache f\u00fcr inhaltliche Differenzen darstellt &#8211; eben die Frage &#8222;Wie schnell ist schnell genug?&#8220;. Das Jahr 2050 hat Markus Kunz im Blick, der Stadtrat hat nach Ansicht von Markus Kunz die Zielerreichung f\u00fcr das Jahr 2150 angek\u00fcndigt. Diese 100 Jahre Differenz wirken auf den ersten Blick enorm &#8211; und scheinen die Emp\u00f6rung von Markus Kunz zu rechtfertigen. Allerdings nur auf den ersten Blick!<\/p>\n<p>Ein Blick in die j\u00fcngere Geschichte zeigt die Zeitrelativit\u00e4t in der Politik. Am 3. Februar 2008 war in der Zeitung zu lesen, dass die Gr\u00fcnen der Stadt Z\u00fcrich im Zusammenhang mit dem in der Sonntagspresse angek\u00fcndigten R\u00fccktritt von Monika Stocker von einer Zeitungsente sprachen. Bereits am 5. Februar 2008 gab es von den Gr\u00fcnen eine Medienmitteilung <em>(Nachtrag 14.10.2014: Link gel\u00f6scht, im Internet der Gr\u00fcnen Stadt Z\u00fcrich reicht das Medienmitteilungsarchiv nur bis Anfang 2009)<\/em>, bei der der R\u00fccktritt von Monika Stocker bedauert wurde&#8230; <\/p>\n<p>Die Politik hat ihre eigene Zeitrechnung, und jeder Zeitraum von mehr als vier Jahren (Zeit zwischen zwei Wahlen) ist in der Politik eigentlich gar nicht existent. Rein aus politischer Sicht ist diese Differenz zwischen 2050 und 2150 gar nicht vorhanden.<\/p>\n<p>Inhaltlich scheint der Zeitpunkt 2050 angesichts der bef\u00fcrchteten dramatischen Auswirkungen des menschgemachten Klimawandels problemgerechter zu sein &#8211; der Zeitpunkt 2150 ist so weit ausserhalb des <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/1858\" target=\"_blank\">menschlichen Vorstellungsverm\u00f6gens<\/a>,  dass Stirnrunzeln eine gewisse Berechtigung hat. Allerdings: um beide Entwicklungspfade einzuleiten, braucht es in den n\u00e4chsten 10 Jahren Massnahmen, die weit \u00fcber das hinausgehen, was in den letzten 20 Jahren an Energie- und Klimaschutzpolitik umgesetzt wurde! Wenn Markus Kunz und ich in Pension gehen, werden wir bereits eine statistisch gesicherte Verminderung des Energieverbrauchs pro Person um einige wenige Prozent als Erfolg unserer Bem\u00fchungen bezeichnen k\u00f6nnen! Den Unterschied des Pfades auf 2050 oder 2150 hin wird in etwas mehr als 12 Jahren statistisch nicht nachweisbar sein! Bis 2050 werden aber mindestens 10 Wahlzyklen von Stadtrat und Gemeinderat stattfinden &#8211; jede davon mit der M\u00f6glichkeit einer v\u00f6lligen Neubewertung aller Werte. In diesem Zeitraum d\u00fcrfte auch die mittlere Lebensdauer eines Artikels der Gemeindeordnung erreicht werden. Das Erreichen einer nachhaltigen Energieversorgung und die Sicherstellung, dass die menschgemachten Auswirkungen auf das globale Klima die Ueberlebensf\u00e4higkeiten des Planeten Erde nicht in Frage stellen, ist eine Mehrgenerationenaufgabe &#8211; der Normalbetrieb der nachhaltigen Energieversorgung ist zuk\u00fcnftige Daueraufgabe der Menschheit. Bei allem Respekt vor der Ernsthaftigkeit des Anliegens von Markus Kunz: es hat auch mit Nachhaltigkeit zu tun, dass jede Generation jene Aufgaben bew\u00e4ltigt, die sie zu l\u00f6sen imstande ist &#8211; im vollen Vertrauen darauf, dass auch zuk\u00fcnftige Generationen ihre Verantwortung wahrnehmen. <\/p>\n<p>F\u00fcr &#8222;<em>unsere Zeit<\/em>&#8220; heisst dies: daf\u00fcr sorgen, dass sich die aktuelle 6&#8217;300-Watt-Gesellschaft glaubw\u00fcrdig auf den Weg Richtung 2000-Watt-Gesellschaft macht. Dabei ist es nicht entscheidend, ob als langfristiges Ziel das Jahr 2050 oder das Jahr 2150 auf dem Wandervorschlag steht: es wird auf jeden Fall eine ganze Reihe von Erholungspausen, Aussichtspunkten, Wegweisern usw erfordern, um die ambiti\u00f6sen Wegmarken zu erreichen! 2050 oder 2150 &#8211; angesichts der Herausforderungen hat diese Debatte durchaus den Charakter einer Sackgasse. Machen wir uns fit f\u00fcr die erste Wegetappe, beispielsweise bis 2020, und lassen uns von den immer wieder vorhandenen kleinen und gr\u00f6sseren Erfolgserlebnissen dazu motivieren, immer ein bisschen schneller zu sein als die &#8222;Marschzeitvorgabe&#8220;! Und dies im Wissen, dass auch zuk\u00fcnftig regelm\u00e4ssig frische Kr\u00e4fte und neue Ideen &#8211; sowohl bez\u00fcglich Effizienz- als auch Suffizienz-Massnahmen &#8211; dazu beitragen werden, dass der Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft gangbar ist!  <\/p>\n<p><small>Aus 2kwblog.umweltnetz.ch<\/small>          <\/p>\n<p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass die 2000-Watt-Gesellschaft Zukunftspotential hat, ist immer mehr Menschen klar. Die deutliche Verminderung des Energieverbrauchs verbunden mit einer noch deutlicheren Verminderung des Ausstoss von Treibhausgasen fossilen Ursprungs (Brenn- und Treibstoffe wie Heiz\u00f6l, Erdgas, Diesel, Benzin,&#8230;) ist eine zwingende Vorgabe. 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