{"id":1161,"date":"2008-04-13T12:23:44","date_gmt":"2008-04-13T12:23:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/recht-auf-nahrung-statt-automobilitatswahn"},"modified":"2009-10-18T15:24:25","modified_gmt":"2009-10-18T13:24:25","slug":"recht-auf-nahrung-statt-automobilitatswahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/recht-auf-nahrung-statt-automobilitatswahn","title":{"rendered":"Recht auf Nahrung statt Automobilit\u00e4tswahn"},"content":{"rendered":"<p>Der Direktor des Internationalen W\u00e4hrungsfonds, Dominique Strauss-Kahn,  weist auf die verheerenden Folgen der aktuellen und weltweiten Explosion der Lebensmittelpreise hin (z.B. <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/teuerung_der_grundnahrungsmittel_als_bedrohung__1.709303.html\" target=\"_blank\">NZZ vom 13.4.08<\/a>. Eine der Ursachen dieser explosiven Preisentwicklung ist der Bedarf der reichen L\u00e4ndern nach &#8222;Agrarrohstoffen&#8220; zur Herstellung von <em>Biotreibstoffen<\/em>. Die Autos der Reichen saufen die Nahrung der &#8222;Armen&#8220;.<!--more--><\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Union hat sich zum Ziel gesetzt, 10 % des Treibstoffbedarfes durch sogenannte Biotreibstoffe abzudecken &#8211; obwohl bekannt ist, dass sowohl die sozialen als auch \u00f6kologischen Auswirkungen dieses Planes verheerende Folgen f\u00fcr viele Menschen haben werden. Auch f\u00fcr die Schweiz ist die Steigerung des Anteils von Biotreibstoffen Gegenstand der Energiepolitik.<\/p>\n<p>Der Treibstoffverbrauch in der Schweiz hat zwischen 1990 und 2006 um 12 % zugenommen. Die Abnahme des spezifischen Treibstoffverbrauchs pro Fahrzeugkilometer wurde durch die h\u00f6here Fahrleistung \u00fcberkompensiert. Immer mehr Leute auch in der Schweiz bekommen ein schlechtes Gewissen wegen der von ihnen verursachten \u00fcberm\u00e4ssigen Beanspruchung der Ressourcen. Es entspricht einer uralten Tradition &#8211; seit der Steinzeit &#8211; bestehende Probleme mit immer neuen Technologien anzugehen. Ohne dieses Verhalten w\u00e4ren viele liebgewonnene Gewohnheiten nicht m\u00f6glich. Biotreibstoffe sind eine solche technologische M\u00f6glichkeit. Allerdings: um nur schon die aktuelle Zunahme des Treibstoffverbrauchs mit dieser Technologie abdecken zu k\u00f6nnen, risikiert die Menschheit eine explosive Erh\u00f6hung der Lebensmittelpreise &#8211; was zur Folge hat, dass sich ein steigender Anteil der Weltbev\u00f6lkerung die Nahrungsmittel nicht mehr leisten kann. Und dies in einer Welt, in der bereits heute alle 30 Sekunden ein <a href=\"http:\/\/www.heks.ch\/fileadmin\/user_upload\/domain1\/1_news_and_service\/pdf\/Dezember_Kampagne\/Hunger_toetet_A4_hoch_2007_08.pdf\" target=\"_blank\">Kind an Hunger stirbt<\/a>! Sogar die SVP der Stadt Z\u00fcrich hat gemerkt, dass da einiges noch nicht stimmt, haben doch ihre Gemeinderatsvertreter Martin B\u00fcrlimann und Kurt H\u00fcssy einen <a href=\"http:\/\/www.gemeinderat-zuerich.ch\/Geschaeft_Details.aspx?ID=9f99a9eb-8e03-4517-8714-657c63400f2e\" target=\"-blank\">Vorstoss<\/a> dazu eingereicht &#8211; der allerdings an Scheinheiligkeit kaum zu \u00fcberbieten ist, da die SVP als vehemente und kritiklose F\u00f6rderin der Automobilit\u00e4t t\u00e4tig ist.<\/p>\n<p>Agrotreibstoffe sind somit in der heutigen Form absolut untauglich, einen nachhaltigen Beitrag zur Erreichung der Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft zu leisten.<\/p>\n<p>Was ist stattdessen zu tun? <\/p>\n<ul>\n<li>Es braucht endlich eine <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/denken-vor-dem-auto-fahren\/\" target=\"_blank\">Verkehrspolitik<\/a>, die den Verkehr begrenzt, um die Mobilit\u00e4t zu erhalten.<\/li>\n<li>Staaten und Produzenten von Agrotreibstoffen haben sich zu verpflichten, keine Rohstoffe f\u00fcr die Produktion von Treibstoffen einzusetzen, die als Nahrungsmittel Verwendung finden.<\/li>\n<li>Nach einer langen Phase der industrialisierten Landwirtschaft reift die Erkenntnis, dass zum Beispiel wegen des Artenschutzes oder der Erhaltung der Regenw\u00e4lder eine naturnahe Landwirtschaft erforderlich ist. Dazu geh\u00f6ren beispielsweise tempor\u00e4re Brachfl\u00e4chen. Wenn Fl\u00e4chen f\u00fcr den Anbau von Agrorohstoffen f\u00fcr die Treibstoffproduktion herangezogen werden, ist daf\u00fcr zu sorgen, dass eine nachhaltige Bewirtschaftung erfolgt (Bio-Landwirtschaft, Schutz der Tropenw\u00e4lder, &#8230;).<\/li>\n<li>Es sind so rasch als m\u00f6gliche unabh\u00e4ngige Labels zu schaffen, die den Konsumentinnen Gew\u00e4hr bieten, dass Agrotreibstoffe vereinbar mit den Grunds\u00e4tzen der nachhaltigen Entwicklung hergestellt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p><small>Aus 2kwblog.umweltnetz.ch<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Direktor des Internationalen W\u00e4hrungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, weist auf die verheerenden Folgen der aktuellen und weltweiten Explosion der Lebensmittelpreise hin (z.B. NZZ vom 13.4.08. 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