{"id":108,"date":"2008-11-09T23:45:33","date_gmt":"2008-11-09T22:45:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/tramverlangerung-zoo-zurich-endlich-handeln\/"},"modified":"2011-04-03T23:08:21","modified_gmt":"2011-04-03T21:08:21","slug":"tramverlangerung-zoo-zurich-endlich-handeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/tramverlangerung-zoo-zurich-endlich-handeln","title":{"rendered":"Am 30. November 2008: Ja zur VCS-Volksinitiative &#8222;Mit dem Tram direkt zum Zoo!&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Ein Zeichen setzen und endlich handeln: am 30. November 2008 mit einem Ja zur kantonalz\u00fcrcherischen VCS-Volksinitiative &#8222;Mit dem Tram direkt zum Zoo!&#8220;. Der Z\u00fcrcher Zoo mit seinen grossen Besucherzahlen und seinen artenschutz-politischen Absichten verlangt endlich nach einer Erschliessung, bei der die Haltestellen des \u00f6ffentlichen Nahverkehrs n\u00e4her bei den Eing\u00e4ngen liegen als die Parkpl\u00e4tze des motorisierten Individualverkehrs<!--more--><\/p>\n<p>Ein Seilb\u00e4hnchen ist zwar ein gespanntes Verkehrsmittel, f\u00fcr den Zoo ab dem S-Bahn-Bahnhof Stettbach aber keine spannende verkehrspolitische Option. Wie dies die VCS-Initiative &#8222;Mit dem Tram zum Zoo&#8220; will, gibt es nur eine zweckm\u00e4ssige Erschliessung des Zoos: per Tram, eine kleine Verl\u00e4ngerung von wenigen hundert Metern Tramschienen, mit dem Anschluss an ein umfassendes Nahverkehrsnetz. Aus unerfindlichen Gr\u00fcnden und mit fadenscheinigen Argumenten wollen die Z\u00fcrcher Regierung und der Z\u00fcrcher Kantonsrat die naheliegendste L\u00f6sung nicht, sondern halten an einer zwar m\u00f6glicherweise originellen, aber verkehrspolitisch eher episodischen L\u00f6sung fest.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Der Zoo begr\u00fcndet sein Nein zur Tramverl\u00e4ngerung mit der Erhaltung von Parkpl\u00e4tzen f\u00fcr Familien(-Autos). Diese vergangenheitsbezogene Haltung des Z\u00fcrcher Zoos ist nicht nachvollziehbar.<\/p>\n<p>Ich habe als Familienvater w\u00e4hrend Jahren mit Familie den Zoo besucht &#8211; und dies immer ohne Auto, weil ich noch gar nie ein Auto besessen habe.<\/p>\n<p>Was st\u00f6rend war: der lange Anmarsch von der Zoohaltestelle zu den Zooeing\u00e4ngen, und die Bel\u00e4stigung durch die Autofahrenden &#8211; ob als fahrende oder abgestellte Autos.<\/p>\n<p>Wer sich wie der Zoo die Arterhaltung auf die Fahne schreibt, muss zwingend einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten. Denn diverse Studien zeigen, dass der menschgemachte Klimawandel verheerende Auswirkungen auf die Artenvielfalt hat. Es ist zwar sch\u00f6n, dass sich der Zoo durch das ewz eine Holzheizung contracten l\u00e4sst &#8211; verglichen mit den CO2-Belastungen aus dem Anreiseverkehr der ZoobesucherInnen ist dies allerdings blosse Kosmetik. Aus Klimaschutzgr\u00fcnden gerade auch im Hinblick auf die Artenvielfalt ist es zwingend, dass der Zoo aktiv daf\u00fcr wirbt, dass die ZoobesucherInnen mit dem \u00f6ffentlichen Verkehr anreisen. Dr. Thomas Wagner, fr\u00fcherer FDP-Stadtrat, fr\u00fcheres Zoo-Vorstandsmitglied, kritisiert den Zoodirektor Alex R\u00fcbel scharf daf\u00fcr, dass sich dieser so prominent in den Abstimmungskampf einmischt und das Zootram bek\u00e4mpft (Tages-Anzeiger vom 6.11.2008). <\/p>\n<hr \/>\n<p>Und dann kommt nat\u00fcrlich noch der Tages-Anzeiger-Journalist Ren\u00e9 Staubli und publiziert im Tages-Anzeiger vom 10.11.08 auch noch <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/zuerich\/stadt\/Geringe-Akzeptanz-fuer-das-Tram-zum-Zoo\/story\/27409354\" target=\"_blank\">ein selbstgebasteltes Umfr\u00e4geli<\/a> zur Erschliessung des Z\u00fcrcher Zoos. Abgesehen davon, dass bei 50 Personen die Fehlergrenzen ziemlich gross sind, was dazu f\u00fchrt, dass bei 50 anderen Personen ganz andere Ergebnisse m\u00f6glich w\u00e4ren, zeigt die Umfrage etwas spannendes: gegen 50 % der befragten ZoobesucherInnen  kamen mit dem Auto. Nicht verwunderlich, wollen diese nichts ge\u00e4ndert haben bei der Zooerschliessung, so haben sie n\u00e4mlich immer eine gute Ausrede, warum sie trotz Klimawandel-Diskussion immer noch mit dem Auto unterwegs sind. Auf jeden Fall beweist diese Umfrage sicher nicht das, was Herr Staubli behauptet. Einmal mehr: der Tages-Anzeiger hat null Ahnung vom ernsthaften Politik-Umfrage-Gesch\u00e4ft, und informiert einmal mehr tendenzi\u00f6s und voreingenommen! Aber eben: auch die Auto-Beilage des Tagi weist darauf hin: auch der Tagi ist nichts anderes als ein Sprachrohr der Autolobby&#8230;   <\/p>\n<hr \/>\n<p>Wer den Zoo Z&uuml;rich mit dem &ouml;ffentlichen Verkehr besuchen m&ouml;chte, muss bereits vor dem Spaziergang durch den Zoo einen l&auml;ngeren Fussmarsch auf sich nehmen: mehr als 300 Meter gehts n&auml;mlich von der letzten Tramhaltestelle bis zum alten Zooeingang, mehr als 500 Meter mit zum Eingang zur Masoala-Halle. Das sind zwar keine nicht bew&auml;ltigbaren Distanzen, aber viele Autoparkpl&auml;tze liegen deutlich n&auml;her als die Haltestelle Zoo. Ein eigenartiges Signal: der Zoo und mit ihm die Stadt Z&uuml;rich tut mehr f&uuml;r die autofahrenden ZoobesucherInnen als jene, die mit dem &ouml;ffentlichen Verkehr anreisen! Angesichts solcher Fakten bleiben all die sch\u00f6nen Worte mit Handlungsaufforderungen zum Klimaschutz reine Lippenbekenntnisse. <\/p>\n<p>Moderne Zoos verstehen sich nicht mehr als Schaub&uuml;hne f&uuml;r exotische Tiere, sondern m&ouml;chten Tiere einen m&ouml;glichst naturnahen Lebensraum bieten, nicht zuletzt darum, weil f&uuml;r immer mehr Zootierarten Erhaltungszuchtprogramme n&ouml;tig sind. In den meisten F&auml;llen darum, weil der Mensch die nat&uuml;rlichen Lebensr&auml;ume dieser Tiere derart eingeschr&auml;nkt hat, dass auf nat&uuml;rliche Art und Weise die Arterhaltung nicht m&ouml;glich ist. Der bereits im Gang befindliche Klimawandel schr&auml;nkt die Lebensr&auml;ume vieler Arten weiter ein. Bekanntlich stossen die Autos erhebliche Mengen des Klimakillers Kohlendioxid aus &#8211; auch dann, wenn sie auf dem Weg von und zum Zoo gebraucht werden. An-  und Wegfahrt zum Zoo per Auto ist gedankenlos. Ebenso gedankenlos ist die Reaktion von Zoodirektor Alex R&uuml;bel auf die Initiative &#8222;Mit dem Tram direkt zum Zoo&#8220; des VCS Z&uuml;rich (Unterschriftensammlung vom 18. August 2006 bis zum 18. Februar 2007): er findet ein Tram zwar gut, aber der Tramverl&auml;ngerung d&uuml;rften keine weiteren Parkpl&auml;tze zum Opfer fallen. Herr Zoodirektor: wenn es Ihnen mit der Erhaltungszucht gef&auml;hrdeter Tierarten Ernst ist, m&uuml;ssen Sie sich mit Vehemenz daf&uuml;r einsetzen, dass die ZoobesucherInnen nicht mehr per Auto unterwegs sind, nicht nur f&uuml;r den Zoobesuch, sondern f&uuml;r immer mehr Wege zur Arbeit, zum Einkauf, in der Freizeit. Und dann d&uuml;rfte der Zoo ehrlicherweise keine Parkpl&auml;tze &#8211; bis auf einige Behindertenparkpl&auml;tze &#8211; mehr anbieten! Eigenartig derzeit auch die Wortwahl im Zoo-Internet: selbstverst&auml;ndlich ist der Zoo auch mit dem Auto gut erreichbar &#8211; die Fahrt mit dem &ouml;ffentlichen Verkehr ist bloss empfehlenswert. Herr R&uuml;bel, wie w&auml;re es denn mit der Formulierung: Selbverst&auml;ndlich geh&ouml;rt zum Zoobesuch die Anreise mit dem &ouml;ffentlichen Verkehr, als Zeichen besonderen Respekts gegen&uuml;ber den Tieren und ihren Lebensr&auml;umen, und in ganz wenigen Ausahmesituationen hats einige wenige Parkpl&auml;tze!<\/p>\n<hr \/>\n<p>Leserbrief (aus dem Jahr 1999)<\/p>\n<h2>Der neue <a href=\"http:\/\/www.zoo.ch\/\" target=\"_blank\">Zoo<\/a> und die Tramverl&auml;ngerung geh&ouml;ren zusammen<\/h2>\n<p>Der Zoo hat die Zeichen der Zeit erkannt und will die Lebensbedingungen der Tiere verbessern. Dies steht einer Institution, die vorgibt, Beitr&auml;ge zur Arterhaltung, zum Schutz der Natur zu leisten, gut an.<\/p>\n<p>Heute fahren zu viele BesucherInnen mit ihrem Auto zum Zoo, eine Bel&auml;stigung f&uuml;r die AnwohnerInnen, eine Last f&uuml;r die Natur. Eine gute Alternative dazu w&auml;re die Tramverl&auml;ngerung bis zu den neuen Zooein- und -ausg&auml;ngen, damit die Fahrt mit dem Tram noch attraktiver wird, als herzliche Einladung, auch f&uuml;r den Zoobesuch ein umweltfreundliches Verkehrsmittel zu benutzen. Zwar verspricht uns die Stadtz&uuml;rcher Politik auf dem Papier mehr Lebensqualit&auml;t und mehr Nachhaltigkeit; wenn es aber um konkrete Taten f&uuml;r Mensch und Natur gehen w&uuml;rde, wollen die PolitikerInnen nichts mehr tun und schleichen sich aus der Verantwortung &#8211; mit vielen wohlmeinenden, aber ebenso faulen Ausreden.<\/p>\n<p>Der Zoo will sich in die Zukunft aufmachen, weil ihm das Wohlergehen der Tiere, der Schutz der Natur ein Anliegen ist. Da muss die Politik mitmachen und ein Zeichen setzen: der &quot;neue&quot; Zoo und die Tramverl&auml;ngerung geh&ouml;ren zusammen.<\/p>\n<p>Toni W. P&uuml;ntener, Kantonsrat Gr&uuml;ne, Z&uuml;rich <\/p>\n<hr \/>\n<p>Diverse Beitr\u00e4ge seit 1999<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Zeichen setzen und endlich handeln: am 30. November 2008 mit einem Ja zur kantonalz\u00fcrcherischen VCS-Volksinitiative &#8222;Mit dem Tram direkt zum Zoo!&#8220;. Der Z\u00fcrcher Zoo mit seinen grossen Besucherzahlen und seinen artenschutz-politischen Absichten verlangt endlich nach einer Erschliessung, bei der die Haltestellen des \u00f6ffentlichen Nahverkehrs n\u00e4her bei den Eing\u00e4ngen liegen als die Parkpl\u00e4tze des motorisierten &hellip; <a href=\"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/tramverlangerung-zoo-zurich-endlich-handeln\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eAm 30. 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