{"id":107,"date":"2009-12-12T17:30:33","date_gmt":"2009-12-12T16:30:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/eglisau-ist-uberall-umfahrungsstrassen-sind-nicht-einmal-scheinlosungen\/"},"modified":"2013-04-19T13:20:06","modified_gmt":"2013-04-19T11:20:06","slug":"eglisau-ist-uberall-umfahrungsstrassen-sind-nicht-einmal-scheinlosungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/eglisau-ist-uberall-umfahrungsstrassen-sind-nicht-einmal-scheinlosungen","title":{"rendered":"Eglisau ist \u00fcberall! &#8211; Umfahrungsstrassen sind nicht einmal Scheinl\u00f6sungen"},"content":{"rendered":"<p>Die Situation ist tats&auml;chlich unhaltbar: an vielen Orten ist der Verkehr ein t&auml;gliches &Auml;rgernis. Da l&auml;rmt es mitten durch Wohnquartiere, es stinkt, es dr&ouml;hnt, der Verkehr ist viel zu schnell, gef&auml;hrdet VelofahrerInnen, Fussg&auml;ngerInnen. So kann es tats&auml;chlich nicht weitergehen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>So unhaltbar ist die Situation auch im Br&uuml;ckenst&auml;dtchen Eglisau am Rhein: Der Verkehr ist untragbar. Der Gemeinderat von Eglisau wollte etwas tun f&uuml;r die geplagte Bev&ouml;lkerung, und hat beim Kantonsrat eine <a href=\"http:\/\/www.kantonsrat.zh.ch\/Geschaefte\/Geschaefte.aspx?GeschaeftID=65a26989-5bb9-4b9d-965c-ff08c68e9711\" target=\"_blank\"><strong>Beh&ouml;rdeninitiative<\/strong><\/a> f&uuml;r den Bau einer Umfahrungsstrasse eingereicht. Nur: das ist nicht einmal eine Scheinl&ouml;sung! Denn auf diese Art wird der Verkehr nicht weniger, eher noch mehr, und l&auml;rmt, stinkt, dr&ouml;hnt, gef&auml;hrdet einfach an anderen Orten. Zudem: den direkt betroffenen Menschen bringt die vorl&auml;ufige Unterst&uuml;tzung durch den Kantonsrat am 20. Dezember 1999 &uuml;berhaupt nichts: es ist abzusehen, dass in n&auml;chster Zeit, wahrscheinlich sogar in den n&auml;chsten 20 bis 30 Jahren, keine Umfahrung gebaut werden kann. Da verkommt die gut gemeinte Aktion zur Beschwichtigung.<\/p>\n<p>Helfen tut nur eins: Wir brauchen neue Ideen!<\/p>\n<p>Wir m&uuml;ssen endlich die Menschen in den Gemeinden und Quartieren in den Vordergrund stellen und nicht jene, die unterwegs sein wollen. Ins Blickfeld der Politik geh&ouml;ren Menschen, die wohnen, die an einem Ort arbeiten, Menschen, die einkaufen, die zur Schule gehen: auf diese Menschen m&uuml;ssen wir unsere Politik ausrichten! Die Strassenpolitik muss sich endlich auf die Bed&uuml;rfnisse der wohnenden Menschen ausrichten, zum Beispiel durch l&auml;ngst f&auml;llige L&auml;rmschutzmassnahmen oder durch Tempo 30 generell innerorts. Wir m&uuml;ssen uns orientieren an den Fussg&auml;ngerinnen und Fussg&auml;ngern, zum Beispiel durch die Realisierung von attraktiven Fusswegen innerorts. Wir m&uuml;ssen schauen, was die Velofahrerinnen und Velofahrer ben&ouml;tigen, zum Beispiel zusammenh&auml;ngende, sichere und angenehme Verbindungen innerorts und von Ort zu Ort. <\/p>\n<p>Drei konkrete Handlungsvorschl&auml;ge, um die Folgen des Verkehrs einigermassen in den Griff zu bekommen:<\/p>\n<ol>\n<li>Verkehr entsteht nicht von alleine, wir alle sind die Verursachenden. Verkehrssparen beginnt bei der kritischen Beurteilung des eigenen Verkehrsverhaltens. Braucht es wirklich das Auto, oder geht es auch zu Fuss, mit dem Velo oder dem &ouml;ffentlichen Verkehr? Falls es wirklich nicht anders geht: Wie w&auml;re es mit der Mitgliedschaft bei <a href=\"http:\/\/www.mobility.ch\/de\/pub\/\" target=\"_blank\"><strong>Mobility<\/strong><\/a>?<br \/>&nbsp;<\/li>\n<li>Falls Sie die Entscheidungsm&ouml;glichkeit haben: sorgen Sie daf&uuml;r, dass m&ouml;glichst viele G&uuml;ter per Bahn transportiert werden!<br \/>&nbsp;<\/li>\n<li>Der Verkehr muss beruhigt werden, zuerst innerorts. Tempo 30 innerorts ist an vielen Orten eine Selbstverst&auml;ndlichkeit, andernorts brauchts vielleicht noch ein bisschen l&auml;nger.<br \/>&nbsp;<\/li>\n<\/ol>\n<hr \/>\n<p>Nachtrag 12.12.2009<\/p>\n<p>Der <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/zuerich\/unterland\/Stau-in-Eglisau-Kanton-geht-das-Problem-nun-an\/story\/29124436\" target=\"_blank\">Auto-Anzeiger<\/a> (fr\u00fcher Tages-Anzeiger) nimmt im Dezember 2009 das Thema wieder einmal auf. Zitiert wird unter anderem der Mediensprecher des kantonalen Amtes f\u00fcr Verkehr, Anselm Schwyn. Dieser l\u00e4sst sich zitieren, dass sein Arbeitsweg \u00fcber diese Strassenabschnitte bei Eglisau f\u00fchrt. In der Schweiz gibt es <a href=\"http:\/\/tel.search.ch\/?name=Anselm+Schwyn\" target=\"_blank\">genau eine Person mit Namen Anselm Schwyn<\/a>, wohnhaft in Thayngen &#8211; nach Z\u00fcrich am Neum\u00fchlequai, Standort des Amtes, sind es gem\u00e4ss Google maps via B\u00fclach (A51) 55.3 km oder 59 Minuten f\u00fcr einen Arbeitsweg &#8211; dies macht bei 200 Arbeitstagen pro Jahr \u00fcber 22&#8217;000 km Autofahrt &#8211; selbst bei einem Auto mit tiefem Verbrauch 2.5 Tonnen CO2 pro Jahr, und dies allein f\u00fcr den Arbeitsweg! Immerhin g\u00e4be es auch noch die Option \u00f6ffentlicher Verkehr &#8211; mit Fahrzeiten von 63 bis 71 Minuten f\u00fcr einen Weg von Bahnhof zu Bahnhof. Bei allem Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Attraktivit\u00e4t des spannenden Arbeitsplatzes beim Amt f\u00fcr Verkehr: machen solche Arbeitswege Sinn? <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/ist-der-ov-2000-watt-fahig\" target=\"_blank\">2000-Watt-Gesellschaft-vertr\u00e4glich sind sie auf jeden Fall nicht<\/a>! Es ist davon auszugehen, dass es viele Menschen wie Anselm Schwyn gibt, die sich im Verkehr <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/verkehrs-richtplan-kanton-zurich-verkehrt\" target=\"_blank\">nicht nachhaltig verhalten<\/a> &#8211; es geht also nicht etwa darum, Herrn Schwyn anzuprangern, sondern an exemplarischen Beispielen aufzuzeigen, wie Verkehr entsteht. Darum stimmt der bald Jahre alte Titel immer noch: <strong>Eglisau ist \u00fcberall! &#8211; Umfahrungsstrassen sind nicht einmal Scheinl\u00f6sungen.<\/strong><\/p>\n<hr>\n<p>Nachtrag 19.4.2013<\/p>\n<p>Offenbar sind es tats\u00e4chlich die <a href=\"http:\/\/2lounge.ch\/2010\/02\/16\/umfahrung-eglisau-jetzt-wirds-zeit.html\" target=\"_blank\">ewiggestrigen Windschutzscheibenbeschr\u00e4nkthorizontler<\/a>, die eine Umfahrung von Eglisau wollen. Nach wie vor: gar nicht fahren, egal ob mit Auto oder \u00d6V, ist die beste L\u00f6sung. Jeder Tag Home Office reduziert den eigenen Verkehrsbeitrag um 20 %. Ganz einfach: was nicht zu Fuss oder mit dem Velo bew\u00e4ltigbar ist, ist aus Nachhaltigkeitssicht eine zu lange <a href=\"http:\/\/www.umweltnetz.ch\/content\/ich-pendle-also-bin-ich\" title=\"Ich pendle, also bin ich \u2013 es braucht ein neues Verkehrsverst\u00e4ndnis!\" target=\"_blank\">Pendelstrecke<\/a>! Alles andere ist eben Windschutzscheibenoptik &#8211; und f\u00fchrt zu Symptombek\u00e4mpfung statt zu L\u00f6sungen.  <\/p>\n<p>Erste Fassung 15. Januar 2000<\/p>\n<p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Situation ist tats&auml;chlich unhaltbar: an vielen Orten ist der Verkehr ein t&auml;gliches &Auml;rgernis. Da l&auml;rmt es mitten durch Wohnquartiere, es stinkt, es dr&ouml;hnt, der Verkehr ist viel zu schnell, gef&auml;hrdet VelofahrerInnen, Fussg&auml;ngerInnen. 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