«Solar Impulse 2» ist ein weiterer Beleg dafür, dass das Wollen ein zentraler Aspekt des Erfolges ist. Es mag sein, dass das Wollen durch die Familien-Geschichte der Piccard-Pioniere quasi vorgegeben ist. Alle Piccards sind allerdings für die Erreichung ihrer Ziele auf Teams, auf grosse Teams angewiesen. Nicht ohne Grund verwende ich deshalb die Formulierung «wenn wir es wollen», siehe auch hier.
Ob nun Flugzeuge zukünftig tatsächlich mit Sonnenenergie in der von «Solar Impulse 2» verwendeten Form unterwegs sein werden, spielt nicht wirklich eine Rolle. Den entscheidenden Impuls vermittelt «Solar Impulse 2» durch den Beleg, dass Fliegen auch ohne fossile Energien möglich ist. Das gilt auch dann, wenn all die konventionellen Flüge des Piccard/Borschberg-Teams einbezogen werden. Während der letzten Etappe der Solarflug-Weltumrundung titelte die amerikanische Umweltbehörde EPA: Aircraft Emissions Contribute to Climate Change Endangering Public Health and the Environment. Wir kommen gar nicht darum herum, andere Antriebsarten für den Flugverkehr zu suchen – selbstverständlich basierend auf erneuerbaren, nachhaltig nutzbaren Energieträgern. Wenn wir dies wirklich wollen, dann schaffen wir dies – «Solar Impulse 2» belegt dies.
Für Bertrand Piccard ist dies bekanntlich der zweite Weltrekord-Weltumrundungserfolg. Der Ballonflug mit Breitling Orbiter und die Nachfolgeflüge von Steve Fossett und Fedor Konjuchow weisen darauf hin, dass es klug sein könnte, für den Flugverkehr zukünftig Auftrieb und Vortrieb funktionell zu trennen. Der Konjuchow-Rekord für die Weltumrundung dauerte elf Tage (ohne Zwischenlandung) – mit 16 Zwischenlandungen brauchte «Solar Impulse 2» etwas mehr als 23 Tage reine Flugzeit für die Erdumrundung. Luftschiffe erreichen zwar derzeit nicht die Spitzengeschwindigkeiten heutiger Verkehrsflugzeuge, dafür bieten sie deutlich mehr Beinfreiheit respektive Komfort.
Möglicherweise ist auch der Ansatz der direkten Solarstromversorgung während des Fluges nicht die einzige Lösung. Allenfalls ist wie bei den Elektrofahrzeugen die Trennung von Energieproduktion, -speicherung und -transport längerfristig zielführend. Auch die «Tour de Sol» hat 1985 bis 1993 Impulse gegeben – die heutigen Elektrofahrzeuge sehen wesentlich anders aus!
«Solar Impulse» wurde in den letzten Wochen und Monaten häufig von meinem News-Bot gefunden – es ist daher naheliegend, dass ich diese Kombination im Titel dieses Blog-Beitrages aufnehme.
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Es ist leider davon auszugehen, dass Politik und Energiewirtschaft dabei keine wirkliche Hilfe sind – es braucht also eine Energiepolitik von unten.
Im Rahmen Energieforschung Stadt Zürich wurden Erfolgsfaktoren erfolgreicher Gebäudeerneuerungen untersucht – verallgemeinert nicht nur für Energieprojekte lesen sich diese so:
Ganz einfach: Wenn etwas wirklich gewollt wird, dann sind auch ambitiöse Ziele erreichbar und tragbar!
Es kommt hin und wieder vor, dass fast gleichzeitig Informationen bekannt werden, die die Berechtigung ambitiöser Vorgaben belegen.
Da hat Swissgrid am 30. April 2015 eine umfangreiche Publikation zur Strategie des CH-Stromnetzes veröffentlicht – Swissolar meint dazu: «Die extrem detaillierten Simulationen zeigen, dass der Ausbau des Höchstspannungsnetzes für die Energiewende kosten- wie kilometermässig wesentlich moderater ausfällt als noch im „Strategischen Netz 2015“ gedacht. Die sorgfältig ausgewählten und geplanten Ausbauten würden zudem erlauben, mit geringen Zusatzkosten einen sehr hohen Anteil von 25% Solarstrom im Netz zu integrieren.». Alle Verhinderer einer zukunftsgerichteten Energie- und Klimaschutzpolitik, die weiterhin mit dem Kostenargument Meinungen manipulieren wollen, sind schlicht und einfach nicht mehr zeitgemäss.
Am Tag darauf wurde «Powerwall» von Tesla/Elon Musk vorgestellt, eine Batterie gedacht für den Haushaltgebrauch. Der Tagesverbrauch eines stromeffizienten Haushalts lässt sich mit dieser Lösung abspeichern, Kosten von derzeit 3000 $ pro Batterie, für zehn Jahre Nutzungszeit. Auch hier wieder: Für ein bis zwei Franken pro Tag pro Haushalt (bei einer Batterie oder bei zwei Batterien, falls z.B. auch noch Strom für den Betrieb der Wärmepumpe gespeichert werden soll) lässt sich ein Beitrag für eine zukunftsgerichtete Energieversorgung leisten. Zusammen mit den weniger als 3 Franken, die die Sonnenstromproduktion pro Haushalt kostet, heisst dies: ein Haushalt lässt sich für etwa 5 Franken täglich mit Strom aus Sonnenenergie versorgen, allenfalls braucht es dazu während wenigen Tagen im Jahr noch einen Austausch mit dem Stromnetz!
Ganz einfach machen! Die Erfolgsfaktoren sind ja auch bereits bekannt!
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