Seegfrörni-Indikator: Kältesummen an den grösseren Zürcher Seen im Winter 2013/14

Nachtrag: Kältesummen an den grösseren Zürcher Seen im Winter 2018/19

Mit den ersten Tagen mit im Tagesmittel unter Null Grad Celsius hat sich der Winter 2013/14 auch in Zürich angekündigt. Weil Menschen ja eigentlich sehr gerne in die Zukunft schauen, interessiert das voraussichtliche Winterwetter. Dazu gehört das seltene Phänomen der Seegfrörni. Eine Masszahl dafür ist die Kältesumme.

8.3.2014: Auch wenn es schon länger klar ist, dass der Winter 2013/14 ein aussergewöhnlich milder Winter ist und es somit nicht zu einer Seegfrörni kommen wird, führe ich die Datenreihen, falls die Daten verfügbar sind, bis Ende März nach.

Dank einigen Temperatur-Messstationen an den grösseren Zürcher Seen lässt sich die Entwicklung der Kältesumme im Kanton Zürich verfolgen, nämlich für Seegräben, leicht über dem Pfäffikersee (für 2013, 2014), Uster (am Greifensee (für 2013, für 2014), die Werte vom 5.12.2013 bis zum 9.1.2014 sind geschätzt, da in dieser Zeit die Messstation ausgefallen ist – nach einem erneuten Ausfall am 17.2.14 werden diese Werte nicht mehr nachgeführt) und Mythenquai (Stadt Zürich, am Zürichsee).

In der nachfolgenden Grafik sind die Verläufe der Kältesummen der Messstationen an oder in der Nähe der drei Seen dargestellt.

Da im Winter regelmässige warme bis sehr warme Phasen vorkommen, enthält die Grafik für den Pfäffikersee im Sinne einer These eine modifizierte Kältesumme: bei Tagesmitteltemperaturen über 4 °C wird die Kältesumme um den 4 °C übersteigenden Temperaturwert vermindert (als dünner Kurvenverlauf eingetragen).


Zur Kältesumme: es braucht für den Zürichsee eine Kältesumme von 320, für den Greifensee eine solche von 160 und den Pfäffikersee von 120 Kelvin. Sowohl im MeteoSchweiz-Text wie auch in Wikipedia findet sich die Definition der Kältesumme: Die Kältesumme eines Winters oder Monats erhält man, indem man alle Beträge negativer Tagesmitteltemperaturen (Temperaturen unter 0°C) aufsummiert.

Die saisonale Vorhersage von MeteoSchweiz für den Wintern 2013/14 hält für die Nordostschweiz einen kalten, mittleren oder milden Winter für etwa gleich wahrscheinlich.

Eine kürzere Vorausschau ermöglicht der Wochenklimaausblick von MeteoSchweiz – die Berechnungen vom 16.1.2014 zeigen für die nächsten drei Wochen Tendenzen zu etwas kühleren Wetterlagen mit eher viel Feuchtigkeit – eine eigentliche Kältewelle ist allerdings in diesen drei Wochen nicht in Sicht.


Pfäffikersee: Vergleich der Kältesumme des laufenden Winters mit jenen der Vorwinter

6.1.2014: In den letzten 3 Wintern wurde grundsätzlich die erforderliche Kältesumme erreicht, es kam aber nur einmal (Winter 2011/12) zu einer Pfäffikersee-Seegfrörni. Anfang Januar waren auch in den Vorwintern die Kältesummen tief – eine Prognose über den weiteren Verlauf ist derzeit nicht möglich.

Erste Version: 29.11.2013, regelmässige Aktualisierung der Daten, Nachträge 12.12.13, 3.1.14, 6.1.14, 17.1.14, 18.1.14, 7.3.14

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2 Gedanken zu „Seegfrörni-Indikator: Kältesummen an den grösseren Zürcher Seen im Winter 2013/14

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