Der Atomausstieg ist gut möglich, finanzierbar, vereinbar mit dem Klimaschutz, mehrheitsfähig, …

Nachdem nun mit Swisscleantech auch ein Wirtschaftsverband den Atomausstieg für realisierbar hält, wird einmal mehr meine langjährige Aussage bestätigt: der Ausstieg ist eine Frage des politischen und gesellschaftlichen Wollens, nicht des (technischen) Könnens! Als Kurzfassung, gilt sowohl für die Politik, für Unternehmen und auch für Einzelpersonen: Atomenergie endlich abwählen!

Der Atomausstieg ist gut möglich! Auch die Frage der Schnelligkeit dieses Ausstiegs ist nur eine Frage des Wollens: entweder „ausfranselnd„, wie dies der Bundesrat vorschlägt – oder zwar ambitiöser, aber ebenfalls nicht unmöglich – sofort, wie dies ethische Gründe nahelegen.

Der Atomausstieg ist finanzierbar! Nach wie vor wird in der Oeffentlichkeit vor allem die Frage diskutiert, welches die Auswirkungen eines Atomausstiegs auf den Strompreis sein werden. Die Frage nach der Strompreisentwicklung bei einer Fortsetzung der Atomstromproduktion wird kaum diskutiert – obwohl etwa die nach Murphy’s Law nie auszuschliessenden schlimmen Atomunfälle nach dem Muster von Tschernobyl oder Fukushima gar nicht versicherbar sind, respektive nur mit astronomischen Strompreiserhöhungen.

Der Atomausstieg ist vereinbar mit dem Klimaschutz! Weil sowohl eine nicht-nukleare wie eine nicht-fossile Energiezukunft die gleichen Signale Richtung Energieeffizienz, dem Einsatz erneuerbarer Energien und Suffizienz zur Verminderung des übergrossen ökologischen Fussabdrucks setzen, gehören der Atomausstieg und die Verminderung des Ausstosses von Treibhausgasen (=Klimaschutz) zwingend zusammen. Mit einem guten Mix an echten energiepolitischen Massnahmen könnten wenn zwingend nötig auch Gaskraftwerke klimaverträglich in das Energiesystem eingebunden werden.

Der Atomausstieg ist mehrheitsfähig! Mit einer passenden politischen Einbettung ist der Atomausstieg tatsächlich mehrheitsfähig. Aufgrund eines Gemeinderats-Entscheides erhalten die PrivatstromkundInnen des ewz als Standardprodukt erneuerbaren Strom. GeschäftskundInnen des ewz müssen sich aktiv für erneuerbaren Strom entscheiden. Die Folge: 3/4 des in der Stadt Zürich verkauften Stroms stammt aus erneuerbaren Quellen – in den Nachbargemeinden, in denen die EKZ AXPO-Strom verkauft, wird zu 3/4 Atomstrom verbraucht! Doch auch EKZ-/AXPO-KundInnen würden auf Atomstrom verzichten, wenn sie denn könnten, dies zumindest der Schluss einer KundInnenbefragung durch die Uni St. Gallen.


Der Wirtschaftsverband Economiesuisse erweist sich als beratungs- und argumentationsresistent. Daher stellt sich immer stärker die Frage, welche Interessen denn dieser Verband vertritt. Nachdem Swisscleantech klar die sehr zurückhaltende Ausstiegshaltung des Bundesrates bestätigt, ist klar: Economiesuisse hat mit Sicherheit nicht die von der Verfassung geforderte nachhaltige Entwicklung im Blickfeld.

Economiesuisse sollte statt Gelder für die Pro-AKW-Kampagne auszugeben, dieses Geld zur Förderung der Energieefffizienz und des Einsatzes erneuerbarer Energien einsetzen – die Energieagentur der Wirtschaft nämlich braucht dringend mehr Wirkung!

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