400 – 97 Prozent – Plus 2: #klimawandel

 Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Diesen Spruch habe in umweltnetz.ch bereits mehrfach zitiert. Das gilt insbesondere auch, wenn um den Mensch gemachten Klimwandel geht. Dabei geht es neben Prognosen oder besser Szenarien um einige ganz einfache Sachen – „Klimaschutz for Dummies“ ist gefragt!

Nach der Erreichung der 400 ppm-Grenze für CO2 in Mouna Loa hat ist eine weitere Zahl durch die Medien gegeistert: in mehr als 97 % der Studien zu globaler Klimaerwärmung respektive zum globalem Klimawaandel besteht Konsens darüber, dass der globale Klimawandel Mensch gemacht ist, dies die Ergebnisse einer Studie von Skeptical Science „Citizen Science Team“ – in 4’000 von über 12’000 wissenschaftlichen Beiträgen zum Klimawandel wurden Aussagen zu den Ursachen gemacht. In 97 % der Beiträge wurde der übermässige Ausstoss von Treibhausgasen durch menschliche Aktivitäten als Ursache für den Klimawandel benannt. Nun gibt es bereits Reaktionen, die die Zustimmung zum Mensch gemachten Klimawandel auf einen Drittel der Studien senken wollen – weil eben nur in einem Drittel der Beiträge Aussagen zu den Ursachen gemacht wurden. Dazu nur dies: Es gibt scheinbar nach wie vor VerschwörungstheoretikerInnen, die behaupten, die Erde sei eine Scheibe. In sehr wenigen Beiträgen zur geologischen Forschung dürfte die Aussage enthalten sein, dass die Erde ein (kugelförmiges) Geoid ist – daraus abzuleiten, dass die Wissenschaft an der Geoid-Form der Erde zweifelt, ist schlicht lächerlich. Beim Mensch gemachten Klimawandel ist dies ähnlich.

Ein weiteres wissenschaftliches Papier kommt zum Schluss, in den letzten Jahren habe sich die globale Erwärmung eher im Bereich der tieferen globalen Klimaerwärmungsszenarien bewegt – nach wie vor steuere die Erde aber auf ein Szenario mit einer globalen Durchschnittstemperatur 2 Kelvin über dem vorindustriellen Level zu, einer Schwelle, die generell als gesellschaftlich nicht oder nur schwierig bewältigbar gilt. Climate Criminals wie etwa die Tamedia-Rdaktion titeln auf dieser Information aufbauend unverständlicherweise: Studie: Klimaerwärmung legt eine Pause ein.

Zu beachten ist einmal mehr: die globale Erwärmung ist ein Aspekt der globalen Klimaveränderung. Da die Erde ein komplexes Gebilde ist und sich dessen Klimasystem wegen der grossen Zahl von Einflussgrössen und Wirkungsmechanismen nicht mit abschliessender Genauigkeit für Szenarioberechnungen simulieren lässt, wird es immer kleinere und grössere Abweichungen zwischen Szenario-Ergebnissen und tatsächlicher Klimaentwicklung geben.

Die je länger je unsinnigeren Diskussionen über absurde Fragen wie „Gibt es einen Mensch gemachten Klimawandel oder gibt es ihn nicht?“ lenken davon ab, dass so oder so regelmässig Entscheide zu treffen sind, die direkt oder indirekt mit dem übermässigen Treibhausgasausstoss der Menschheit zu tun haben. Letztlich geht es ganz banal um die Frage, ob es im Sinne der Vorsorge angezeigt ist, Klimaschutzmassnahmen mit Nutzen auch für andere Bereiche bei allen Alltagshandlungen umzusetzen, selbst dann, wenn Klimaschutz BIP-mässig weniger einschenkt als aufwändige Klimawandelfolgenanpassungsmassnahmen – Sir Nicholas Stern als ein Beispiel plädiert eher für Klimaschutz, ebenso wie die Wirtschaftsnobelpreisträgerin Elinor Ostrom, welche das Klima als globale Allmende betrachtet. Der deutsche Ökonomie Hans-Werner Sinn dagegen plädiert kräftig für Investitionen in teurere Klimawandelfolgenanpassungsmassnahmen. Mein Ausführungen zu Energiepolitik for Dummies sind immer auch „Klimaschutz for Dummies“ – und es geht immer auch um den Atomausstieg. Ich plädiere für den schnellen Weg in eine nach-fossile und nach-nukleare Energieversorgung. Dafür gibt es noch ganz viele weitere gute Gründe als nur den Mensch gemachten Klimawandel – und diese Energiewende ist dringend!

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